W i l l k o m m e n   b e i   [ www.mauspfeil.com ]
 
 



 

Wörterbuch der Bedeutung
<<Zurück
Bitte wählen Sie einen Buchstaben:
A, Ä | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O, Ö | P | Q | R | S | T | U, Ü | V | W | X | Y | Z | 0-9

Suchen:

(Groß-/Kleinschreibung wird nicht unterschieden)

Google


Wettbewerblicher Dialog

*** Shopping-Tipp: Wettbewerblicher Dialog

{{Überarbeiten}} -- 16:24, 20. Sep 2006 (CEST) Der wettbewerbliche Dialog Dieses neue Vergabeverfahren wird mit dem BVergG 2006 erstmals zur Verfügung gestellt und erging im Rahmen der Richtlinienumsetzung. MA nach tritt der wettbewerbliche Dialog in starke Konkurrenz gegenüber dem Verhandlungsverfahren betreffend die Vergabe von geistigen Dienstleistungen. Definiert wird der wettbewerbliche Dialog in § 25 Abs 9 BVergG 2006: „Beim wettbewerblichen Dialog führt der Auftraggeber, nachdem eine unbeschränkte Anzahl von Unternehmern öffentlich zur Abgabe von Teilnahmeanträgen aufgefordert wurde, mit ausgewählten Bewerbern einen Dialog über alle Aspekte des Auftrags. Ziel des Dialogs ist es, eine oder mehrere den Bedürfnissen und Anforderungen des Auftraggebers entsprechende Lösung oder Lösungen zu ermitteln, auf deren Grundlage oder Grundlagen die jeweiligen Bewerber zur Angebotsabgabe aufgefordert werden.“ Zum Unterschied vom Verhandlungsverfahren ist der wettbewerbliche Dialog ein dreistufiges Verfahren. In einer ersten Phase wird eine unbeschränkte Anzahl von Unternehmern öffentlich dazu aufgefordert Teilnahmeanträge zu stellen. Nach der Auswahl geeigneter Bewerber beginnt die zweite Stufe – der Dialog. Ziel dieses Dialogs ist es nun Lösungen zu suchen, die das Problem des Auftraggebers beseitigen, bzw seinen Bedürfnissen und Anforderungen entsprechen. Nach Erarbeitung einer oder mehrerer Lösungen werden dann in der dritten Stufe die Bewerber zur Angebotsabgabe aufgefordert. Das besondere bei diesem Verfahren ist, dass Auftraggeber und Bewerber bereits vor der Abgabe von Angeboten über die Leistung sprechen bzw Lösungen erarbeiten, was bei anderen Verfahren zum Ausschluss des Bewerbers aus dem Vergabeverfahren führen kann. So regeln die Allgemeinen Bestimmungen über Bewerber und Bieter , dass Unternehmer, die an den Vorarbeiten zu einer Ausschreibung mitarbeiten, von der Teilnahme am Vergabeverfahren ausgeschlossen sind, sofern durch deren Teilnahme am Verfahren ein fairer und lauterer Wettbewerb ausgeschlossen wäre. Nimmt der Unternehmer trotzdem am Vergabeverfahren teil, so ist sein Angebot zwingend auszuscheiden. Ziel dieser Regelung ist es, dass Unternehmer, die sich an Vorarbeiten beteiligen, keinen Wettbewerbsvorteil durch ihren Informationsvorsprung gegenüber anderen Bewerbern genießen, da dies den fairen und lauteren Wettbewerb unter den Wirtschaftsteilnehmern nicht gewährleisten könnte. Sieht man sich die Voraussetzungen für die Wahl des wettbewerblichen Dialogs an, so ist zu erkennen wieso dieses Vergabeverfahren in Konkurrenz zum Verhandlungsverfahren steht: § 34. (1) Aufträge können im Wege des wettbewerblichen Dialoges vergeben werden, wenn 1. es sich um besonders komplexe Aufträge handelt und 2. die Vergabe im Wege eines offenen oder nicht offenen Verfahrens nach Ansicht des Auftraggebers nicht möglich ist. (2) Ein Auftrag gilt als besonders komplex im Sinne des Abs. 1, wenn der Auftraggeber objektiv nicht in der Lage ist, 1. die technischen Spezifikationen gemäß § 98 Abs. 2, mit denen seine Bedürfnisse und Anforderungen erfüllt werden können, oder 2. die rechtlichen oder finanziellen Konditionen des Vorhabens anzugeben. Ähnlich wie bei den Voraussetzungen für die Wahl des Vergabeverfahrens wird hier auf die mangelnde Beschreibbarkeit der Leistung abgestellt. Um sich für den wettbewerblichen Dialog entscheiden zu können müssen zwei Voraussetzungen kumulativ erfüllt sein: - Der Auftrag muss besonders komplex sein, und - die Vergabe im offenen oder nicht offenen Verfahren darf nicht möglich sein. § 34 Abs 1 Z 2 BVergG 2006 meint hier das Fehlen einer funktionalen Leistungsbeschreibung, stellt die Vergabe mittels eines wettbewerblichen Dialogs also unter die gleiche Voraussetzung wie die Vergabe im Verhandlungsverfahren. Die Komplexität des Auftrags als zweite Voraussetzung räumt hier dem wettbewerblichen Dialog allerdings einen eindeutigen Vorzug gegenüber dem Verhandlungsverfahren ein. Denn selbst wenn technische Spezifikationen gemäß § 98 Abs 2 – also eine funktionale Leistungsbeschreibung – möglich sind, kann anstelle eines offenen oder nicht offenen Verfahrens der wettbewerbliche Dialog als geeignetes Vergabeverfahren herangezogen werden, sofern die rechtlichen oder finanziellen Konditionen des Auftrags nicht im Vorhinein angegeben werden können. Das ist im Verhandlungsverfahren nicht möglich. Erstens verwendet § 30 Abs 1 Z 3 den Begriff „vertragliche Spezifikationen“, der mE nach eine konstruktive oder funktionale Leistungsbeschreibung meint, und zweitens ist nach den Materialien zum BVergG 2006 das Verhandlungsverfahren ein Ausnahmeverfahren wonach die Voraussetzungen dafür wohl eher restriktiv auszulegen sind. Weiters stellt § 34 Abs 1 Z 2 auf die fehlende Möglichkeit zur Vergabe im offenen oder nicht offenen Verfahren aus Sicht des Auftraggebers ab. So kann es durchaus sein, dass eine Vergabe im offenen oder nicht offenen Verfahren objektiv möglich wäre, der Auftraggeber aufgrund seiner Erfahrung oä aber subjektiv dazu nicht in der Lage ist. Die Gründe für einen „erleichterten“ Zugang zu diesem Vergabeverfahren werden nach einem Blick in die Erwägungsgründe der RL klar. So kann es für öffentliche Auftraggeber, die besonders komplexe Aufgaben, wie die Durchführung großer Verkehrsinfrastrukturprojekte, die Errichtung von Computernetzwerken oder bei sonstigen Vorhaben mit einer komplexen und strukturierten Finanzierung, unmöglich sein zu bestimmen bzw zu wissen, was der Markt an Lösungen für sie bereit hält. Aus diesem Grund ist es nicht nur sinnvoll sondern auch notwendig mit den Wirtschaftsteilnehmern selbst vor der Abgabe von Angeboten über den (möglichen) Leistungsinhalt zu sprechen. Aus diesem Grund bin ich der Ansicht, dass der wettbewerbliche Dialog in Zukunft stark an Bedeutung gewinnen und das Verhandlungsverfahren weitgehend verdrängen wird. An dieser Stelle ist noch zu erwähnen, dass beim wettbewerblichen Dialog – wie bei jedem anderen Vergabeverfahren – auch die Grundsätze des fairen und lauteren Wettbewerbs zu beachten sind. Aus diesem Grund hat der Gesetzgeber, um reine Preisabsprachen im Vorfeld zu verhindern, normiert, dass der Zuschlag beim wettbewerblichen Dialog nur dem technisch und wirtschaftlich günstigsten Angebot erteilt werden darf. Ist also eine funktionale Leistungsbeschreibung nicht möglich, so kann frei zwischen dem Verhandlungsverfahren und dem wettbewerblichen Dialog gewählt werden. Ist eine funktionale Leistungsbeschreibung möglich, so kann, wenn die rechtlichen oder finanziellen Konditionen nicht angegeben werden können und es für den Auftraggeber nicht möglich ist den Auftrag im offenen oder nicht offenen Verfahren zu vergeben, die geistige Dienstleistung im Rahmen des wettbewerblichen Dialogs vergeben werden. In allen anderen Fällen, ist das offene oder das nicht offene Verfahren zu wählen.

*** Shopping-Tipp: Wettbewerblicher Dialog




[Der Artikel zu Wettbewerblicher Dialog stammt aus dem Nachschlagewerk Wikipedia, der freien Enzyklopädie. Dort findet sich neben einer Übersicht der Autoren die Möglichkeit, den Original-Text des Artikels Wettbewerblicher Dialog zu editieren.
Die Texte von Wikipedia und dieser Seite stehen unter der GNU Free Documentation License.]

<<Zurück | Zur Startseite | Impressum | Zum Beginn dieser Seite