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K.D.St.V. Gothia Würzburg

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{{Löschantragstext|tag=23|jahr=2007|monat=März}}''Studentenverbindung. Der Wortschwall lässt keine Relevanz erkennen; Falls sie existiert, bitte herausarbeiten.'' 14:34, 23. Mär. 2007 (CET) ---- Die '''Katholische Deutsche Studentenverbindung Gothia Würzburg''' ist eine 1895 gegründete katholische farbentragende Studentenverbindung an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Sie ist Mitglied des Cartellverband der katholischen deutschen Studentenverbindungen (CV).

Geschichte


Gothias Tradition seit 1875 und ihre eigentliche Gründung 1895
Als Gründungsdatum der Gothia gilt der 19. Juni 1895, doch sie kann auf eine längere Tradition zurückblicken, da sie von ehemaligen Mitgliedern der Würzburger UV Unitas ins Leben gerufen wurde. Um die Ereignisse des Jahres 1895 besser verstehen zu können, soll zunächst die besondere Struktur der Unitas geschildert werden, die eine völlig aus katholischem Geist geschaffene Korporationsform darstellte. Im Gegensatz zu den anderen katholischen Verbänden, welche die Dachorganisation für selbständige Einzelverbindungen bzw. -vereine darstellten, verstand sich die Unitas als ein Verein mit mehreren Coeten (= Zweigvereine). Das bedeutete, dass die Eigenständigkeit der einzelnen Coeten erheblich eingeschränkt war. Ein weiteres Kennzeichen der Unitas war ihre stark theologische (deutlicher: klerikale) Ausrichtung: Sie nahm anfänglich nur Priesteramtskandidaten auf. Im Zuge der Auflockerung der Kulturkampfgesetze wurden die bis dahin geschlossenen Priesterseminare wieder geöffnet. In diesen waren die Theologiestudenten „kaserniert“, so dass sie kaum Gelegenheit hatten, in einer Korporation aktiv zu werden. Das führte zum Nachwuchsmangel in der Unitas und man entschloss sich daher, die Unitas auch für Nichttheologen zu öffnen. Trotz dieser Öffnung war die Unitas aber nach wie vor stark theologisch geprägt. Der Würzburger Coetus der Unitas wurde am 2. Februar 1875 gegründet. Zunächst war er ein rein katholisch-theologischer Studentenverein, der - wie alle Coeten der Unitas - sämtliche korporationsstudentischen Elemente wie Vollwichs, Comment und Zirkel strikt ablehnte. Die Würzburger theologische Fakultät war sehr berühmt und zog viele preußische Theologiestudenten, die vor dem Kulturkampf weichen mussten, an. Als dieser abflaute und die Theologen wieder in Preußen studieren konnten, entstand auch in der Würzburger Unitas Nachwuchsmangel. Deshalb wurde am 28. August 1889 der theologische Fachcharakter abgelegt. Im SS 1891 legte sich der Wissenschaftliche Katholische Studentenverein Unitas Würzburg, wie er seit 1889 hieß, als erster Coetus der Unitas eine Vollwichs zu; auch wurden Kneipen geschlagen und ein Comment bildete sich aus. Man betrachtete dieses als „''Zugeständnisse an die Außenwelt, die vielfach notwendig waren und bei der Fortentwicklung zum Nutzen gereichten''“. Der soeben zitierte Geschichtsschreiber der Würzburger Unitas konstatierte aber 1925 rückblickend, dass trotz der äußeren Zeichen gesagt werden konnte, dass ''„der Kern, das innere Sein der Unitas dabei unberührt blieb''“. Um dieses „innere Sein“ aber ging es unseren Gründern. Sie betrachteten viele Statuten als Hindernis für die Entfaltung des Vereins. Der seit mehreren Semestern bestehende Wunsch, die Statuten zu ändern, gipfelte im SS 1895 in einem Statutenentwurf, den eine Kommission unter der Federführung von Bbr. Franz Xaver Haegy vorlegte. Dieser Statutenentwurf wurde vom Convent des Würzburger Zweigvereins mit großer Mehrheit am 19. Juni 1895 angenommen. Er sah unter anderem die Umwandlung des Coetenverhältnisses in ein Kartell vor, was für die einzelnen Vereine größere Selbständigkeit bedeuten würde. Ferner sollten die drei Patronatsfeste abgeschafft werden. Diese Feste zu Ehren der Vereinspatrone Maria Immaculata, Thomas v. Aquin und Bonifatius sind mit Stiftungsfesten vergleichbar, hatten jedoch als Besonderheit, dass sie mit der Generalkommunion verbunden waren, d.h. dass sämtliche Mitglieder die Eucharistie empfangen mussten. Vergegenwärtigt man sich, dass früher in der Regel nur einmal jährlich kommuniziert wurde, die Unitarier dagegen aber dreimal jährlich die Eucharistie empfangen mussten, wird deutlich, wie stark die Coeten der Unitas ihre klerikale Ausrichtung bewahrt hatten. Auf dem oben erwähnten Convent war auch beschlossen worden, an den Statutenänderungen festzuhalten, und sich dem Beschluss der Generalversammlung, falls diese die Änderungen nicht annehmen würde, nicht zu unterwerfen. Die Conventsminderheit fand sich jedoch mit der Entscheidung nicht ab und „''appellierte unter tatkräftiger Unterstützung der Alten Herren an die Coeten Bonn und Münster''“. Wegen der Dringlichkeit wurde eine außerordentliche Generalversammlung (die zweite in der Geschichte des Verbandes!) nach Bonn einberufen. Da die außerordentliche Generalversammlung während des Semesters stattfand, wurde aus Würzburg lediglich eine Abordnung der „Rebellen“ entsandt. Sie wurden nicht ein-, sondern vorgeladen. Die Generalversammlung ging auf die Vorschläge nicht ein, sondern schloss die Wortführer ohne vorherige Anhörung aus. Das geschah am 27. Juni 1895. Die Mehrheit, die wohl schon ahnte, dass die Statutenänderungen nicht genehmigt werden würden, trat am Vorabend der Generalversammlung aus der Unitas aus. Diese verlor dadurch 29 Aktive und Inaktive, lediglich acht Studenten und das Philisterium verblieben dort. Noch 30 Jahre später heißt es in einer Festschrift der Würzburger Unitas: „''Die Krise des Sommerhalbjahres 1895 war von allergrößtem Ernst und brachte die Würzburger Unitas bis nahe an den Untergang.''“ An einer anderen Stelle wird das Jahr 1895 als „Unglücksjahr“ bezeichnet. Viele der damals abgelehnten Statutenänderungen übernahm der Verband übrigens einige Jahre später. Die meisten der Ausgetretenen bzw. Ausgeschlossenen sowie einige neu hinzugekommene Studenten stifteten am 29. Juni 1895 im Kaffeehaus Karl den Katholischen Studentenverein Gothia, welcher die Farben schwarz-gold-grün führte, sie aber nicht als Band und Mütze trug. Er erlangte am 17. Juli 1895 die Bestätigung des Akademischen Senats. Die entsprechende Urkunde dürfte von W. C. Röntgen in seiner Eigenschaft als Prorektor ausgestellt worden sein. Der 19. Juni gilt wegen des Conventsbeschlusses, der an diesem Tag angenommen wurde, als Gründungstag. Als Ausdruck ihrer Verbundenheit mit ihren bisherigen Idealen behielten die Gründer die Prinzipien der Unitas, virtus - scientia - amicitia, bei. Wichs und Fahne wurden in den Ferien beschafft. Die heute noch existierende sog. „Gründungsfahne“ war ein Geschenk des großen Gönners der Gothia, Georg Ohl, aus dem Jahre 1899, der Gothia auch sonst unterstützte. Seine Hilfe ist nicht hoch genug einzuschätzen. Wegen der Statutenänderungen galt Gothia übrigens bei einigen Geistlichen als antikatholische Bewegung - ein weiteres Zeichen dafür, wie aufsehenerregend dieser Schritt damals war. Dass diese Verdächtigungen unberechtigt waren, zeigen die am 19. Dezember 1895 im Fränkischen Volksblatt publizierten Zielsetzungen der jungen Korporation: „''Zweck des neugegründeten Vereins ist bekanntlich, neben und mit seinen älteren Vorgängern zur Hebung katholischen Lebens und Strebens in hiesigen Studentenkreisen beizutragen. Sein Ziel ist, katholische Studenten aus allen Fakultäten ohne Unterschied der Staatsangehörigkeit zu vereinigen, um auf der gemeinsamen Grundlage der Religion das Streben nach Wissenschaft und Tugend mit streng kirchlichem Geiste zu durchdringen.''“ Die ersten Gothenfüxe wurden am 20. Oktober 1895 recipiert. Am 2. November 1895 starb mit August Spang der erste Bundesbruder. Anlässlich seiner Überführung vom Juliusspital zum Bahnhof, die unter Teilnahme sämtlicher Korporationen stattfand, trat Gothia zum ersten Male in der Öffentlichkeit auf.

Die Zeit bis zum Beitritt in den CV
In den ersten Jahren war Gothia auf sich allein gestellt, sie verfügte weder über ein die junge Korporation unterstützendes Philisterium noch hatte sie Anschluss an ein Kartell; auch der Katholische Corporations-Convent (KCC), der Zusammenschluss aller Würzburger katholischen Verbindungen, nahm sie nicht auf. Auf Dauer war diese Stellung unhaltbar. Deshalb trat man im Sommer 1898 in ein Korrespondenzverhältnis zu Ripuaria-Bonn, beide gemeinsam gründeten am 18. Juni 1899 Burgundia- München. Dem aus diesen drei Korporationen bestehenden Verband Katholischer Studentenvereine (VKS) trat 1901 die Tochter der K.D.St.V. Ripuaria Bonn Ripuaria Bonn, Arminia Münster, bei. Der VKS trat mit einem glänzenden Kommers Ripuarias auf dem Katholikentag in Bonn 1900 erstmals an die Öffentlichkeit. Doch die Zeiten der kleinen Verbände waren vorbei. Wieder war es Gothia, welche die Zeichen der Zeit erkannte und seit 1901 auf einen Anschluss des VKS an einen größeren Verband drängte. Der VKS - man bezeichnete ihn auch als den Kleinen KV - stand im Grundsätzlichen den Auffassungen des KV nahe, so dass sich von daher ein Anschluss angeboten hätte. Dieses wurde auch von dem Ehrenmitglied Gothias, dem weit über Würzburg hinaus bekannten Theologen Prof. Dr. Herman Schell, sehr propagiert. Über die Grundsatzentscheidung, welchem Verband sich der VKS anschließen solle, kam es im Laufe des Jahres 1903 zu Meinungsverschiedenheiten unter den VKS-Schwestervereinen, welche schließlich zum Austritt Gothias aus dem VKS führten (vermutlich Ende 1903/Anfang 1904). Es war auch das Jahr 1903, in dem Gothia den Vorort des VKS stellte, Vorortspräsident war Bbr. Friedrich Störmer. Zunächst verhandelte man mit dem KV. Der K.St.V. Walhalla Würzburg, damals die einzige Würzburger Korporation im KV, befürchtete aber offensichtlich unliebsame Konkurrenz und hintertrieb auf der Generalversammlung des KV den Beitritt Gothias, den diese im SS 1904 beantragt hatte. Nach dem Scheitern der Aufnahme wandte sich der Bund an den CV. Die Überwindung innerer Widerstände - einige Philister waren von der Idee der Umwandlung des Vereins in eine farbentragende Verbindung zunächst nicht sonderlich angetan - und äußerer Schwierigkeiten verdankt Gothia dem Senior des WS 1904/05, Sebastian Heckelmann, sowie dem Philistersenior Prof. Dr. Dr. Johannes Hehn. Sie führten zielstrebig die vorbereitenden Verhandlungen mit dem CV, die durch die Cartellphilister Matt (Aenania, Markomannia) und Eichmann (Markomannia) erleichtert wurden. Ende Januar 1905 beschloss der Generalconvent, die Aufnahme in den CV zu beantragen. Am 2. März 1905 wurde Gothia als Freie Vereinigung unter dem Seniorat von Bbr. Valentin Henselmans in den CV aufgenommen. Am gleichen Abend fand die Semesterabschlusskneipe statt, zu der sich auch der Rektor der Universität, Prof. Dr. Sebastian Merkle (Ehrenmitglied seit dem 20. Oktober 1904), einfand. Er sprach Gothia seine Anerkennung dafür aus, dass „''sie gerade jetzt, wo das Odium der Gegner hauptsächlich auf den katholischen farbentragenden Verbindungen ruhe, so viel Wagemut und Entschlossenheit besitze, offen Farbe zu bekennen.''“ Hiermit spielte Merkle auf den sogenannten Akademischen Kulturkampf (1904 bis 1908) an. Den katholischen Verbindungen wurde von Liberalen und v.a. von den schlagenden Verbindungen vorgeworfen, Religionsfrieden und akademische Freiheit zu gefährden und die Reichsfeindschaft zu fördern. Katholischen Korporationen wurde die Existenzberechtigung abgesprochen und es kam zu behördlichen Verboten, zur völligen Missachtung und zu Schlägereien bis hin zum Totschlag. Am 17. August 1906 wurde Gothia nach Ablauf der bis heute im CV üblichen Probezeit vollberechtigte CV-Verbindung.

Die Ereignisse bis zum Ende des I. Weltkrieges
Die Jahre bis 1914 nahmen für Gothia einen geregelten Verlauf, in denen die innere Konsolidierung der Verbindung erfolgte. Man war in erster Linie Verbindungsstudent und erst in zweiter Linie Universitätsstudent. Anlässlich des 10. Stiftungsfestes 1905 wurde ein Hausbaufonds begründet. Gothia hatte angesehene Männer als Ehrenmitglieder wie die Universitätsprofessoren Henner, Merkle und Schell oder den Bamberger Erzbischof v. Abert; der Philistersenior und Gründer Prof. Dr. Dr. Johannes Hehn war 1912/13 Rektor der Universität. Die Verbindung hatte sich mittlerweile in Würzburg einen Namen gemacht; „''die besten Familien der Stadt rechneten es sich zur Ehre an, wenn ihre Töchter zu den gesellschaftlichen Veranstaltungen Gothias eingeladen wurden.''“ Es war Brauch, dass „''die Studierenden der einzelnen Fakultäten durch Vorträge aus ihrem Wissensgebiete ihre Kameraden über die verschiedenen Probleme der Wissenschaft auf dem Laufenden hielten.''“ - ein unitarisches Erbe. 1907 gründete sich auf Anregung von Bbr. Anton Fech ein sog. „Sozialer Zirkel“, der es sich zur Aufgabe machte, soziale Probleme der damaligen Gegenwart und das Phänomen der sozialistischen Bewegung zu diskutieren. Dass die Schwierigkeiten mit schlagenden Verbindungen auch nach dem Ende des Akademischen Kulturkampfes nicht beseitigt waren, zeigen die Vorfälle in Bamberg vom 16. Juli 1911 während des Abiturientenkommerses, auf dem es zu Streitigkeiten zwischen katholischen und Waffenstudenten kam, die schließlich dazu führten, dass ein Gothe außerhalb des Kommerssaales von mehr als 20 Waffenstudenten umringt wurde. Nur ein Eingreifen der Polizei verhinderte, dass er zusammengeschlagen wurde. Es herrschte allerdings auch unter den katholischen Korporationen nur manchmal Einigkeit; der KCC, in den Gothia mittlerweile aufgenommen worden war, funktionierte oftmals mehr schlecht als recht und auch im WCV waren Streitigkeiten nicht selten. Der Krieg unterbrach das Verbindungsleben, fast alle Bundesbrüder wurden eingezogen. Mit zunehmender Dauer des Krieges wurde die Nachwuchsfrage immer schwieriger. Die wenigsten Bundesbrüder weilten in Würzburg, so dass das Verbindungsleben aus „zwanglosen Abenden“ bestand. Im SS 1916 bezog die Verbindung ihr neues Heim im Weinhaus Stachel, womit die Verbindung nach Jahren mit häufig wechselnden Kneiplokalen - fünf innerhalb von 21 Jahren - endlich ein festes Heim gefunden hatte. 1917 zählte die Aktivitas noch sieben Mitglieder. Bbr. Egid Knoblach führte die Verbindungsgeschäfte und gab ein Mitteilungsblatt für die Gothen im Felde heraus. Im I. Weltkrieg verloren 24 Gothen, fast ein Drittel der Kriegsteilnehmer der Verbindung, ihr Leben.

Gothia in der Weimarer Republik
Der aktive Bundesbetrieb wurde erst wieder in vollem Umfang im SS 1919 aufgenommen, da die nach dem Waffenstillstand ausbrechenden bürgerkriegsähnlichen Unruhen (zahlreiche Versuche, in einzelnen Ländern und im Reich sozialistisch-kommunistische Regime zu installieren) die Bildung antikommunistischer Freikorps nach sich zog, in denen v.a. studentische Kriegsheimkehrer kämpften. Auch in Würzburg gab es Putschversuche linksgerichteter Gruppen, die die Unterstützung der sog. „Baierischen Räterepublik“ in München erstrebten. „''Wir stellten aber auch noch nachher unseren Mann, indem wir uns bei den Spartakisten-Unruhen im April 1919 den Freikorps zur Verfügung stellten. Mit dem Burschenband um die Brust verteidigten wir die Stützpunkte Rathaus, Residenz und Bahnhof gegen die Spartakisten.''“ (Bbr. Bonifaz Beck, einer der Teilnehmer) In Würzburg kämpften sehr viele Arbeiter und Studenten in den Freikorps. Im Januar 1919 wurde in Würzburg der „Zweckverband“ sämtlicher Korporationen ins Leben gerufen - ein Novum in Deutschland. Man wollte angesichts der Notsituation vieler Studenten eine gemeinsame Interessenvertretung schaffen. Die Nachkriegsjahre waren nicht mehr die goldenen Burschenjahre von einst, die Semester konnten nicht mehr so aufwendig gestaltet werden, da die meisten Studenten um ihr Dasein kämpfen mussten und Geld knapp war. Die Semester sollten so gestaltet werden, dass „''trotz verringerter Ausgaben die Disziplin und die Couleurbegeisterung nicht leiden ...''“; auch wollte man Studenten mit niedrigen monatlichen Wechseln nicht ausschließen - eine Einstellung übrigens, die bei Gothia vor dem Krieg nicht unbedingt selbstverständlich war. Aus der Nachkriegszeit stammt auch die bekannte Couleurkarte mit der Aufschrift: „''Willst Du Gothias Möbel retten, spare nicht mit den Moneten!''“, durch die die Alten Herren aufgerufen wurden, Geld für die im Gothenheim eingerichtete Wärmestube zu spenden, da viele Aktive ihre Studentenzimmer aus Geldmangel nicht heizen konnten und sich deshalb überwiegend im Gothenheim aufhielten. Es wurde gefordert, dass jeder Gothe seine persönlichen Interessen „''unter allen Umständen völlig rückhaltlos denen der Verbindung unterordnen''“ müsse. Als Hauptmittel dazu wurde eine straffe Disziplin angesehen, mittels derer die jungen Bundesbrüder „''zu uneigennütziger Unterwerfung unter ein hohes Ziel von allgemeinem Nutzen''“ erzogen werden sollten. Aufgrund dieser hohen Ansprüche legten viele Füxe noch vor ihrer Burschung das Band ab, doch das nahm die Verbindung in Kauf. Hier zeichnet sich das Fundament ab, auf dem Gothia zu höchster Blüte gelangte. Unser 1991 verstorbener Bbr. Dr. Hans Dünninger (rec. 1947) schreibt über diese Zeit: „''Es war eine Aera, welche Gothia größtes Ansehen nicht nur bei der Studenten- und Dozentenschaft, sondern auch in breiten Kreisen der Bevölkerung unserer Musenstadt verschaffte. Wenn die aktive Gothia jemals wieder ein solches Maß an Leistungsfähigkeit zu erreichen bestrebt ist, dann gilt es nicht zuletzt an diese Epoche und ihre Leitsätze anzuknüpfen, deren oberster war: Salus Gothiae suprema lex esto!; ein hartes, bedingungsloses: Gothia über alles! und nicht etwa ein barmherziger, alles zudeckender Ruf: Freundschaft, Freundschaft! ... Die prinzipielle Freundschaft in der Verbindung darf nicht Selbstzweck werden, sondern sie muß Dienerin sein unserer lieben Gothia!''“ Zwei Gründe für diese Blüte sollen allerdings noch explizit erwähnt werden. Zum einen bewirkte der Erwerb des Hauses eine deutliche Erhöhung der Receptionszahlen, zum anderen wirkte besonders Bbr. Hans Lang durch sein Vorbild und seine Aktivitäten für die Hochschulpolitik, den CV und die Verbindung selbst sehr prägend. Die wichtigsten Ereignisse dieser Zeit: * Im Jahre 1921 trat Gothia zusammen mit den übrigen Verbindungen des WCV dem Hochschulring Deutscher Art (HDA) bei. Dieser hatte das Ziel, korporierte und nichtkorporierte Studenten zusammenzuschließen, um den Wiederaufstieg Deutschlands auf völkisch-politischer Grundlage zu erreichen. Er geriet rasch in antisemitisches und antikatholisches Fahrwasser, und Gothia trat als erste Korporation des WCV wegen einer Entschließung des HDA im Zusammenhang mit dem Hitler-Putsch vom 8./9. November 1923 aus. In dieser Entschließung wurde der bayerische Kultusminister Bbr. Dr. Matt stark kritisiert und man sprach ihm das Misstrauen aus. Das war der letzte Anstoß für Gothia, aus dem HDA, der mittlerweile radikaler geworden war, auszutreten. * 1926 erwarb die Verbindung das Anwesen Leutfresserweg 10 - in Würzburg bis heute besser bekannt als „Gothenburg“. Der Bischof von Würzburg, Dr. Matthias Ehrenfried (1924 - 1948), weihte das neuerworbene Haus am 31. Oktober 1926 ein, gleichfalls aus diesem Anlass übermittelte Papst Pius XI. seinen Apostolischen Segen. Seit dem 1. Februar 1927 war Bischof Dr. Ehrenfried Ehrenprotektor der Verbindung. Er war mit Gothia eng verbunden und nahm an ihren Geschicken großen Anteil. Ihm zu Ehren wurde alljährlich an seinem Namenstag eine Bischofskneipe geschlagen. Ebenfalls 1927 fand der 10. Deutsche Studententag in Würzburg statt. Bbr. Hans Lang war 1. ASTA-Vorsitzender und in dieser Eigenschaft schlug er vor ca. 4.000 Anwesenden den größten Kommers, der je in Deutschland geschlagen wurde und trug die Universitätsfahne in Gothenwichs beim Festzug durch die Stadt. * Gothia errang in diversen Universitäts-Sportwettkämpfen die 1. und 2. Plätze, verschiedene Bundesbrüder hatten maßgebliche Funktionen in der studentischen Selbstverwaltung inne. 10 - 20 Füxe waren die Regel, im WS 1928/29 waren es 32 Füxe. Der Nationalsozialistische Deutsche Studentenbund (NSDStB) kandidierte 1928 erstmalig für den Würzburger ASTA. Der Gothenconvent beschloss am 4. Februar 1930, also noch vor dem Unvereinbarkeitsbeschluss der deutschen Bischöfe, einstimmig, dass „''ein Bundesbruder nicht Nationalsozialist sein könne, ohne dadurch gegen das Prinzip Katholizität zu verstoßen''“, und verbot es unter Androhung des Ausschlusses. In der „Gothia“ vom März 1931 schrieb Bbr. Joseph Schneeberger hierzu: „''Als einzige der WCV-Korporationen hatten wir eine feste Stellungnahme zum Problem Nationalsozialismus, das für uns kein politisches, sondern vielmehr ein weltanschauliches ist. Diese feste Stellungnahme hat uns die Kraft gegeben, ... beim CV die bekannten hochschulpolitischen Beschlüsse mit anzuregen und hat uns ... im Innern eine Geschlossenheit gegeben, die uns im Hinblick auf andere von politischen Kämpfen durchtobte Verbindungen mit Stolz und Freude erfüllen muß.''“ Bereits in den zwanziger Jahren hatte sich Gothia im KCC engagiert, welcher im ASTA die einzige wirkliche Opposition gegen den wachsenden Trend nach rechts darstellte. Anlässlich des 350. Stiftungsfestes der Universität im Jahr 1932 schlug Bbr. Norbert Riedmiller in seiner Eigenschaft als 1. ASTA-Vorsitzender den Festkommers. In dieser Zeit blieb den Aktiven lediglich ein freier Tag pro Woche, die restliche Zeit war für die Verbindung bestimmt. Der Senior des SS 1932 schrieb in der „Gothia“: „''Unsere Verbindung lehrt uns, radikal zu sein gegen uns selber, im Dienste von Volk und Staat uns selbst nicht zu schonen und den Radikalismus durch die Tat zu bekämpfen. ... Die Verbindung bildet Männer, die im Leben für eine christliche Kultur eintreten, die das Ethos auch in der Wissenschaft betonen.''“ Das war der tiefere Sinn jenes harten, bedingungslosen „Gothia über alles“. Beispiele für diese Haltung sind die Bundesbrüder Dr. Ernst Döhling, Pfr. Antonius Schwarz und Dr. Joseph Warmuth, die dem NS-Regime unter Einsatz ihres Lebens Widerstand leisteten.

Von der „Machtergreifung“ Hitlers bis zur Auflösung 1935
Es kam das Jahr 1933. Bbr. Philipp Zöller (rec. 1933) trifft die Stimmung wohl sehr gut, wenn er rückblickend schreibt: „''Politische Spannungen in der Aktivitas gab es keine, da wir einerseits doch recht brave Katholiken waren, andererseits der Nationalsozialismus uns jungen Menschen anfänglich in vielen Dingen doch recht zusagte.''“ Gothia machte mit dem neuen Regime bald Bekanntschaft. Am 18. März 1933 durchsuchten Polizei und SA das Verbindungshaus nach Waffen, da Gothia in der Disziplin Wehrsport dreimal Universitätssieger gewesen war und katholische Korporationen als potentielle Gegner betrachtet wurden. Die Verbindung war denunziert worden mit der Behauptung, sie verfüge über erhebliche militärische Ausrüstungsgegenstände. Dies war insoweit richtig, als der damalige Philistersenior Bbr. Dr. Hans Lang - als Mitglied der Bayerischen Volkspartei und der Bayernwacht als Gegner des Nationalsozialismus bekannt - Waffen der Bayernwacht auf dem Haus versteckt hatte. Sie konnten allerdings noch rechtzeitig durch ein Täuschungsmanöver vom Verbindungshaus geschafft werden. Der Philistersenior musste wegen seiner Gegnerschaft zur Partei nach einigen Monaten von seinem Amt zurücktreten. Er gehörte zu den zahlreichen Gothen, die - z.T. erhebliche - Schwierigkeiten mit dem NS-Regime hatten. Gegen Ende des Sommersemesters 1933 ereignete sich folgender Vorfall, dessen Schilderung Bbr. Dr. Joseph Schneider überlassen werden soll: :„''Zu Beginn des ‚Tausendjährigen Reiches‘, als unsere Verbindung schwer unter dem Druck des NS-Studentenbundes stand, bekam unsere Aktivitas von Seiten der Studentenschaft und des Rektorats der Universität die Auflage, einen 'halbarischen' Bundesbruder zu entlassen. (Diese Tatsache war nur ganz wenigen bekannt.) Im Falle der Nichtbefolgung würde unsere Verbindung als staatsfeindlich erklärt und aufgelöst. Und der rasch zusammengerufene außerordentliche BC hat damals unter meinem unvergesslichen Leibfuxen Ferdinand Wehage beschlossen, sich lieber aufzulösen als diesen Bundesbruder fallen zu lassen. Einstimmig wurde dieser Antrag angenommen, obwohl für manche Bundesbrüder, besonders für die damaligen Chargen, zumindest die Relegation von der Universität drohte. Das war der große Sieg der Bundesbrüderlichkeit! Dass der betreffende Bundesbruder schon, ohne das Ereignis des Conventes abzuwarten, seinerseits seinen formellen Austritt erklärt hatte, obwohl sein Herz an Gothia hing, schmälert nicht die Achtung, die dem damaligen Convent für seine mannhafte Haltung zu zollen ist''.“ Dieser Bundesbruder - Norbert Riedmiller - gehörte bei der Wiederbegründung Gothias nach dem Kriege übrigens zu den Männern der ersten Stunde! Der Cumulativ-Convent des Stiftungsfestes 1933 machte „''sämtlichen Bundesbrüdern tätige Mitarbeit am neuen Staate zur Pflicht''“ - eine fast wörtliche Wiedergabe aus der bayerischen Studentenrechtsverordnung vom 28. April 1933. Das Führerprinzip hielt auch in unserer Verbindung Einzug. Nachdem der CV einen Führer bekommen hatte, bekam auch Gothia in Gestalt von Bbr. Dr. Max Beck einen Verbindungsführer, der die Stellung des Philisterseniors einnahm. Er wurde am 24. Oktober 1933 vom Führer des CV ernannt. Der Aktivitas wurde ein Kameradschaftsführer vorangestellt. Man spürte, dass das Verbindungsleben nicht mehr so weitergehen konnte, da der Staat gerade den katholischen Verbindungen feindlich gegenüberstand. Aus dem Bestreben, den Fortbestand der Gothia zu sichern, lassen sich einige Maßnahmen und Beschlüsse des WS 1933/34 erklären: Alle Bundesbrüder vom 1. bis zum 4. Hochschulsemester sind zur Mitgliedschaft in einem Wehrverband der NSDAP verpflichtet. (Man muss hinzufügen, dass Immatrikulation bzw. Rückmeldung nur mit Nachweis der Teilnahme an einer einjährigen Sport- und Wehrausbildung bei Stahlhelm, SA oder SS möglich war. Der Convent „empfahl“ den Stahlhelm, eine ursprünglich monarchistisch ausgerichtete Wehrorganisation, die ab 1930 von der NSDAP schrittweise unterwandert worden war; also die „harmloseste“ der drei Organisationen.) In Couleur ist mit Deutschem Gruß zu grüßen. Diejenigen, die sich noch nicht zu einem Abschlussexamen gemeldet haben, müssen dem NSDStB angehören. Einrichtung einer Wohnkameradschaft. Die Einrichtung einer Kameradschaft war Bedingung für das Fortbestehen der Korporationen, denn alle Korporationen, die sich weigerten, sollten suspendiert werden. Alle Studenten, die im WS 1933/34 ihr Studium aufnahmen, mussten zwei Semester einem Kameradschaftshaus (Einrichtung des NSDStB) oder drei Semester einer Wohnkameradschaft (Einrichtung einer Verbindung) angehören. Ziel dieser Maßnahme war die Erziehung der Studenten im nationalsozialistischen Geist. Um das auch in den Korporationen zu gewährleisten, musste der Kameradschaftsführer ein Semester in einem Kameradschaftshaus zugebracht haben. Gothia richtete also eine Wohnkameradschaft ein. Der Kneipsaal wurde in einen Schlafsaal verwandelt; der Tag begann um 6.30 Uhr mit Frühsport, abends war nach dem Essen politische Schulung, anschließend gegen 20.00 Uhr Wehrdienst oder Korporationsveranstaltungen. Hört man allerdings die Erinnerungen von Bundesbrüdern, die damals aktiv waren, so ergibt sich ein ganz anderes Bild: An politische Schulungen kann sich niemand erinnern. Das Verbindungsleben wurde wie in den Jahren zuvor gepflegt, man hielt intern an den althergebrachten Formen und Gebräuchen fest und ging nur die notwendigsten Kompromisse ein. Diese Diskrepanz erklärt sich aus dem Umstand, dass Wochenprogramm und Semesterbericht bei der Studentenführung vorgelegt werden mussten und entsprechend „frisiert“ waren. Auf der 62. C.V. am 14./15. April 1934 in Münster wurde das Katholizitätsprinzip aus fragwürdigem Selbsterhaltungstrieb aufgehoben. Begründet wurde die Aufhebung interessanterweise damit, „''den Nationalsozialismus in unseren Reihen bis zur letzten Konsequenz durchzuführen.''“ (aus: Bericht über die 62. C.V. vom 14. und 15. April 1934 in Münster i. W.) Aus der K.D.St.V. Gothia war die DStV Gothia geworden. Trotz der Aufgabe des Katholizitätsprinzips, das den Verbindungen des CV aufoktroyiert wurde, ist niemals ein Nichtkatholik bei Gothia recipiert worden! Überhaupt wurde das Prinzip 'religio' in keiner Weise vernachlässigt. Da der SA-Dienst sonntags um 7 Uhr begann (mit Sicherheit kein Zufall!), standen die Gothen 1 1/2 Stunden früher auf, um den Gottesdienst besuchen zu können. Der Verbindungsführer schrieb am 23. Juli 1934: „''In diesem Kampf der Geister aber wird sich die Notwendigkeit der positiv christlichen Verbände und Verbindungen erweisen, wenn es gilt, den Glauben unserer Väter zu verteidigen.''“ Es wurde immer wieder betont, dass sich trotz der neuen Formen nichts an den Prinzipien geändert habe, denn das Philisterium stand der Kameradschaft sehr skeptisch gegenüber. Das SS 1934 war laut Bericht des Seniors durch die starke Beanspruchung der Aktiven durch Studium, SA-Dienst und Verbindung gekennzeichnet. Die Wohnkameradschaft sei von maßgebender Stelle als vorbildlich anerkannt worden, allerdings war die Nachwuchsfrage wie bei den anderen Würzburger Verbindungen ein Problem. An der Fronleichnamsprozession 1934 nahmen die katholischen Korporationen in gewohnter Weise teil. Bei Hochschulveranstaltungen hieß es immer öfter, dass das Chargieren unerwünscht sei - wie die Verbindungen überhaupt beim neuen Regime unerwünscht waren. Als die katholischen Korporationen - wie die anderen Verbindungen auch - beim Umzug zum 1. Mai chargierten, grölten SA- und SS-Männer: „''Stellt die Schwarzen an die Wand!''“ Schon im September tauchten abermals Probleme auf. Der Führer der Würzburger Studentenschaft hatte verfügt, dass von den Wohnkameradschaften der Korporationen nur noch fünf für das WS 1934/35 anerkannt werden sollten: Akad. Gesangverein, Teutonia, Nassovia, Walhalla und Markomannia. Auf Betreiben der Burschenschaften wurde diese Verfügung zurückgenommen. Es sollte die Anerkennung der Verbindungen als Kameradschaft in jedem Einzelfalle überprüft werden. Für die Verbindungen bedeutete das eine große Unsicherheit in Hinblick auf ihr Fortbestehen. Am 25. Oktober erklärte der Reichsunterrichtsminister Rust, dass „''die Pflege der Wohnkameradschaft auf der Grundlage der Freiwilligkeit aufzubauen sei''“. Der Bestand schien gesichert, so dass man endlich das Semesterprogramm festlegen konnte. So ging die Verbindung optimistisch in das WS 1934/35. Der Verbindungsführer schrieb im Dezember 1934: „''In neuer Bahn zwar bewegt sich zu einem großen Teil unser Verbindungsleben. Aber unveränderlich halten wir auch hierbei fest an den durch die Tradition geheiligten Grundsätzen, welche einstens die Gründer unserer Verbindung beseelten.''“ Man wollte „''das traditionell Gute der alten Zeit mit den neuen Ideen des Nationalsozialismus verbinden''“, da noch keine endgültigen Richtlinien vom NSDStB, dem alle Wohnkameradschaften unterstanden, für die Erziehung im neuen Geist herausgegeben worden waren - so der Kameradschaftsführer ebenfalls im Dezember 1934. Zu Beginn des WS 1934/35 wurde ein Fux recipiert, der sich stark im NS-Studentenbund engagierte. Dieser Fux lauschte den Gesprächen der Bundesbrüder und stenographierte alle regimekritischen Äußerungen mit. Seine „gesammelten Werke“ übergab er später über den NSDStB der Geheimen Staatspolizei (Gestapo). Diese leitete das belastende Paket an den Rektor der Universität weiter, ohne selbst aktiv zu werden: Die Verbindung wurde suspendiert; allerdings wurde das Material dem Verbindungsführer Bbr. Kilian Röschert zur Stellungnahme übermittelt. Dieser konnte in Verhandlungen mit der Universitätsleitung eine Wiederzulassung der Gothia zum SS 1935 erreichen. Die Chargen des Sommersemesters mussten dem Rektor, der im übrigen selbst korporiert war und den Verbindungen wohlwollend gegenüberstand, in die Hand geloben, dass „so eine Schweinerei“ nicht mehr vorkommen dürfe. Im Mai 1935 rief der Philisterkassier seine Conphilister zur Zahlung der Beiträge auf mit der Begründung, die Zeit der Ungewissheit sei beendet, der Bestand der Verbindungen im nationalsozialistischen Staate sei durch die Gründung der „Gemeinschaft studentischer Verbände“ (Eine am 12. Januar 1935 gegründete Gesamtvertretung des größten Teils des Verbindungsstudententums; Staatssekretär Lammers wollte eine Hilfskonstruktion schaffen, mit der die Verbände unter nationalsozialistischem Vorzeichen weiter bestehen konnten. Dies erwies sich jedoch nach kurzer Zeit wegen der unterschiedlichen Auffassungen der Verbände gegenüber dem Absolutheitsanspruch der NSDAP als aussichtslos, so dass Lammers am 9. September 1935 zurücktrat.) gesichert. Der Philisterkassier schloss mit den Worten: „''... nehmt die Versicherung mit nach Hause, daß bei uns in den neuen Formen des Verbindungslebens alter Gothengeist lebendig ist!''“ Vom 9. bis 11. Juni 1935 wurde noch das 40. Stiftungsfest „rauschend gefeiert“. Doch dann ging es Schlag auf Schlag: Am 24. Juni 1935 erschienen die „''grundlegenden Richtlinien für die weltanschaulich-politische Erziehung der Korporationen''“. Diese Richtlinien gingen an alle Würzburger Verbindungen mit Ausnahme der „ehemaligen katholischen Bünde“: # Der NSDStB arbeite seit drei Semestern im wesentlichen auf der Grundlage der jetzt erlassenen Richtlinien mit den Korporationen zusammen. Dabei habe man die Unzulänglichkeit der ehemaligen katholischen Bünde in nationalsozialistischer Hinsicht feststellen können. # Die betreffenden Verbindungen hätten für die politischen Schulungslager des NSDStB keine geeigneten Leute nennen können, die sich als zuverlässige Nationalsozialisten bewährten. # Durch das Chargieren am Fronleichnamstag 1935 hätten die katholischen Verbindungen zum Ausdruck gebracht, daß sie es mit der Aufgabe des konfessionellen Prinzips nicht ernst nähmen. Aus diesen drei Gründen wurden die katholischen Verbindungen von der Mitarbeit im NSDStB mit Wirkung vom 1. Juli 1935 ausgeschlossen. Der Gaustudentenbundsführer von Mainfranken, Schenk, kam deshalb in einem Schreiben an den Münchener NSDStB zu folgendem Schluss: „''Es wird höchste Zeit, daß diese Korporationen in ihrem Bestehen von Staats und Partei wegen verhindert werden.''“ Der Führer des NSDStB, Albert Derichsweiler, gab am 13. September 1935 bekannt, dass ab dem 1. November 1935 jeder Student zu erklären habe, ob er einer Korporation oder dem NSDStB beitreten wolle. Damit war den Korporationen die künftige Existenz faktisch genommen. Hatte er doch schon am 13. September 1935 erklärt: „''Was jetzt noch auf der deutschen Hochschule mit Mütze und Band herumläuft, das ist für uns Reaktion, gegen die wir angehen werden.''“ Es sollten überhaupt nur einige Verbindungen vom NS-Studentenbund anerkannt werden, so dass diese fortbestehen könnten, wenngleich nur in bestimmter Form. Ausdrücklich ausgenommen waren die ehemals katholischen Korporationen. Die katholischen Studentenverbände galten den Nationalsozialisten als staatsfeindlich, weil aus ihnen bedeutende Zentrumspolitiker hervorgegangen waren und sie sich schon frühzeitig gegen den Nationalsozialismus ausgesprochen hatten. Am 27. Oktober 1935 wurde auf einer Verbandstagung in Würzburg die Auflösung des CV beschlossen. Am 22. Oktober berief der Verbindungsführer eine Generalversammlung der Gothia für den 3. November 1935 ein, die sich mit der weiteren Entwicklung der Verbindung beschäftigen sollte. Der Generalversammlung ging am Abend vorher eine Kneipe voraus. Auf der Versammlung selbst wurde die Auflösung der aktiven Verbindung beschlossen, nachdem sich der Gründungsphilister Bbr. Dr. Michael Gernert dafür ausgesprochen hatte. Die Selbstauflösung kam nicht überraschend. Ende Juli 1935 wurden alle Füxe unabhängig von ihrem Receptionsdatum geburscht, da man wohl ahnte, dass eine Verbindungsarbeit im Sinne der Prinzipien virtus, scientia und amicitia in Zukunft nicht mehr möglich sein würde. Die Auflösung wurde schweren Herzens vollzogen, es erklang noch einmal das Bundeslied. „''Wir standen in feierlicher Runde, mehr als 50 Männer und alle weinten wir, als wenn der Tod uns das Liebste genommen hätte. Dann drückten wir uns die Hände - zum Gelöbnis mehr denn zum Abschied.''“ Man gab Bbr. Gernert als Gründungsphilister den Auftrag, den die Gründer nachfolgenden Gothengenerationen gegeben hatten, zurück. Er bestätigte, dass sie nach dem Willen der Gründer gelebt und die ihnen gestellten Aufgaben erfüllt hätten. Zuletzt wurde - was höchst ungewöhnlich war - gemeinsam ein Landesvater gestochen, wodurch die versammelten Gothen trotz oder vielleicht auch wegen der letztlich erzwungenen Auflösung ihren Burscheneid symbolisch erneuerten. Die Altherrenschaft blieb weiter bestehen, zusammengeschlossen im schon früher bestehenden Altherrenverband. Bbr. Dr. Joseph Schneider sagte in seiner Rede beim Stiftungsfest 1958 rückblickend : „''... Und heute noch bin ich stolz darauf, daß wir als erste katholische Korporation in Würzburg die Konsequenz zogen und uns freiwillig auflösten und so gewissermaßen in den Untergrund gingen. Denn erloschen war Gothia nie! Man konnte uns zwar de iure, besser gesagt de iniurio aus der Welt schaffen, aber nicht de facto. Ich erinnere nur an die Tatsache, daß die damals in Würzburg anwesenden Bundesbrüder, sowohl Aktive wie Inaktive und Alte Herren gerade bei unseren Kegel-abenden weit zahlreicher erschienen als früher zu manchen offiziellen Veranstaltungen unserer Verbindung.''“ Nach der Auflösung der aktiven Verbindung wurden Haus und Grundstück verkauft. Ein Viertel des Grundstücks wurde formell im Grundbuch Bbr. Alois Roth überschrieben. Am 20. Juni 1938 wurden die Auflösung des Vereins „Gothenheim e.V.“ und des Altherrenverbandes durch Gestapo-Erlass verfügt. Das geschah im Rahmen der Auflösung sämtlicher katholischer Studenten- und Akademikerverbände durch den Reichsführer SS und Reichsinnenminister Heinrich Himmler. Im Juli dieses Jahres wurde auf den nicht verkauften Teil des Grundstücks im Auftrag der Gestapo ein Veräußerungs- und Belastungsverbot eingetragen, im September belegte sie die Konten des Gothenheimvereins mit einem Sperrvermerk. 1939 drängte die Gestapo auf beschleunigte Auflösung des Vereins, im Jahre 1940 erfolgte die Beschlagnahme von fünf Kneiptischen und 10 bis 20 Kneipstühlen. Auch während der Kriegsjahre rissen die Kontakte unter den Bundesbrüdern nie ganz ab. Insgesamt verloren 20 Bundesbrüder im II. Weltkrieg ihr Leben. Kategorie:CV-Verbindung Gothia

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