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I. Städtischer Friedhof Eisackstraße

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Der '''I. Städtische Friedhof Eisackstraße''' in Berlin befindet sich im Ortsteil Berlin-Schöneberg Schöneberg des Bezirk Tempelhof-Schöneberg Bezirks Tempelhof-Schöneberg. Er wurde 1883 angelegt. Verkleinerungen des Friedhofs erfolgten im Rahmen des Ausbaues Berlins zur Welthauptstadt Germania und durch den Bau der Stadtautobahn.

Geschichte


selbstständiges Schöneberg
Bild:1909-05-01 Friedhof Eisackstr.jpg thumb|Ursprüngliche Ausdehnung und Lage des Friedhofs Der 1883 angelegte Friedhof war der erste Gemeindefriedhof von Schöneberg. Seine Größe betrug damals 44.133 m², wovon 7.605 m² auf die Wege entfielen.''Übersichts-Plan des 1. städtischen Friedhofes in der Maxstrasse'', Archiv zur Geschichte von Tempelhof und Schöneberg

Weimarer Republik
Mit der Eingemeindung Schönebergs nach Groß-Berlin wurde der Friedhof 1920 ein städtischer Friedhof des neu entstandenen Stadtbezirks Schöneberg von Berlin. Im Zuge von Planungen für das Südgelände sollte langfristig der Friedhof in einen Park umgewandelt werden. Am 23. Februar 1928 beschloss das Bezirksamt die Schließung des Friedhofs. Die Abstimmung mit Magistrat und Polizeipräsidenten zog sich über eineinhalb Jahre hin und erst am 10. September 1929 genehmigt der Polizeipräsident die Schließung.Landesarchiv Berlin, A Rep. 009 Nr. 32347 Nachdem jedoch bereits 1932 ein Mangel an Grabstellen auftrat, wurde der Friedhof wieder eröffnet.Helmut Winz: ''Es war in Schöneberg / Aus 700 Jahren Schöneberger Geschichte''. Bezirksamt Schöneberg von Berlin (Hrsg.), Berlin 1964 Bis 1944 sollte noch bestattet werden, so dass nach Ablauf der 25jährigen Ruhefrist das Gelände ab 1969 für andere Zwecke zur Verfügung gestanden hätte.

Zeit des Nationalsozialismus
Bild:2006-08-05 friedhof eisackstr grab wilde.jpg thumb|left|Ehrengrab für Rudolph Wilde Im Zuge des geplanten Umbaus Berlins zur Welthauptstadt Germania sollte im Bereich des heutigen Bahnhofs Bahnhof Berlin Südkreuz Südkreuz der monumentale Südbahnhof entstehen. Die Auswirkungen der Umgestaltung der Gleisanlagen reichten bis zum Schöneberger Friedhof. Im Februar 1938 teilte die Deutsche Reichsbahn Reichsbahn mit, dass sie in diesem Zusammenhang eine im nordöstlichen Bereich, schräg über den Friedhof verlaufende Fläche für eine Bahntrasse benötige. Baubeginn sollte bereits im Juni des gleichen Jahres sein. Aber die Trassenplanung der Reichsbahn wurde erst im Januar 1939 abgeschlossen. Die Entwidmung der Fläche durch den Polizeipräsidenten erfolgte am 3. April 1939. Am 19. Juni begannen die Abtransporte der Grabsteine, einen Monat später, am 17. Juli, die Umbettungen. Wenn die Nachfahren keine neue Grabstelle auf einem anderen Friedhof erwarben, erfolgte die Umbettung auf den Wilmersdorfer Waldfriedhof oder auf den noch abgelegeneren Friedhof Güterfelde. Auch das Grab von Rudolph Wilde, dem ersten Bürgermeister von Schöneberg, war betroffen und wurde in den verbleibenden Friedhofsteil verlegt. Am 9. August 1939 waren die Umbettungen beendet. Insgesamt wurden 2.778 Umbettungen durchgeführt.Landesarchiv Berlin, A Rep. 009 Nr. 31447 Bild:Der Schlaefer von Hermann Hosaeus.jpg thumb|Skulptur „Der Schlaf“ von Hermann Hosaeus Die Friedhofskapelle und die Aborträume, die ebenfalls auf der Bahntrasse lagen, wurden vorerst nicht abgerissen und weiter benutzt. Ein im Juli 1939 entworfener Ersatzbau''Plan für ein neues Büro und Unterkunftshaus auf dem Friedhof Maxstraße in Schöneberg'', Archiv zur Geschichte von Tempelhof und Schöneberg wurde nicht realisiert. Noch im März 1942 frage die Friedhofsverwaltung bei der Reichsbahn an, wann mit einem Abriß der Friedhofsbauten zu rechnen sei.Landesarchiv Berlin, A Rep. 009 Nr. 31447 Nachdem die Kapelle für die „Germania-Pläne“ nicht abgerissen wurde, erfolgte ihre Zerstörung im Zweiten Weltkrieg. Der Anbau mit Büro und Aufenthaltsraum blieb jedoch erhalten und der Aufenthaltsraum wurde nun in der Nachkriegszeit in eine kleine Feierhalle umgebaut.Plan ''I. Friedhof Max-Str., Abt. I'', 14.10.1958, Archiv zur Geschichte von Tempelhof und Schöneberg 1951 fertiggestellte Pläne zum Wiederaufbau der Kapelle kamen nicht mehr zur Ausführung.Plan ''Wiederherstellung der Kapelle auf dem städtischen Friedhof Maxstraße'', 26.05.1951, Archiv zur Geschichte von Tempelhof und Schöneberg

Nachkriegszeit
Annähernd im gesamten geräumten Friedhofsbereichs hatte die Reichsbahn bereits mit Geländeabtragungen begonnen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde hier die Kleingartenkolonie „Maxstraße e.V.“ angesiedelt, die diesen Namen bis heute trägt, obwohl die Maxstraße 1963 in Kärntener Straße umbenannt wurde. Die Friedhofsfläche verkleinerte sich dadurch um etwa ein Drittel. Ein kleiner geräumter Bereich um die Kapelle wurde nach dem Krieg wieder neu belegt. Bild:Eduard Bernstein-Friedhof Schoeneberg I.jpg thumb|left|150px|Grabmal von Eduard Bernstein, hier nur ''Schriftsteller'' Bild:2006-08-05 friedhof eisackstr grab rosenberg.jpg thumb|Grabmal für Kurt Hermann Rosenberg Viel einschneidender als der Krieg war für den Friedhof der Bau der Stadtautobahn A100. Diese führt diagonal über das Friedhofsgelände und halbierte die ja bereits verkleinerte Friedhofsfläche. Büro und Feierhalle lagen nun abseits des Friedhofs auf einer kleinen Restfläche und wurden abgerissen. Als Ersatz wurde ein kleiner schmuckloser Bau am neuen Haupteingang an der Eisackstraße errichtet. Die Größe des Friedhofes betrug nun nur noch 18.380 m²Angabe nach Mende. ''Berlin und seine Bauten'' nennt 16.884 m², die [http://www.stiftung-historische-friedhoefe.de/friedhof/sch_berg/schoeneberg1/schoen_1.html Stiftung Historische Friedhöfe] 17.067 m². Die Skulptur „Der Schlaf“ von Hermann Hosaeus von 1907, wurde 1969 bei der Geländefreimachung für den Autobahnbau von einer eingeebneten privaten Grabstelle in die Südecke des Restfriedhofs versetzt.Stefanie Endlich, Bernd Wurlitzer: ''Skulpturen und Denkmäler in Berlin'', S. 92. Stapp Verlag, Berlin 1990. ISBN 3-87776-034-1 Der mittlerweile enorme Verkehrslärm der angrenzenden Autobahn führt zu einem für einen Friedhof unpassenden Ambiente. Die Bestattungen gingen dadurch deutlich zurück und viele Grabstellen sind seit Jahren ungenutzt. Seit dem 1. Januar 2006 finden nun endgültig keine Beisetzungen mehr auf dem Friedhof statt[http://www.berlin.de/ba-tempelhof-schoeneberg/presse/archiv/20051026.1615.31586.html Pressemitteilung Nr. 572 vom 26.10.2005] des Bezirksamtes Tempelhof-Schöneberg, so dass der Friedhof entsprechend eines Beschlusses des Bezirk Tempelhof-Schöneberg Bezirks Tempelhof-Schöneberg 2036 geschlossen werden kann.

Beigesetzte Persönlichkeiten
Bekannte auf dem I. Städtischen Friedhof Eisackstraße beigesetzte Persönlichkeiten sind: * Rudolph Wilde (1857-1910), Kommunalpolitiker und Oberbürgermeister von Schöneberg (Ehrengrab) * Eduard Bernstein (1850-1932), Publizist und Politiker (Mitglied des Reichstag (Weimarer Republik) Deutschen Reichstags) (Ehrengrab) * Kurt Hermann Rosenberg (1884-1975), Maler und Bildhauer * Heinrich Bauer (1896-1975), Schriftsteller * Friedrich Wegehaupt (1904-2000), Kommunalpolitiker und Träger des Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse (Ehrengrab)

Entwicklung der Friedhofsfläche
{| |Bild:Friedhof Schoeneberg 1885.gif thumb|left|1885 |Bild:Friedhof Schoeneberg 1945.gif thumb|left|1945 |Bild:Friedhof Schoeneberg 1970.gif thumb|left|1970 |}

Siehe auch
*Berliner Bestattungswesen *Liste berühmter Begräbnisstätten

Literatur
*Hans-Jürgen Mende: ''Lexikon Berliner Grabstätten''. Haude & Spener, Berlin 2005. ISBN 3-7759-0476-X *Architekten- und Ingenieur-Verein zu Berlin (Hrsg.): ''Berlin und seine Bauten, Teil X, Band A Anlagen und Bauten für die Versorgung, (3) Bestattungswesen''. Wilhelm Ernst & Sohn, Berlin 1981. ISBN 3-433-00890-6

Quellen
{{Koordinate Artikel|52_28_34_N_13_20_46_E_type:landmark_region:DE-BE|52° 28' 34" N, 13° 20' 46" O}} Kategorie: Friedhof in Berlin Schoeneberg

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