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Musica ficta

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Als '''Musica ficta''' (von Latein lat. ''fingere'', Partizip Perfekt Passiv PPP ''fictum'' „gestalten, (um)formen“; auch '''Musica falsa''' von lat. ''falsus'' „nachgemacht, unecht“; dt. etwa „abweichender Ton (Musik) Ton“) wurden in der Musiktheorie ab dem Beginn des 13. Jahrhunderts diejenigen Töne bezeichnet, die gemäß dem Solmisationssystem nicht in einem Hexachord vorkommen und nur durch Versetzungszeichen (\sharp und \flat) bzw. Transposition (Musik) Transposition des Hexachords auf einen ungebräuchlichen Ausgangston als leitereigen erreichbar sind. Der Begriff bezog sich zunächst allein auf den Hexachord, später auch auf Tonleiter Skalen.[http://www.sim.spk-berlin.de/pdf/hmt/HMT_SIM_Musica_falsa-musica_ficta.pdf Brigitte Sydow-Saak: ''Musica falsa/musica ficta'' In: ''Handwörterbuch der musikalischen Terminologie'' 18. Auslieferung 1990], abgerufen am 2. Februar 2007 Ein Grund dafür war die Vermeidung des Tritonus als ''diabolus in musica'', woher auch die Intervall (Musik) Intervallbezeichnung '''falsa quinta''' (etwa: „veränderte Quinte“) rührt. Bis zum 14. Jahrhundert wurde die bis ins 11. Jahrhundert tradierte Bezeichnung ''falsa'' verwendet, bis sich der Terminus ''ficta'' vor dem Hintergrund der veränderten Musikpraxis durchzusetzen beginnt. Das Attribut ''falsa'' hält sich zwar noch bis ins 16. Jahrhundert z. B. bei Gioseffo Zarlino, wird aber eher für Intervallbeziehungen verwendet. Diese Betrachtung leiterfremder Töne, die ohnehin nicht notiert wurden und erst in modernen Ausgaben im Notentext erscheinen, als „unnatürlich“ im Sinne des Hexachordsystems, steht im Gegensatz zur zeitgenössischen Vokalmusik Vokal- und Instrumentalmusik. Bereits seit Beginn des 12. Jahrhunderts hatte die Orgelmusik sämtliche Chromatik chromatischen Halbton Halbtöne genutzt. Die praktische Verwendung der ''fictae'' unterschied dabei die ''causa necessitatis'' (lat. „Notwendigkeit“), um im kontrapunktischen Satz eine Dissonanz zu vermeiden, von der ''causa pulchritudinis'' (lat. „Grund der Tonschönheit“) aus Ästhetik ästhetischen Überlegungen des Komponisten.Guido Adler (Hrsg.): ''Handbuch der Musikgeschichte''. Berlin 1930, S. 308 Mit der temperierten Stimmung (Musik) Stimmung verlor der Begriff im 16. Jahrhundert endgültig an Bedeutung.

Quellen


Literatur
Rudolf von Ficker: ''Beiträge zur Chromatik des 14. bis 16. Jahrhunderts''. In: ''Studien zur Musikwissenschaft'' 2, Artaria: Wien 1914 Kategorie:Musiktheorie en:Musica ficta es:Musica ficta fr:Musica ficta sv:Musica ficta

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