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Werturteil

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Ein '''Werturteil''' ist ein Satz, der ausdrücklich eine Wertung beinhaltet oder eine solche impliziert. Beispiel: "Dies ist ein gutes Auto."
Wertungen werden sprachlich oft durch Wertbegriffe wie "gut", "schlecht", "gerecht" oder "ungerecht" formuliert. Werturteile werden unterschieden von faktischen oder empirischen Aussagen, die einen beschreibenden oder erklärenden Inhalt haben. (Beispiel: "Dies Auto fährt maximal 100." - "Dies Auto fährt nicht mehr, weil der Motor defekt ist.") Aussagen über das Vorhandensein bestimmter Werthaltungen sind keine Werturteile.
Wenn Harald sagt: "Das ist ein guter Film", so handelt es sich um ein Werturteil.
Wenn Thomas sagt: "Für Harald ist das ein sehr guter Film", so ist das eine beschreibende Aussage.

Die Unterscheidbarkeit normativer von deskriptiver Sprache
In der Wissenschaftssprache wird in der Regel die Unterscheidung und das Auseinanderhalten von normativ und deskriptiv gebrauchten Aussagen gefordert; wenn nicht gar, dass normative Rede völlig aus der Sprache der Wissenschaft ausgeschlossen oder entfernt werden sollte (siehe dazu den Werturteilsstreit). Begründet wird dies mit dem Hinweis auf den Grundsatz, dass keine Schlüsse von Sein auf Sollen oder umgekehrt möglich seien. Wer normative und deskriptive Rede miteinander vermengt, neigt zu derart Fehlschlüssen oder logischen Erschleichungen (Scheinbegründung von Werturteilen durch angebliche empirisch-wissenschaftliche Wahrheiten, etwa solche der Ökonomie). Demgegenüber wird von Vertretern bestimmter werttheoretischer oder begriffslogischer Auffassungen auf die Undurchführbarkeit und/oder Unangemessenheit von derlei analytischen Unterscheidungen bestanden.

Wertende und wertgeladene Begriffe
Da die Umgangssprache nicht nur der Information über Tatsachen dient, sondern auch der Handlungsorientierung, sind beschreibende Begriffe oft auch wertgetönt, enthalten also eine implizite Wertung. So beinhaltet der Ausdruck "ist mindestens zehn Jahre alt" in Bezug auf ein Auto eine negative Bewertung, in Bezug auf einen Whiskey kann er dagegen eine positive Wertung bedeuten. Diese wertende Tönung der Worte lässt sich meist nicht völlig erfolgreich eliminieren. Man kann den Ausdruck "Lehrling" durch das neutraleren Ausdruck "Auszubildender" ersetzen, aber im Ausdruck "Azubi" kehrt die Geringschätzung wieder. Ähnlich ist es bei Worten wie "Zigeuner / Sinti und Roma" oder "Neger / Schwarzer". Die Werttönung eines Wortes kann dabei je nach Bezugsgruppe auch unterschiedlich sein. So hat das Wort "bürgerlich" in manchen Kreisen einen guten Klang, in andern Kreisen wirkt es dagegen eher abwertend. Die emotionale Besetzung und Wirkung von gewissen Wörtern kann dermaßen stark sein, dass man von "Reizwörtern" spricht. Wo es auf Wahrheit und politische Neutralität der Aussagen ankommt, wie z. B. in den Erfahrungswissenschaften oder in den Nachrichten der Medien, sollten Werturteile vermieden werden. Dies schließt indes keineswegs aus, dass man die Informationsbeschaffung oder die Forschung in Abhängigkeit von bestimmten Wertgesichtspunkten vornimmt. Die implizite Werttönung einzelner Begriffe ist schwerlich zu vermeiden. Sie ist jedoch solange unproblematisch, wie diese Begriffe präzise empirisch definiert sind. Dann sind die damit gebildeten Sätze in ihrer Bedeutung klar, und ihr Wahrheitsgehalt ist intersubjektiv überprüfbar. In Wissenschaften mit normativen Fragestellungen wie Ethik, Rechtsphilosophie, Pädagogik oder Politikwissenschaft sind Werturteile unumgänglich, zumindest in der Form, dass über Werturteile gesprochen werden muss (Metasprache. Ob diese Situation es unumgänglich macht, dass Werturteile hierzu explizit (etwa "bekenntnishaft") oder implizit eingeführt werden müssen, ist eine weitere Frage.

Zur Frage allgemeingültiger Werturteile
Die Uppsala-Schule vertritt, ebenso wie der logischer Positivismus logische Positivismus, die Ansicht, dass Werturteile ein Ausdruck sind von Gefühlszustand Gefühlszuständen und damit weder als wahr, noch als falsch zu beurteilen sind. Diese Einstellung nennt sich Wertnihilismus. Der Emotivismus wiederum sieht in Werturteilen weder Feststellungen noch Behauptung (Sprechakt) Behauptungen, sondern lediglich den Ausdruck von Haltungen, Gefühlen usw. Damit sind Werturteile kein empirisch feststellbares Merkmal einer Sache. Sie dienen weder einer deskriptiven, noch einer kognitiven Betrachtung, weil sie lediglich emotive Bedeutung haben. Übereinstimmend mit dem Wertnihilismus kommt der Emotivismus zu dem Schluss, Werturteile könnten weder falsch noch wahr sein. Demgegenüber vertreten Anhänger einer Konsenstheorie der Wahrheit die Auffassung, dass man auch in Bezug auf Werturteile rational argumentieren kann. So sind Werturteile z. B. logisch analysierbar etwa auf Widersprüche hin. Sie sind außerdem universalisierbar, d.h. dass ein Werturteil über ein bestimmtes Objekt x ebenso gelten muss für jedes andere Objekt y, das x empirisch völlig gleicht. Da der Fallibilismus wegen des Münchhausen-Trilemma jedwede Letzbegründungsversuche für aussichtslos hält, weist er auch die Vorstellung von letzten Wertentscheidungen (Max Weber) zurück; auf diesem Gebiet wie schon auf dem Gebiet der empirischen Wissenschaften empfiehlt er als Alternative das Verfahren von Konstruktion und Kritik (Hans Albert, Traktat über rationale Praxis).

Literatur
* Hans Albert, Ökonomische Ideologie und politische Theorie, Göttingen 1972 * Kaufmann, Logik und Wirtschaftswissenschaft, Archiv für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik, 54, 1925, S. 624 * Nelson, Kritik der praktischen Vernunft, Leipzig 1917 * Jörgensen, Imperatives and Logic, Erkenntnis, Bd. 7, S. 288 ff. * Victor Kraft, Grundlagen einer wissenschaftlichen Wertlehre, 2. Aufl. Wien 1951 * Charles Morris, Signs, Language, and Behavior, New York 1950 * Ludwig Wittgenstein, Philosophical Investigations, Oxford 1951 * Gunnar Myrdal, Das politische Element in der nationalökonomischen Doktrinbildung, Berlin 1932

Weblinks
[http://globalmizzry.blogspot.com/2005/10/wie-entscheidet-man-vernnftig.html Wie entscheidet man vernünftig?]

siehe auch
*Werturteilsfreiheit *Werturteilsstreit *Seinsurteil *Wert *Ethik *Konsenstheorie der Wahrheit Kategorie:Sprachphilosophie Kategorie:Metaethik Kategorie:Werturteil Kategorie:Wertvorstellung Kategorie:Sozialpsychologie

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