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V. Bodelschwinghsche Anstalten Bethel

*** Shopping-Tipp: V. Bodelschwinghsche Anstalten Bethel

{{Korrekter Titel|v. Bodelschwinghsche Anstalten Bethel}} Die '''v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel''' mit Hauptsitz in Bielefeld-Gadderbaum sind eine Diakonie diakonische Einrichtung, in der Menschen mit Epilepsie, geistiger Behinderung oder psychischen Beeinträchtigungen, aber auch alte Menschen, Jugendliche mit sozialen Problemen und wohnungslose Menschen betreut werden. Für die Betreuung von rund 85.000 Menschen pro Jahr sind etwa 14.000 Mitarbeiter in sechs Bundesländern beschäftigt. Namensgeber ist Friedrich von Bodelschwingh der Ältere, der auch die Kirchliche Hochschule Bethel, die Hoffnungstaler Anstalten Lobetal sowie die Bethel-Mission gründete.

Wirtschaftsform und Umsatz
Die Anstalten bestehen aus einer Reihe eigenständiger Institutionen - das Grundgerüst bilden drei Stiftung Stiftungen: * Stiftung „Anstalt Bethel“ * Stiftung „Westfälische Diakonenanstalt Nazareth“ * Stiftung „Westfälische Diakonissenanstalt Sarepta“ Diese Stiftungen sind unmittelbar oder mittelbar an einigen Gesellschaften mbH beteiligt, bei denen es sich im Wesentlichen - aber nicht nur - um gemeinnützige Gesellschaften (GGmbH gGmbH) handelt. Die wichtigsten Beteiligungen sind: * Evangelisches Krankenhaus Bielefeld gGmbH, Bielefeld * Freipro gGmbH, Diepholz * projob Bethel gGmbH, Bielefeld * Dienstleistung Zeitarbeit Bethel GmbH, Bielefeld * Fachhochschule der Diakonie (FHdD) gGmbH, Bielefeld (seit 2006) * Evangelische Sozialpädagogische Ausbildungsstätte (ESPA) gGmbH, Münster (Westfalen) Münster * Medizinisches Versorgungszentrum Bielefeld GmbH, Bielefeld * Evangelisches Krankenhaus Elisabeth Herzberge gGmbH, Berlin * Institut für Diagnostik der Epilepsien gGmbH, Berlin * Gemeindepsychiatrischer Verbund und Altenhilfe gGmbH, Berlin * Hospiz Lichtenberg gGmbH, Berlin * Diakonie Freistatt-Bremen gGmbH, Bremen * In der Gemeinde leben gGmbH, Düsseldorf Der jährliche Umsatz liegt bei über einer Mrd. Euro.

Geschichte der Anstalten und Anstaltsideal
1867 kaufte die Innere Mission mit Unterstützung Bielefelder Kaufleute einen Bauernhof bei Bielefeld, um dort eine „Anstalt für Epileptische“ zu gründen. Diese Einrichtung namens „Ebenezer“ ist die Keimzelle der v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel. Friedrich von Bodelschwingh der Ältere Friedrich von Bodelschwingh d. Ä. kam erst einige Jahre später dazu und leitete die schnell wachsende Anstalt von 1872 bis zu seinem Tod 1910. Sein Einfluss prägte die Anstalt so stark, dass sie später nach ihm benannt wurde. Nach seinem Tod übernahm sein Sohn Friedrich von Bodelschwingh der Jüngere die Leitung. Der Name Bethel kommt aus dem Hebräischen und heißt „Haus Gottes“. Das christliche Gebot der Nächstenliebe bestimmte viele Mitarbeitenden in ihrem Dienst, der sie oft Tag und Nacht in Anspruch nahm. So setzten Frauen und Männer ihr Leben bewusst ein, um als Diakon oder Diakonisse Mitarbeiter im „Haus Gottes“ zu sein. Im Mittelpunkt der Arbeit Bethels standen als Ideal die Vergessenen und Ausgegrenzten der Gesellschaft, in den Worten Friedrich von Bodelschwinghs die „Menschen, die niemand haben will“. Zu Bodelschwinghs Zeiten waren das vor allem behinderte Menschen und die „Trunkenbolde, Landstreicher und Taugenichtse“. Für Friedrich von Bodelschwingh waren sie Geschöpfe Gottes, die er als „Brüder von der Landstraße“ bezeichnete.

Wirtschaftsfelder
Bethel ist eine kleine Stadt mit eigenem Supermarkt, Kneipen und zahlreichen Betrieben. Wichtigste Arbeitsbereiche der Anstalten sind heute die von Land/Gebietskörperschaften und Versicherungen vergütete Behandlung und Betreuung von Epilepsie Epileptikern, die Behindertenhilfe, Psychiatrie, Wohnungslosenhilfe, Altenhilfe, Jugendhilfe, die Versorgung in Fachkliniken und Krankenhaus Akutkrankenhäusern. Im Fachgebiet Epilepsie haben die Fachkliniken und die anderen Bereiche nach eigenem Bekunden internationalen Ruf. In Bethel wird in fast dreißig unterschiedlichen Schulformen und Ausbildungsstätten unterrichtet. In zahlreichen Werkstätten arbeiten Menschen mit Behinderungen und stellen dabei Produkte her, die auch überregional vertrieben werden. Daneben gehören auch Hotels, Gaststätten und Geschäfte (meist gleichzeitig Teile des Berufsbildungswerks oder von Behindertenwerkstätten) zu Bethel, so dass die Anstalten eine kleine Stadt für sich sind. Alleine auf dem Bethel-Stammgelände in Bielefeld-Gadderbaum arbeiten rund 10.000 Menschen.

Mitarbeiter
Für die Mitarbeiter gelten je nach Arbeitsgebiet und Zugehörigkeit der Einrichtung oder der eigenen Mitgliedschaft in einer rechtlichen Gesellschaft sehr unterschiedliche Arbeits- und Tarifverträge (vergleiche Krankenpfleger, Sanitärpflegedienstleister). In den drei Stiftungen, in denen die meisten Mitarbeitenden angestellt sind, gilt überwiegend der Bundes-Angestelltentarifvertrag in kirchlicher Fassung (BAT-KF) mit folgendem Geltungsraum: „Dieser Tarifvertrag gilt für Mitarbeiter, die im Bereich der Evangelischen Kirche im Rheinland, der Evangelischen Kirche von Westfalen und der Lippischen Landeskirche sowie ihrer Diakonischen Werke in einer der Rentenversicherung der Angestellten unterliegenden Beschäftigung tätig sind (Angestellte).“ (§1 (1) BAT-KF) Siehe auch zur Höhe der BA-Tarife [http://paul.schubbi.org/cgi-bin/oed/rechner?tarif=T]. Der kirchliche Tarif beträgt rund 5 % weniger. Auf der Grundlage des Grundgesetzes können die Kirchen ihre Angelegenheiten selbst regeln und haben sich ein Mitarbeitervertretungsgesetz MVG-EKD gegeben, siehe auch zum Mitarbeitervertretungsrecht [http://www.ekd.de/mitarbeitervertretungsrecht/mitarbeitervertretungsrecht.html]

Einrichtungen


Hospizarbeit
Bethel engagiert sich auch in der Hospizarbeit. Ziel sei es, sterbenden Menschen ein würdiges Leben und Sterben zu ermöglichen. Die von Bodelschwinghschen Anstalten betreiben selbst Hospize in Bielefeld, Dortmund und Berlin-Lichtenberg, des Weiteren sind sie beteiligt an dem Hospiz in Leipzig und dem Kinderhospiz "Löwenherz" in Syke. Ferner existieren Betreuungsplätze für Menschen mit autistischen Störungen oder für Personen, die nach einem Unfall oder einer schweren Erkrankung stark hirngeschädigt bleiben.

Briefmarkenstelle
Unter dem Stichwort '''''Briefmarken für Bethel''''' können von Briefumschlägen und Postkarten nicht abgelöste Briefmarken nach Bethel geschickt werden. Von den Bewohnern werden die Briefmarken mit Wasser abgelöst, getrocknet und zu neuen Sammlungen zusammengestellt. Der Rest der Briefmarken werden an Sammler als "Wundertüte" und an Briefmarkenhändler verkauft. Der gesamte Erlös wird ausschließlich für soziale Projekte innerhalb der Anstalt verwandt. Wenn man Briefmarken hinschickt und sie ausschneidet, bitte großzügig ausschneiden, da es meistens ältere Menschen mit zitternden Händen sind. Im Jahr 1988 wurde die Briefmarkenstelle Bethel selbst zum Motiv auf einer Briefmarke; die Deutsche Post brachte ein Postwertzeichen zum 100jährigen Bestehen der Briefmarkenstelle heraus.

Brockensammlung
In der Brockensammlung werden Kleider- und andere Sachspenden aufbereitet und entweder im Anstaltsbetrieb genutzt oder weiter verkauft. Der Name der Einrichtung leitet sich ab aus dem Johannes-Evangelium: "Sammelt die übrigen Brocken, auf dass nichts umkomme!" (Joh. 6,12). Die Brockensammlung wurde 1891 durch Karl Schnitger, einem Onkel von Marianne Weber, gegründet.

Sonstiges


Bethelgeld
Die verschiedenen Betriebe Bethels halten ein vielfältiges Dienstleistungsangebot bereit. Die Anstalten haben zusätzlich zum offiziellen Zahlungsmittel Euro auch eine eigene „Währung“ in Form von Warengutscheinen, den Bethel-Euro.

Parkraumbewirtschaftung
Zur Reduzierung des Verkehrsaufkommens in der Ortschaft Bethel, müssen die Besucher und Angestellten der von Bodelschwingschen Anstalten Bethel, die mit ihrem Kraftfahrzeug Kfz kommen und die betriebseigenen Parkplatz Parkplätze nutzen, ein Parkplatzentgelt zahlen. Bei Mitarbeitern wird dieses monatlich vom Gehalt abgezogen und berechnet sich nach Gehaltshöhe und Entfernung des Arbeitsplatzes zur Wohnung. Durch dieses in Deutschland einmalige Modell mit einem maximalen Betrag von derzeit 705 Euro/Jahr, sollen die Mitarbeiter bewegt werden, nicht mit dem Auto nach Bethel zu kommen.

Betheljahr
Als besondere Ausgestaltung des Freiwilliges Soziales Jahr freiwilligen sozialen Jahres bieten die v. Bodelschwinghschen Anstalten das sogenannte Betheljahr an, in dem Berufseinsteiger einen Einblick in die verschiedenen Tätigkeitsfelder bekommen können. Für die Ausgestaltung des Betheljahres werden die v. Bodelschwinghschen Anstalten 2006 mit dem Westfälischer Friedenspreis Westfälischen Friedenspreis ausgezeichnet.

Antenne Bethel
Bei Antenne Bethel handelt es sich um ein nicht-kommerzielles Radioprogramm für die v. Bodelschwinghschen Einrichtungen sowie den Stadtteil Gadderbaum. Es wird gemeinsam von behinderten und nicht-behinderten, ehrenamtlich tätigen Mitarbeitenden betrieben.

Bottelschwinger
Die Hausband in Bethel. Behinderte und nichtbehinderte Menschen machen gemeinsam Musik.

Siehe auch
* Evangelisches Krankenhaus Bielefeld * Eckardtsheim * Heimerziehung, Heilerziehungspflege

Literatur
* Wolfram Korn, Bärbel Bitter: Bethel und das Geld. Die ökonomische Entwicklung der v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel 1867-1998, ISBN 3922463894, Bethel-Verlag, Bielefeld, 1998. * Gisela Schwerdt: ''"Beth-El", Haus des Gottes.''; in: Der Minden-Ravensberger, 57. Jahrgang, 1985, S. 106-108.

Weblinks

- Homepage von Bethel * Peter Wensierski: [http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,druck-400215,00.html Heimkinder-Schicksale - "Wie geprügelte Hunde"] in Der Spiegel vom 11. Februar 2006 (Heimkritischer Artikel zur Geschichte der Diakonie-Einrichtg. Freistatt)
- http://www.bethel.de/bethel_de/ueber_uns/heimkinder/index.php (Reaktion Bethels auf Spiegel-Artikel)
- Homepage des Betheljahres - FSJ in Bethel
- bethpedia.de - Bethel-Wiki Kategorie:Diakonie Bethel, von Bodelschwinghsche Anstalten. Kategorie:Bielefeld Bethel, von Bodelschwinghsche Anstalten en:Bethel Institution

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