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Wiedersehen mit Brideshead

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'''Wiedersehen mit Brideshead''' ist ein zuerst 1944 erschienener Roman von Evelyn Waugh. Der Roman (vollständiger Titel: ''Wiedersehen mit Brideshead. Die heiligen und profanen Erinnerungen des Hauptmanns Charles Ryder'') beschreibt aus der Perspektive eines Beobachters den Zerfall einer wohlhabenden adligen Familie in den 20er und 30er Jahren des 20. Jahrhunderts.

Handlung
Im Zweiter Weltkrieg Zweiten Weltkrieg wird Charles Ryder, mit seiner Truppe in einem Gutsbesitz einquartiert, den er aus der Vorkriegszeit kennt – er erinnert sich: Er befreundete sich 1922 auf einem Oxforder College mit Sebastian Flyte, dem Sohn des englischen Marquis Lord Marchmain auf Brideshead. In Oxford und auf Brideshead nimmt er Teil am Leben von Sebastian Flyte und seiner Familie, in der die Mutter, Lady Marchmain, eine bekennende Katholizismus Katholikin ist, der Vater aber seit dem Ende des 1. Weltkrieges mit einer Geliebten in Venedig lebt. Charles Ryder, ungeliebter Sohn aus gutbürgerlichem Hause und Agnostizismus Agnostiker, verlässt Oxford vorzeitig ohne Abschluss und wird Architekturmaler. Aus geringerer und größerer Entfernung beobachtet er den Weg der Familienmitglieder in verschiedene Formen des Unglücks: Sebastian wird Alkoholiker – die Gründe bleiben offen: Ist es die Vernachlässigung durch die Mutter oder eine Art negativer Kontaktsuche zu ihr? Die ältere Schwester Julia flüchtet sich in die Ehe mit dem Parvenü Rex Mottram, danach in Liebschaften und später in sich steigernde Selbstvorwürfe. Der ältere Sohn Brideshead kultiviert seinen hölzernen Charakter bis er zu einem professionellen Sammler von Streichholzschachteln geworden ist. Die jüngste Tochter Cordelia, eine tiefgläubige Katholikin, engagiert sich nach einer gescheiterten Ordensberufung als Krankenschwester im Spanischer Bürgerkrieg Spanischen Bürgerkrieg. Zufällig trifft Charles Ryder Lady Julia Flyte Mitte der 30er Jahre auf einem Dampfer von Amerika nach England wieder und geht eine Beziehung mit ihr ein, die zur Scheidung beider von ihren jeweiligen Ehepartnern führt, bis Julia sich nach dem Tod ihres Vaters von ihm wegen ihrer Selbstvorwürfe und seiner weiterhin ungläubigen Haltung trennt. Alle Figuren, mit Ausnahme der bereits verstorbenen Lady Marchmain, treffen einander am Totenbett von Lord Marchmain kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wieder. Der alte Lord bekehrt sich kurz vor seinem Tod wieder zum katholischen Glauben. Julia kehrt zur katholische Kirche katholischen Kirche zurück und verlässt Charles, den sie u.a. nicht heiraten will, weil er nach katholischem Eherecht trotz seiner Scheidung als verheiratet gilt. Durch die Rahmenhandlung, in der Charles als Katholik auftritt, wird die Möglichkeit angedeutet, dass selbst er sich durch diese Erlebnisse zum katholischen Glauben bekehrt hat.

Erzählweise
Die Sprache ist durchwirkt mit Ironie, Witz und wunderbar poetischen Metaphern. Waugh verwendet zugleich häufig umgangssprachliche Formulierungen, die gegenüber der Tragik der Hauptfiguren eine distanzierende Perspektive der Beobachtung stützen, die sich schon in dem unzeitgemäß umständlichen Titel des Romans ankündigt. Die Handlung spielt an wechselnden Orten (Oxford, London, Marokko, Brideshead, Paris, Venedig, ein Dampfer, Clubs...), wodurch die von ihm gezeichnete Welt immer wieder neu und interessant wird. Aus der späten Wiederbegegnung des Charles Ryder mit Brideshead entsteht so das Gemälde einer ganzen Zeit.

Deutung
Der Roman beschreibt die Suche nach Orientierung in einer Welt des Umbruchs. Seine Figuren sind auf ihren Wegen mit einer Häufigkeit des Scheiterns konfrontiert, die nur als Wirkung eines strafenden Gottes verstanden werden kann. Leitmetapher dieser zum Untergang verurteilten Welt ist das zum Ende des Romans mehrfach vom Erzähler beschriebene Bild der Hütte eines arktischen Jägers, die von einem Gletscherabbruch zermalmt wird. Der Autor schreibt in seinem Vorwort von 1959, er habe die Wirkung der göttlichen Gnade auf den Kreis seiner Hauptfiguren untersuchen wollen. (Waugh war 1930 als Erwachsener zum Katholizismus übergetreten.) Die Wirkung dieser Gnade zeigt sich zunächst vor allem in strafender Gerechtigkeit: In Härte und Durchhalten bei der Mutter, in bewusster Abweichung und dann tätiger Buße als Pförtner in einem marokkanischen Kloster bei Sebastian und in depressionsmächtigen Selbstvorwürfen bei Julia. In seinem Epilog fasst der Ich-Erzähler seinen Bericht als "''grimme kleine Menschentragödie''" zusammen. Die Lebenswege der Figuren werden zunächst durch die christliche Orientierung mehr beschwert als unterstützt, über fast allen scheint vor allem Traurigkeit zu liegen und Zuversicht zu fehlen. Letztendlich finden sie aber alle, wenn auch durch Leiden hindurch, zu Gott zurück. So scheint die "Traurigkeit" und die "Hoffnungslosigkeit" dieser Figuren nicht so sehr durch den Einfluss des katholischen Glaubens auf sie begründet zu sein, sondern durch ihre zweitweilige Abwendung davon. Dem gegenüber steht die tief gläubige und gleichzeitig fröhliche und liebenswerte Cordelia Flyte, die das Positive des Glaubenslebens zum Ausdruck bringt.

Textzugang
Evelyn Waugh, ''Wiedersehen mit Brideshead. Die heiligen und profanen Erinnerungen des Hauptmanns Charles Ryder. Roman'', ISBN 3-548-60163-4

Verfilmungen
*Besonders populär wurde Waugh durch die Verfilmung des Romans "Brideshead Revisited" als Miniserie (11 Folgen) für das britische Fernsehen mit Jeremy Irons und Laurence Olivier, die 1982 ein Welterfolg wurde. *Geplant ist eine weitere Verfilmung (Erscheinungstermin: 2008) Kategorie:Literarisches Werk Kategorie:Literatur (Englisch) Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Roman, Epik

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