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P.W.E. 10

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'''P.W.E. 10''' war ein amerikanisches Kriegsgefangenenlager in Heilbronn-Böckingen, das von Mai 1945 bis Dezember 1947 rund zwei Millionen Kriegsgefangenschaft Kriegsgefangene durchlaufen haben und das damit zu den größten Gefangenenlagern der Nachkriegszeit zählt.

Geschichte
Bild:Pwe10-heilbronn.jpg thumb|Lage von P.W.E. 10 innerhalb der heutigen Stadtgrenzen von Heilbronn Das Lager ''Prisoner-of-War-Enclosure 10'' (Kriegsgefangenen-Einzäunung 10) wurde im Mai 1945 auf der Trappenhöhe (heute: Wohngebiet Schanz) oberhalb von Heilbronn-Böckingen errichtet. Das Gelände war zuvor Ackerland, lediglich einige Bohrtürme der Kali Chemie hatten sich dort befunden. Der durch Stacheldraht abgesperrte Bereich schloss direkt an die Kreuzgrund (Böckingen) Kreuzgrund-Siedlung an, gegen die er zusätzlich mit Posten und Türmen abgesichert war, und dehnte sich von der Großgartacher Straße längs der Heidelberger Straße bis zu den Sandgruben von Heilbronn-Frankenbach Frankenbach aus. Die ersten Insassen des Lagers waren etwa 30.000 bis 40.000 Gefangene, die seit April 1945 in Heilbronn auf dem und um den VfR Heilbronn VfR-Sportplatz am Neckar auf blanker Erde zusammengepfercht waren. Auch im P.W.E. 10 gab es zunächst keine Zelte oder Baracken, so dass die Gefangenen auch hier in Erdlöchern hausen mussten. Das Lager war von Norden nach Süden in drei Bereiche („Cages“) unterteilt. Im nördlichen A-Cage befand sich ein Offizierslager, im B-Cage war ein SS- und Vernehmungslager und im südlichen C-Cage waren Mannschaften untergebracht. Das Lager diente insbesondere als Durchgangs- und Entlassungslager. Die hohe Durchlaufzahl von zwei Millionen Gefangenen erklärt sich daraus, dass viele Gefangene hier zum Weitertransport zur Zwangsarbeit nach Frankreich und Belgien gesammelt wurden. Die maximale Belegung dürfte ca. 300.000 Gefangene betragen haben, von denen jedoch rund 100.000 nur auf den Weitertransport nach Frankreich und Belgien gewartet haben. Im Dezember 1945 sollen sich rund 30.000 Gefangene im Lager befunden haben, darunter mehrere Tausend politische Gefangene aus dem Internierungslager Kornwestheim. Auch zu diesem Zeitpunkt müssen die Gefangenen noch ohne Decken auf dem gefrorenen Erdreich vegetieren. Die Lebensmittelversorgung im Lager war äußerst dürftig. Die amerikanischen Wachsoldaten schritten auch gegen Lebensmittelspenden aus der Bevölkerung ein. Vor dem Lager sollen 3000 Pakete mit Lebensmitteln des Roten Kreuzes vergammelt sein. Selbstmorde aus Hunger und Verzweiflung waren an der Tagesordnung. Der Heilbronner Pfarrer Theodor Zimmermann (1893–1974) schmuggelte im Mai 1945 ca. 5000 Brotlaibe in das Lager und eröffnete im August 1945 in Oberstenfeld ein Genesungsheim, in dem sich Tausende Entlassener von ihrem Aufenthalt in P.W.E. 10 erholen konnten. An Ostern 1946 wurde das Lager vorübergehend geräumt. Von September 1946 bis Mai 1947 diente P.W.E. 10 erneut als Entlassungslager. Inzwischen hatte man ein Baracken- und Zeltlager mit Öfen und Feldbetten, Krankenrevier und Küche errichtet. Das Lager wurde mit heimkehrenden Kriegsgefangenen aus Frankreich, England, Kanada und den USA belegt. Im Mai 1947 wurde das Lager zum Internierungslager umgewidmet und bis Jahresende für Personen verwendet, die als Nazi-Aktivisten eingestuft werden. Ende 1947 wurde das Lager aufgelöst. Von Mai 1945 bis März 1946 vermeldet das Rote Kreuz 378 Tote im Lager. Lagerpfarrer Zürn berichtete am 1. April 1947 über weitere fünf Tote seit 6. November 1946. Im Januar 1948 wurden in die Baracken deutsche Familien einquartiert, die ihre Bleibe während des Krieges oder durch das Hochwasser vom 20. Dezember 1947 verloren hatten. Im Jahr 1960 wurden die letzten Baracken abgebrannt und die Fördertürme der Kali Chemie abgerissen, um Platz für den Bau der Schanz-Siedlung zu schaffen.

Literatur
*Uwe Jacobi: ''Heilbronn - Die schönsten Jahre? Nachkriegszeit in einer deutschen Stadt.'' Verlag Heilbronner Stimme, Heilbronn 1984 Kategorie:Kriegsgefangenenlager Heilbronn Kategorie:Heilbronn

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