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I. Orthographische Konferenz

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Die '''Konferenz zur Herstellung größerer Einigung in der deutschen Rechtschreibung''' wurde 1876 vom Preußen preußischen Kultusministerium Kultusminister Adalbert Falk in Berlin einberufen, um eine Modernisierung und einheitliche Kodifizierung der deutschen Orthographie festzuschreiben. Vom 4. bis 15. Januar 1876 diskutierten 15 Spezialisten über "Sprache und Orthographie". Die Einführung der ''neuen Orthographie'' sorgte im Publikum und in der Presse großes Aufsehen und wurde sehr kontrovers diskutiert. Um nur eine größere Einheit der Rechtschreibung zu erzielen, hätte es genügt, eine Norm für schwankende Fälle auszufüllen; es wurden aber auch mehrere wichtige Änderungen eingeführt: * So sollten die nach Tausenden zählenden Verben auf -iren, -ieren nun alle mit ie geschrieben werden, also: stolzieren, inspizieren, nicht: stolziren, inspiziren. * Ferner sollte das th, das in deutschen Wörtern wie Zierat, Armut längst wankend geworden war, jetzt im Auslaut und in den Endungen tum, tüm ganz wegfallen und nur im Anlaut vor einfachen Vokalen stehen bleiben, also: Glut, Not, Atem, Altertum, Ungetüm, auch Teil, verteidigen; aber That, Thor, Unterthan wie bisher. * Die Vokalverdoppelung sollte in Wörtern wie Ware, Schar beseitigt werden, aber in scheel, Paar etc. bleiben. * Die häufige Endung niß, z.B. in Gleichniß, sollte durchgehends nis geschrieben werden. * Pluralformen, wie Theorieen, Sympathieen, sollten wieder allgemein mit doppeltem e geschrieben werden, also nicht Theorien, Sympathien. * Die Lautverbindung schst sollte ganz vermieden und z. B. du wäscht, statt du wäschst, geschrieben werden. * Im Bezug auf die Orthographie der Fremdwörter weicht die neuere bayrische Rechtschreibung von der norddeutschen ab, indem sie z für c einführt, z.B. auch in Zivil, Zentrum für Civil, Centrum. 1879 bzw. 1880 erfolgte endlich die Veröffentlichung der bayrischen und preußischen offiziellen Regelbücher, welche dann mit geringen Veränderungen auch im übrigen Deutschland angenommen wurden. Diese wenn auch im Verhältnis zum Ganzen nicht umfassenden Neuerungen riefen eine starke Opposition hervor, an der sich sogar der deutsche Reichstag (Deutsches Kaiserreich) Reichstag und Ministerpräsident Otto von Bismarck beteiligten, letzterer durch einen Erlass vom 28. Februar 1880, in dem er die Beamten seines Ressorts »bei gesteigerten Ordnungsstrafen« aufforderte, nicht von der hergebrachten Orthographie abzugehen. Jakob Grimm, selbst ein orthographischer Reformer, sagt treffend: ''"Veränderung üblicher Wortschreibung führt etwas Gewaltsames und Störendes mit sich; niemand behelligt sich gern mit Kleinigkeiten"''.

Konferenzteilnehmer
* Karl Bartsch (1832-1888), Philologe * O. Bertram * Konrad Duden (1829-1911), Philologe und Begründer des gleichnamigen Wörterbuches * Frommann * Höpfner * Imelmann * Klix * Kraz * Kuhn * Rudolf von Raumer (1815-1887), Sprachforscher * Daniel Sanders (1819-1897), Lexikograph und Sprachforscher * Wilhelm Scherer * Th. Töche * Wilhelm Wilmanns (1842-1911), Germanist

Literatur
* ''Verhandlungen der orthographischen Konferenz zu Berlin''. (Halle 1876) * Dieter Nerius: ''Deutsche Orthographie''. Olms, Hildesheim 2006, ISBN 3-487-13184-6 * Dieter Nerius (Hrsg.): ''Entwicklungstendenzen der deutschen Sprache seit dem 18. Jahrhundert''. Zentralinstitut für Sprachwissenschaft, Berlin 1983 * Dieter Nerius (Hrsg.): ''Studien zur Geschichte der deutschen Orthographie''. Olms, Hildesheim 1992, ISBN 3-487-09626-9 * Dieter Nerius (Hrsg.): ''Die orthographische Konferenzen 1876 und 1901''. Olms, Hildesheim 2002, ISBN 3-487-11444-5

Siehe auch
* II. Orthographische Konferenz * Heysesche s-Schreibung * Puttkamersche Orthographie Kategorie:Deutsche Rechtschreibung

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