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Wilfred Owen

*** Shopping-Tipp: Wilfred Owen

Bild:Wilfred-Owen.jpg thumb|155px|right|Wilfred Owen '''Wilfred Edward Salter Owen''' (* 18. März 1893 in Oswestry, Grafschaft Shropshire (England); † 4. November 1918 bei Ors (Frankreich)) war ein britischer Dichter und Soldat. Er gilt als der bedeutendste Zeitzeuge des Erster Weltkrieg Ersten Weltkriegs in der Englische Literatur englischen Literatur. Einige seiner heute bekanntesten Werke wurden erst nach seinem Tod veröffentlicht. Das von ihm geschriebene [http://www.oucs.ox.ac.uk/ltg/projects/jtap/tutorials/intro/owen/preface.html Vorwort] zur Sammlung seiner Gedichte, die 1919 erscheinen sollte, enthält mehrere Ausdrücke, die als Redewendungen in die englische Sprache eingingen, darunter ''War, and the pity of War'' („Krieg und das Leid des Krieges“) und ''The Poetry is in the pity'' („Die Poesie liegt im Mitleid“, vgl. das später aufgekommene „Schreiben aus Betroffenheit“).

Leben


Die frühen Jahre
Owen wurde als erstes von vier Kindern einer Familie englisch-Wales walisischer Herkunft geboren. Seine Eltern Tom, ein Eisenbahnarbeiter, und Susan Owen lebten in einem wohlhabenden Haus, das seinem Großvater gehörte. Nach dessen Tod 1897 mussten sie eine möblierte Wohnung in einer schlechten Wohngegend von Birkenhead mieten. Wilfred Owen besuchte hier das Birkenhead Institute und die Shrewsbury Technical School. Während eines Ferienaufenthaltes in Cheshire 1903 oder 1904 entdeckte er sein dichterisches Talent. An den evangelischen Schulen wurde er Anglikanische Kirche anglikanisch erzogen; zu den ersten Einflüssen zählen so John Keats und, wie bei vielen seiner Zeitgenossen, die Bibel. Kurz nach dem Schulabgang im Jahr 1911 bestand Owen die Aufnahmeprüfung und wurde an der University of London Immatrikulation immatrikuliert, sein Prüfungsergebnis reichte allerdings nicht für ein Stipendium. Als Gegenleistung für eine kostenlose Unterkunft und Hilfe bei den Prüfungsvorbereitungen arbeitete er als Laienhelfer für den Vikar von Dunsden und als Schulpraktikant an der Wyle Cop School. Danach studierte er Botanik und später auf Betreiben der Englischen Fakultät am University College von Reading, der heutigen University of Reading, auch Altenglische Sprache Altenglisch, ohne die Studiengebühren bezahlen zu müssen. Da er sich ein weiteres Mal erfolglos um ein Stipendium beworben hatte, musste er hier weiter studieren. Vor dem Kriegsausbruch arbeitete er als Privatlehrer für Englisch an der Berlitz Sprachschulen Berlitz-Schule in Bordeaux.

Militärdienst
Am 21. Oktober 1915 trat Owen in die Artists' Rifles, eine Spezialeinheit der British Army britischen Landstreitkräfte, ein. Während der folgenden sieben Monate wurde er in Hare Hall Camp (Essex) ausgebildet. Im Januar 1917 wurde als Leutnant Second Lieutenant zum Manchester Regiment abgestellt. Nach traumatischen Erlebnissen – er führte seinen Zug in die Schlacht und war drei Tage lang in einem Granattrichter verschüttet – wurde bei ihm ein Trauma (Psychologie) Kriegstrauma diagnostiziert und er wurde zur Behandlung ins Craiglockhart War Hospital nach Edinburgh geschickt. Während er dort genas, lernte er den Dichter Siegfried Sassoon kennen; durch diese Begegnung wandte sich sein Leben zum Besseren. Im Juli 1918 kehrte Owen zum Kriegseinsatz nach Frankreich zurück, obwohl er bis auf Weiteres im Heimatdienst hätte bleiben können. Seine Entscheidung dazu beruhte fast ausschließlich darauf, dass Sassoon nach England zurückkehrte; nach einem Kopfschuss Friendly Fire aus den eigenen Reihen war er bis Kriegsende dienstuntauglich geschrieben worden. Owen sah es als seine patriotische Pflicht, Sassoons Platz an der Front einzunehmen, um von den Kriegsgräueln Zeugnis abzulegen. Sassoon widersprach diesem Vorhaben heftig und drohte Owen, ihm ''ins Bein zu stechen'', wenn der es nur versuchen sollte. Also unterrichtete Owen den Freund erst, als er bereits nach Frankreich abgereist war.

Tod
Nach der Rückkehr an die Front führte Owen Einheiten der Second Manchesters am 1. Oktober 1918 an, feindliche Stützpunkte in der Nähe des Dorfs Joncourt am Canal de l'Oise à la Sambre Sambre-Oise-Kanal zu erstürmen. Drei Tage später fiel er, fast auf die Stunde genau eine Woche vor dem Waffenstillstand von Compiègne Waffenstillstand. Er wurde für seine Tapferkeit und die Führung des Einsatzes von Joncourt posthum mit dem Military Cross ausgezeichnet. Als die Nachricht von seinem Tod seine Heimat erreichte, läuteten die Kirchenglocken der Stadt gerade den Friedensschluss aus.

Werk


Literarisches Schaffen
Owen gilt als der herausragendste Kriegsdichter englischer Sprache. Er stand im krassen Widerspruch zur öffentlichen Wahrnehmung des Krieges wie auch zur Patriotismus patriotisch-affirmativen Kriegslyrik, die Dichter wie Rupert Brooke verfassten, obwohl sie keinerlei Erfahrung mit dem Schlachtfeld hatten. Seine schonungsgslos-realistische Darstellung der Schrecken von Grabenkrieg Graben- und Gaskrieg war stark von seinem Freund, dem Dichter Siegfried Sassoon, beeinflusst, was seine berühmtesten Gedichte ''Dulce et Decorum Est'' und ''Anthem for Doomed Youth'' unmittelbar zeigen. Seine Manuskripte sind als Kopien mit Sassoons handschriftlichen Anmerkungen erhalten. Owens Dichtung findet inzwischen höhere Anerkennung als die seines Mentors. Obwohl er den stark auf Konsonanz (Linguistik) Konsonanzen beruhenden Parareim nicht als einziger Lyriker seiner Epoche benutzte, war er doch der erfindungsreichste und in einigen seiner Gedichte geistreichste Verwender dieses Stilmittels und zugleich der erste, der sich eingehend damit beschäftigte. Owens Lyrik wandelte sich 1917 wesentlich. Im Verlauf der Therapie in Craiglockhart ermutigte sein Arzt Arthur Brock ihn, seine Erlebnisse und besonders die daraus rührenden Albtraum Albträume dichterisch zu verarbeiten. Sassoon unterstützte ihn dabei und zeigte ihm an Literaturbeispielen die Ausdrucksmöglichkeiten der Lyrik. Seine Verwendung Satire satirischer Stilmittel übte einen Einfluss auf Owen aus, der nun versuchte, Sassoons Stil nachzuahmen. Zweifellos änderte sich durch die Zusammenarbeit auch die Thematik in Owens Lyrik. Sassoons Eintreten für den Realismus (Literatur) Realismus und für das „Schreiben als Erlebnisbericht“ war Owen zwar bekannt, er hatte sich dessen aber zuvor nie bedient; bis dahin umfasste sein Werk vor allem eine Reihe unbeschwerter Sonette. Sassoon förderte Owen, indem er die Dichtungen über dessen Tod hinaus verbreitete; er war einer seiner ersten Herausgeber. Dennoch trägt Owens Lyrik unverwechselbar eigene Charakterzüge, so dass er heute Sassoons Ruhm als Dichter übertrifft.

Wirkung
Die Kriegslyrik dieser Epoche genoss wenig Anerkennung. Zu Lebzeiten hat Owen, obwohl er einen Gedichtband herauszugeben dachte und dafür bereits ein Vorwort geschrieben hatte, mit Ausnahme einiger Gedichte in ''The Hydra'', der von ihm betreuten Krankenhaus-Zeitschrift von Craiglockhart, nichts veröffentlicht; lediglich fünf Gedichte erschienen hier, davon eines Fragment (Literatur) fragmentarisch. Sassoons Einfluss sowie Edith Sitwells Unterstützung und die Neuerscheinung von Owens Gedichten in einer 1931 von Edmund Blunden publizierten Anthologie festigten seine Bekanntheit, zu der in den 1960er-Jahren auch eine erneute Beschäftigung mit seinem Werk beitrug, den Dichter ins öffentliche Interesse zu rücken. Owens Gesamtwerk erschien in der ungekürzten Originalfassung erst 1994 in der zweibändigen Ausgabe ''The Complete Poems and Fragments'' von Jon Stallworthy. 1975 stiftete seine Schwägerin sämtliche Handschriften, Fotografien und Briefe aus dem Besitz ihres verstorbenen Mannes, Owens Bruder Harold, der Bibliothek an der Englischen Fakultät der University of Oxford. Neben der persönlichen Habe des Dichters umfasst dies auch seine Bücher und eine fast vollständige Sammlung von ''The Hydra''. Der Nachlass ist öffentlich zugänglich.

Das Verhältnis zu Siegfried Sassoon
Ein zentraler Bestandteil von Owens Dichtung ist seine Homosexualität. Owens Achtung für Siegfried Sassoon grenzte an Heldenverehrung; seiner Mutter gegenüber bemerkte er, er sei „nicht wert, ihm die Pfeife anzuzünden“. Als Sassoon beschloss, an die Front zurückzukehren, war er am Boden zerstört, obwohl er Craiglockhart schon vor ihm verlassen hatte. Er war für mehrere Monate zum Heimatdienst in Scarborough stationiert, während deren er sich dem Zirkel geistreicher homosexueller Literaten anschloss, in den ihn Sassoon eingeführt hatte. Unter den Mitgliedern waren Oscar Wildes ehemaliger Liebhaber Robert Baldwin Ross und Robert Graves, der Poet und Schriftsteller Osbert Sitwell und der Marcel Proust Proust-Übersetzer Charles Kenneth Scott-Moncrieff. Hier lernte er auch H. G. Wells und Arnold Bennett kennen und entwickelte seinen Personalstil. Diese Bekanntschaften erweiterten sein Bewusstsein und ermutigten ihn, homoerotischen Elementen in seinem Schaffen einen Platz zu geben. Owens sexuelle Entwicklung wurde durch seinen Bruder Harold vertuscht, da dieser nach dem Tode ihrer Mutter seiner Meinung nach anstößige Brief- und Tagebuchpassagen entfernte. Harold Owen ist ebenso dafür verantwortlich, dass die Belobigung für die Kriegsauszeichnung seines Bruders im Nachhinein geändert wurde, damit sie weniger „kriegerisch“ und mehr in Einklang mit dem Bild eines empfindsamen „Friedenspoeten“ erschienen. Wilfred selbst verlangte von seiner Mutter, im Falle seines Todes einen Sack persönlicher Papiere zu verbrennen, was sie auch tat. Seine frühen Biografen taten ein Übriges, Owens sexuelle Orientierung zu verschweigen.

Denkmäler
Owens [http://www.1914-18.co.uk/owen/pictures/owengravestone.JPG Grab] liegt auf dem Gemeindefriedhof von Ors. Gedenkstätten für ihn findet man in [http://www.1914-18.co.uk/owen/pictures/doveatgailly.JPG Gailly], [http://www.1914-18.co.uk/owen/pictures/wfa%20memorial%20large.JPG Ors], [http://www.1914-18.co.uk/owen/pictures/oswestry%20memorial%20text.JPG Oswestry] und [http://www.1914-18.co.uk/owen/pictures/Shrewsbury%20memorial.JPG Shrewsbury]. Ein Museum, das an Owen und Sassoon erinnert, befindet sich in einem Gebäude der Napier University in Edinburgh.

Rezeption in Literatur und Musik
Die international bekannteste Verwendung von Wilfred Owens Gedichten ist Benjamin Brittens ''War Requiem'' (1961). Darüber hinaus regt Owens Werk bis in die Gegenwart Literatur und Musik an. * Stephen MacDonalds Drama ''Not About Heroes'' (1982) beschreibt die Freundschaft zwischen Sassoon und Owen, die in Craiglockhart beginnt * Die Band 10,000 Maniacs nahm auf dem Album ''Secrets of the I Ching'' (1983) das Gedicht ''Dulce et Decorum Est'' unter dem Titel ''The Latin One'' auf * Pat Barkers historischer Roman ''Niemandsland'' (Originaltitel: ''Regeneration'', 1991, ISBN 3423126221) beschäftigt sich vorwiegend mit Siegfried Sassoon und seinem Arzt W. H. R. Rivers, beschreibt daneben die Beziehung zu Owen aus der Perspektive des Älteren und dessen Einfluss auf den Dichter sowie auf dessen Therapie durch Arthur Brock *Sarah McLachlans Albumtitel ''Fumbling Towards Ecstasy'' (1993) beruht auf einer Zeile aus Owens Gedicht ''Dulce et Decorum Est'' * Owen ist das Lyrisches Ich lyrische Ich im Song ''Owen’s Lament'' auf dem Album ''Sunset Studies'' (2000) der australischen Rockband Augie March * Ein Teil des Gedichts ''Greater Love'' wird am Ende des Stücks ''Pity of War'' (2003) der Hip-Hop-Gruppe Jedi Mind Tricks wiedergegeben * Bruce Dickinson zitiert den ersten Vers der Gedichts ''Anthem for Doomed Youth'' als Einleitung zum Stück ''Paschendale'' auf Iron Maidens Live-Album ''Death on the Road'' (2005) *Susan Hills Roman ''Strange Meeting'' ist nach dem gleichnamigen Gedicht von Owen benannt

Werkausgabe
*''Gedichte''. Zweisprachig. Übersetzt, mit einer Einleitung und Anmerkungen von Joachim Utz. Mattes, Heidelberg 1993. ISBN 3-9802440-2-4

Weblinks
{{EnWikisource|Author:Wilfred Owen|Wilfred Owen}}
- Wilfred Owen Multimedia Digital Archive an der Oxford University (englisch)
- Biografie bei Freepedia (englisch)
- Wilfred Owen bei warpoetry.co.uk (englisch)
- Gedichte von Wilfred Owen bei Poetseers (englisch)
- Wilfred Owen Association (englisch)
- Details zu Wilfred Owens Grab von der ''Commonwealth War Graves Commission'' (englisch) {{Personendaten| NAME=Owen, Wilfred |ALTERNATIVNAMEN=Owen, Wilfred Edward Salter |KURZBESCHREIBUNG=englischer Dichter |GEBURTSDATUM=18. März 1893 |GEBURTSORT=Oswestry, Shropshire (England) |STERBEDATUM=4. November 1918 |STERBEORT= Ors (Frankreich) }} Kategorie:Mann Owen, Wilfred Kategorie:Engländer Owen, Wilfred Kategorie:Autor Owen, Wilfred Kategorie:Lyrik Owen, Wilfred Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Owen, Wilfred Kategorie:Literatur (Englisch) Owen, Wilfred Kategorie:Geboren 1893 Owen, Wilfred Kategorie:Gestorben 1918 Owen, Wilfred cy:Wilfred Owen en:Wilfred Owen es:Wilfred Owen fr:Wilfred Owen he:וילפרד ?וון it:Wilfred Owen ja:ウィルフレッド・オーエン nl:Wilfred Owen nn:Wilfred Owen pt:Wilfred Owen sv:Wilfred Owen tg:Вилфред Овен

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