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QRN sur Bretzelburg

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'''QRN ruft Bretzelburg''' (''QRN sur Bretzelburg'') ist ein Comic aus der Reihe ''Spirou und Fantasio'', der 1961-1963 von dem Zeichner Franquin und dem Texter Greg geschaffen wurde. In dieser Geschichte reisen die beiden Hauptfiguren in ein deutschsprachiges Phantasieland. In der deutschen Bearbeitung von Rolf Kauka (1969) wurden die von den Urhebern bereits geschaffenen politischen Anspielungen auf die BRD-DDR-Situation der Sechziger Jahre abgeändert. Die Originalfassung und die Kauka-Übersetzung bieten somit eine reichlich Basis für Interpretationen der Polit-Satire.

Inhaltsangabe der französischen Originalversion
mit den Benennungen von Franquin und Greg (die Namen in Klammern beziehen sich auf die Übersetzungen von Rolf Kauka und dem Carlsen-Verlag, wenn sie vom Original abweichen, Beibeahlten der Originalbenennung ist mit "~" dargestellt): Das Marsupilami (Kokomiko, ~ ) verschluckt ein Transistorradio, wodurch der Funkverkehr zwischen dem Hobbyfunker Marcelin Switch (Robert Wanninger, Bruno Ukaweh) und dem ’’Roi Ladislas de Bretzelburg’’ (Stavo/Staatsratsvorsitzender/Genosse Spitzbart, König Ladislaus von Bretzelburg) gestört wird. Später wird Fantasio (Pit, ~ ), während er sich in Marcelins Haus aufhält, von zwei militant agierenden Agenten einer fremden Macht mit Marcelin verwechselt und statt ihm entführt. Spirou (Pikkolo, ~ ) und Marcelin führen das auf Bretzelburg zurück und fahren im Zug Paris-Brüssel-Zürich-Krollstadt (Bonhalla - Berlin O, ~ ) in das deutschsprachige Land Bretzelburg ( ~ , ~ ). Fantasio wird dort auf der Festung Schnapsfürmich (Burg Bretzelburg, Schloss Hohenstein) für Marcelin festgehalten und auf Veranlassung von General Schmetterling (Marschall Ivan Sownjet, ~ ) von Herr Dr. Kilikil ( ~ , ~ ) auf unterschiedliche Arten gefoltert. In Krollstadt (Berlin O, ~ ), einer Bretzelburger Stadt mit pedalbetriebenen Autobussen und mit Zeitungspapier bekleideten Passanten angelangt, erhalten Spirou und Marcelin Hilfe von der gut funktionierenden Untergrundbewegung der Bevölkerung. Aufgedeckt werden schließlich noch die üblen Machenschaften von General Schmetterling, welcher auch verkleidet als Farfalla (Marschall Musketier, Prinz Farfalla) im Nachbarreich Maquebasta (Bonhalla, Wichtenstein) auftritt. Dabei verkauft er Waffen und Waffenattrappen an Bretzelburg und an das von der Prinzessin (APO-Lina, - ) als Präsidentin regierende Nachbarreich.

Französische Albenausgabe von 1966
Die von Franquin ab 1961 mit Unterbrechungen gezeichnete Geschichte ist im Maximalfall 65 Seiten und einen Streifen lang. Für die gängige belgische Albenausgabe bei Dupuis musste sie auf 61 Seiten reduziert werden. Dabei wurden die ersten acht Seiten auf vier Seiten gekürzt, sowie ein Streifen, in welchem Fantasio mit zu kleinen Schuhen gefoltert wird, entfernt. Der letzte Streifen auf der letzten Seite zeigt einen Bretzelburger beim Wegkehren von überflüssigen Helmen und Ehrenabzeichen. In der Originalfassung sprechen die Anhänger von Schmetterling immer wieder einige Worte deutsch. Details in den Zeichnungen legen Anspielungen auf das Drittes Reich dritte Reich nahe.

’’Kauka-Übersetzung’’ von 1969 (QRN ruft Bretzelburg)
Einen politischen Comic mit Anspielung auf einen deutschen Staat hatte Kauka also bereits von den Urhebern enthalten (und nicht wie oft behauptet wird, dahingehend geändert). Kauka nutzte jedoch die Gunst der Stunde und machte aus dem französischen und dem deutschen Reich der Originalfassung eine Anspielung auf zwei deutsche Staaten, Bonhalla und Berlin O. Weiter verlegte er die Handlung auch in der Zeitdomäne und ließ sie, aus der Sicht von 1969, in der Zukunft um 1975 (mit der deutschen Tagespolitik von ca. 1968/1969) spielen. Die auf der letzten Seite feiernden Bretzelburger nehmen bereits die Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten vorweg. Somit war Kauka seiner Zeit nicht um sechs, sondern um 20 Jahre voraus. Für die Bearbeitung erhielt er die ungekürzte Version und veröffentlichte die Geschichte bedauerlicherweise im ummontierten Taschenbuchformat (im FF-Extra 2, 1969). Einige wenige Zeichnungen hat auch er wegfallen lassen, die Folterszene blieb jedoch. An einigen Sprechblasen – mit deutschen Worten – hat er sogar den Originaldruck unverändert belassen. Wenn von Kauka's sehr freier deutscher Bearbeitung der franko-belgischen Comic die Rede ist, werden fast immer Siggi und Babarras (Kauka's Asterix-Version) und ''QRN ruft Bretzelburg'' erwähnt. Bei Letzterer wird Einiges, was auf Franquin und Greg zurück geht (etwa die mit Zeitungspapier bekleideten Bretzelburger), Kauka unterstellt.

Carlsen-Ausgaben von 1987 und 2003 (QRN ruft Bretzelburg)
In der Bearbeitung von 1987 hielten sich die Übersetzer, wie es in jener Zeit üblich war, stärker ans Original. Einige Namen wurden eingedeutscht. Farfalla wurde 1987 – wohl irrtümlich – zu einem Prinzen. Der Kontrast, den einige Worte auf deutsch im sonst französischen Text hervorrufen, ging in der deutschen Bearbeitung notgedrungen verloren. Wegen vermehrtem Respekt gegenüber Comic-Literatur wurden die am Anfang der Geschichte gekürzten Zeichnungen wieder eingefügt. Der Streifen mit der Folterszene blieb weiterhin kommentarlos weg, was aber vielleicht auch daran gelegen hat, dass man wegen eines Streifens nicht 33 Seiten ummontieren wollte. In der Ausgabe von 2003 blieb es bei dieser Montage, jedoch wurde in den an die Geschichte anschließenden Erläuterungen der Streifen in einer etwas kleineren Größe mit deutschem Text abgebildet.

Weitere Aspekte
* Im Album ''Le dictateur et le champignon '' (dt. Champignons für den Diktator) von 1953 persifliert Franquin eine südamerikanische Militärdiktatur und zeigt auch hier bereits die Rolle der Rüstungsindustrie. In einem kurzen Streifen tritt Zantafio wie Adolf Hitler auf. Statussymbole werden ebenfalls benützt. * Der ursprüngliche Titel war QRM sur Bretzelburg. Im CB-Funk steht ''QRM'' für ''Störung durch andere Stationen'', ''QRN'' für ''Atmosphärische Störungen''. * Wenn Marcelin mit Spirou über Comic-Helden spricht, reagiert Spirou verärgert und mit falschen Antworten (in der Zeichnung und im Originaltext). Kauka nutzte die Stelle für Eigenlob und seine Figuren aus, Pikkolo gibt keine falschen Antworten. Bei Carlsen entspricht die Übersetzung dramaturgisch dem Original (jedoch teilweise mit Namensänderungen). * Der König wird vom General beim Fernsehen gestört, im Original will er sich ''Roquet-belles-oreilles'' (The Huckleberry Hound Show, 1958-1961) ansehen, bei Kauka interessiert er sich für "Bonanza" (1959-1973), bei Carlsen für "Denver" und "Alexis" (Dynasty, 1981-1989; Der Text ist wohl gegen die Zukunft nicht so resistent wie die Zeichnung, im Bild von Franquin bleibt es eine Geschichte aus den beginnenden Sechziger Jahren). * Ein Bretzelburger ist mit einer alten Zeitung (aus besseren Zeiten) bekleidet. Im Original und b. Carlsen nimmt er nur Bezug auf ein "d'avant/vorher". Kauka quantifziert diesen Inhalt, die Zeitung ist bei Kauka im 1969 erschienen Comic 35 Jahre alt (1969 - 35 = ...).

Veröffentlichungen (Primärliteratur) und Vernetzungen
*QRN sur Bretzelburg (Comic-Album von Dupuis, Kopierrechte 1966, Druck von 1989, Länge 61 Seiten) *FF-Extra 2 (Kauka-Verlag, 1969, Länge der Geschichte ''QRN ruft Bretzelburg'' im TB-Format: 125 Seiten) *QRN ruft Bretzelburg (Carlsen, 1987, Länge 65 Seiten) http://www.bdoubliees.com/journalspirou/sfigures6/spirou/qrn.htm (Unterschiede innerhalb der französischen Versionen) Kategorie:Comics en:QRN sur Bretzelburg fr:QRN sur Bretzelburg

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