W i l l k o m m e n   b e i   [ www.mauspfeil.com ]
 
 



 

Wörterbuch der Bedeutung
<<Zurück
Bitte wählen Sie einen Buchstaben:
A, Ä | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O, Ö | P | Q | R | S | T | U, Ü | V | W | X | Y | Z | 0-9

Suchen:

(Groß-/Kleinschreibung wird nicht unterschieden)

Google


Geschichte Prags

*** Shopping-Tipp: Geschichte Prags

Selten ist eine Hauptstadt so eng mit der Geschichte ihres Landes verknüpft wie Prag. Dadurch gibt es zwischen der '''Geschichte von Prag''' und der Geschichte Tschechiens beziehungsweise Geschichte Böhmens Böhmens Überschneidungen. Zur Unterstützung beim Lesen und um die Ereignisse geschichtlich besser einorden zu können hilft die Liste der böhmischen Herrscher.

Ur- und Frühgeschichte
Das bereits im Paläolithikum begangene fruchtbare Prager Becken gehört zu den nahezu durchgängig und am dichtesten besiedelten Gebieten Böhmens. Archäologie Archäologische Ausgrabungen, die eine lange Tradition in der Region haben, erbrachten zahlreiche Siedlungs- und Grabfunde aus dem Neolithikum, der Bronzezeit Bronze- und Eisenzeit. Die in der La-Tène-Zeit Latènezeit in Böhmen siedelten Kelten bezeichneten sich selbst als Bojer. Von besonderer Bedeutung ist das Hallstattzeit späthallstatt- und làtenezeitliche Oppidum (Kelten) Oppidum Závist im südlichen Prager Stadtgebiet. Im ersten 1. Jahrhundert n. Chr. wanderten Germanen germanische Gruppen aus dem Norden in die Gegend um Prag ein und schlossen sich den Markomannen unter Marbod an. Im Zuge der Völkerwanderung wurde auch das Prager Becken von den inzwischen hier lebenden Langobarden im 6. Jahrhundert weitestgehend geräumt.

Die frühmittelalterliche Besiedlung
In der zweiten Hälfte des 6. Jahrhunderts wanderten Slawen nach Böhmen ein und ließen sich auf dem heutigen Stadtgebiet nieder. Von besonderer Bedeutung ist die frühslawische Siedlung bei Roztoky (Praha) Roztoky im Norden von Prag, die sich am linken Ufer der Moldau (Fluss) Moldau erstreckte. Siedlungsfunde des 6./7. Jahrhunderts sind jedoch auch in den anderen, insbesondere den nördlichen, Stadtteilen wie Bubene?, Dejvice, Veleslavín und Bohnice bekannt, doch wurden sie meist schon Anfang des 20. Jahrhunderts weitestgehend undokumentiert zerstört. Frühslawische Brandgräber konnten unter anderem in Hrad?any, Dejvice und wiederum in Bohnice ausgegraben werden. Im Laufe des 8. Jahrhundert 8. und 9. Jahrhunderts verdichtete sich die Besiedlung weiter und es wurden erste, leicht befestigte Burgwall Burgwälle wie in Butovice oder auf dem Sporn Zámka bei Bohnice angelegt. Im 9. Jahrhundert entstand auf dem hervorragend natürlich geschützten Berg Šárka ein Burgwall, der wohl eine zentrale Funktion für das Umland einnahm.

Die ältesten Burgen und Siedlungen des Mittelalters
Die älteste nachweisbare mittelalterliche Ansiedlung im inneren Stadtgebiet ist die Prager Burg auf dem Hradschin (Hrad?any), die in der ersten Hälfte des 9. Jahrhunderts durch das tschechische Herrschergeschlecht der Přemysliden gegründet wurde. Hier wurden am Ende des 9. Jahrhunderts und im Laufe des 10. Jahrhunderts auch die ersten Christentum christlichen Kirchen errichtet. Zur selben Zeit existierten auch bereits Ansiedlungen im Bereich der heutigen Prager Kleinseite Kleinseite (Malá Strana) sowie des Loreto- (Loretánské náměsti) und des Hradschinplatzes (Hrad?anské náměsti). Unter den Přemysliden, die sich gegen konkurrierende Geschlechter durchsetzen konnte, wurde Prag mehr oder mehr zum politischen und wirtschaftlichen Zentrum des Landes. Nachdem in Böhmen von Kaiser Otto 973 unter Boleslav II. (Böhmen) Boleslav II. ein selbständiges Bistum eingerichtet wurde, wurde Prag der Sitz des Bischofs und unterstand nun dem Bistum Mainz Erzbistum Mainz, während es zuvor kirchlich zu dem Bistum Regensburg gehört hatte. Um 965 besuchte der jüdisch-arabischen Kaufmann Ibrahim ibn Jaqub die Stadt und gab einen eindrucksvollen Bericht über dieses weitbekannte Handelszentrum. Lange wurde an dem Wahrheitsgehalt gezweifelt, doch haben archäologische Ausgrabungen der letzten Jahrzehnte in der Prager Kleinseite Kleinseite seine Angaben inzwischen bestätigt. In der ersten Hälfte des 10. Jahrhunderts wurde auf der gegenüberliegenden Seite der Moldau eine zweite Burg, der Vyšehrad, gegründet. Fürst Vratislav II. (1061-1092, seit 1085 König von Böhmen) verlegte um 1070 seine Residenz von der Prager Burg auf den Vyšehrad, gründete das Kollegiatstift St. Peter und Paul und ließ neben einem romanischen Palast auch weitere Kirchen errichten. Im Schutz der beiden Burganlagen ließen sich im 11. und 12. Jahrhundert entlang der Moldau und der verbindenden Wege deutsche und Juden jüdische Kaufleute sowie einheimische Handwerker nieder. Ein wesentlicher Grund dafür war die Lage an der Kreuzung wichtiger Handelsstraßen und die Existenz zweier Furten durch die Moldau. Die losen Ansiedlungen besaßen zumeist schon eigene Pfarr- und Friedhofskirchen. Seit dem späten 12. Jahrhundert waren die beiden Seiten des Flusses durch die steinerne Brücken in Prag#Juditin most .28Judith-Br.C3.BCcke.29 Judith-Brücke verbunden, die auf hölzerne Vorgänger aus dem späten 9. und 10. Jahrhundert zurückgeht.

Die Gründung der Altstadt um 1230/34
Die größte dieser romanischen Siedlungen an der Moldaubiegung ließ König Wenzel I. (Böhmen) Wenzel I. um 1230/1234 34 befestigen und erteilte ihr das Stadtrecht. Prag wurde zur königlichen Residenzstadt der böhmischen Herrscher. Die Stadtbefestigung mit doppelter Mauer und Graben zerschnitt einerseits Siedlungen wie um St. Martin "in der Mauer" (Kostel sv. Martina ve zdi), andererseits wurden bisher noch unbebaute Flächen in den Mauerring mit einbezogen, die nun jedoch recht zügig bebaut wurden. So gründete der spätere königliche Münzmeister Eberhard durch süddeutsche Kolonisten die Gallusstadt (''Nova civitas circa S. Gallum''; Havelské město), die bis zur Vereinheitlichung der Stadtrechte der Prager Altstadt um 1287 eine eigene Rechtsordnung besaß. Sie entstand um einen regelmäßig angelegten "Neuen" Markt (Nové tržiště), der sich vom heutigen Obstmarkt (Ovo?ny trh) bis zum Kohlenmarkt (Uhelný trh) erstreckte.

Die Stadt auf der Kleinseite und die Stadt Hradschin
Wenzels Sohn Přemysl Ottokar II. vertrieb auf dem anderen Moldauufer die unterhalb der Burg ansässige tschechische Bevölkerung, siedelte 1257 norddeutsche Kolonisten an und gründete die erste Prager Neustadt (''Nova civitas sub castro Pragensis''), die heutige Prager Kleinseite Kleinseite (Malá Strana), die er mit Magdeburger Stadtrecht versah. Als dritte Prager Stadt wurde vor 1320 wohl vom Burggrafen Hynek Berka von Dubá die abhängige Prager Burg Stadt Hradschin (Hrad?any) angelegt.

Der Ausbau der Stadt unter Karl IV. und Wenzel IV. und die Anlage der Neustadt 1348
Bild:Karlsbrücke00.jpg thumb|left|100px|Altstädter Turm der Karlsbrücke, erbaut um 1400, Bild um 1900 Für die Stadtgeschichte Prags ist die Mitte und die zweite Hälfte des 14. Jahrhunderts von besonderer Relevanz. Während der Regierungszeit Karl IV. (HRR) Karls IV. und seines Sohnes Wenzel IV. erlebte die Stadt den bisher umfassendsten Wandel hinsichtlich Bedeutung und Größe. Ziel der beiden Herrscher war der Ausbau Prags zur neuen Residenzstadt und würdigen Metropole nicht nur der Länder der böhmischen Krone, sondern des ganzen Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation Heiligen Römischen Reiches. Noch während der Regierungszeit seines Vaters Johann von Luxemburg Johann von Luxemburg (der Blinde) ließ Karl im Jahr 1333 die durch einen Brand 1303 zerstörte Prager Burg auf dem Berg Hradschin wiederaufbauen. Elf Jahre später wurde auf sein Bemühen hin das Bistum Prag zum Erzbistum Prag Erzbistum erhoben. Daraufhin begann auch der Neubau der St.-Veits-Kathedrale. Im Jahre 1348 wurde Karl IV. zum römisch-deutschen König gewählt und noch im selben Jahr gründete er die Universität Prag Prager Universität als erste deutsche Universität sowie die riesige Prager Neustadt. Zur selben Zeit ließ er auch die zweite Prager Burg, den Vyšehrad, vergrößern und erneuern. Nachdem Karl 1355 zum Kaiser gekrönt worden war, begannen 1357 der Bau der heutigen Karlsbrücke mit dem Altstädter Brückenturm und 1360 die Erweiterung der Stadt auf der anderen Moldauseite, der Kleinseite, durch Errichtung einer neuen Befestigung. Der Bauaufschwung strahlte auch auf die älteste und bedeutendste Prager Stadtanlage, die Altstadt ab, in der fast alle Kirchen und zahlreiche profane Gebäude auf königliche oder private Initiative hin neu- oder umgebaut wurden. Die Bautätigkeit hielt auch nach dem Tod Karls IV. 1378 an und zahlreiche Bauvorhaben konnten unter Wenzel IV. vollendet werden. Mit dessen Enthebung vom Königsthron im Jahr 1400 hörte Prag auf, Residenzstadt zu sein und damit stoppten auch weitestgehend alle Bauvorhaben. Zu einem ersten erheblichen Rückschlag in der Entwicklung Prags kam es bereits beim Ausbruch der Hussiten hussitischen Revolution 1419, als Prag zu einem großen Teil zerstört wurde. Bild:ZnakyMestPrazskych04.jpg 150px|thumb|Wappen der Prager Altstadt aus dem Jahre 1649 und gegenwärtig Wappen der Stadt Prag in leicht modifizierter Form Bild:ZnakyMestPrazskych02.jpg 150px|thumb|Wappen der Prager Neustadt aus dem Jahre 1649 Obgleich nur einige kirchliche und administrative Gebäude bis heute erhalten blieben, bestimmt die Anlage der Neustadt bis heute wesentlich das Stadtbild Prags. Bemerkenswert sind vor allem das systematische Vorgehen und die Regelhaftigkeit der 1348 begonnenen Neustadt, die durch drei große Märkte gegliedert wurde. Der Platz der Republik (Prag) Heumarkt (heute Hybernergasse/Hybernská ulice) und Rossmarkt (Wenzelsplatz/Václavské náměstí) mit einer Länge von fast 700 m wurden entlang älterer Handelswege angelegt und reichten jeweils von einem Tor der Altstadt bis zu einem neuem, als Teil der Befestigung der Neustadt errichteten Tor. Beim Viehmarkt (Karlsplatz (Prag) Karlsplatz/Karlovo náměstí) war dies nicht möglich, aber auch hier lief die über den Platz führende Straße vom Altstadt-Tor bis zum Haupttor des Vyšehrads. Von den entlang der Himmelsrichtungen beziehungsweise genau diagonal zu diesen errichteten Märkten aus wurden weitgehend rechtwinklig ausgerichtete Straßensysteme angelegt, was zu leichten Unregelmäßigkeiten führen musste, die aber geschickt ausgeglichen wurden. In unmittelbarer Nähe der Märkte wurde jeweils ein Kloster gegründet: Wenzelsplatz#Die St.-Maria-Schnee-Kirche St. Maria Schnee, Platz der Republik (Prag)#Hyberner-Haus St. Ambrosius und das Prager Neustadt#Emmauskloster Emmauskloster. Ebenso wurden die Geländedominanten der Neustadt durch großartige Kirchenarchitekturen hervorgehoben, wobei dem auch aus fortifikatorischen Gesichtspunkten wichtigsten Ort, dem Prager Neustadt#Karlshof .28Karlov.29 Karlshof, die größte Bedeutung zukam. Ähnlich der Ansiedlung von verschiedenen Ordensgemeinschaft Orden wählte man auch die unterschiedlichsten kirchlichen Grundriss- und Raumdispositionen, vom einschiffigen Bau über Hallenkirchen und Basilika Basiliken bis zu Zentralbauten. Die fünf wichtigsten Kirchenanlagen im weitgehend unbesiedelten Süden der Neustadt bilden die Enden und den Schnittpunkt eines imaginären Kreuzes, wodurch der Stadt nach mittelalterlicher Vorstellung ein besonderer Segen zukam. Ein weiteres Kreuz, das an seinen Enden ebenso mit städtebaulichen Dominanten besetzt war, formten der Rossmarkt und die beiden Verbindungsstraßen zu den anderen Märkten. Der Rossmarkt trennte die Neustadt in zwei Stadtteile und verband sie gleichzeitig. Zusätzlich zur Erweiterung der zahlreichen älteren Pfarrkirchen erhielten beide Teile je eine neue Pfarrkirche - die obere Neustadt die Prager Neustadt#Kirche St. Stephan St.-Stephans-Kirche und die untere Neustadt die Prager Neustadt#Kirche St. Heinrich und Kunigunde Kirche St. Heinrich und Kunigunde als die Hauptpfarrkirche der gesamten Neustadt -, die zumindest in der ursprünglichen Planung ein fast identisches Äußeres hatten. Der Aufbau der Neustadt war wohl im Wesentlichen schon 1367, zum Zeitpunkt der bald darauf wieder rückgängig gemachten Vereinigung mit der Altstadt, abgeschlossen. Prag wurde infolge der Maßnahmen Karls IV. mit rund 40.000 Einwohnern 1378 viertgrößte Stadt nördlich der Alpen nach Paris, Gent und Brügge. V. Lorenc rechnete sogar mit einer Gesamtzahl von 67.110 Einwohnern auf beiden Seiten des Flusses. Zählt man die bei dieser Berechnung noch nicht berücksichtigte Besatzung des Vyšehrads, die Geistlichen und die Angehörigen des Hof und der Universität hinzu, ergibt sich eine Schätzung der Gesamtbevölkerung Prags in der Mitte des 14. Jahrhundert von ungefähr 85.000 Einwohnern. Hinsichtlich ihrer Fläche war sie sogar die größte Stadt in Europa nach Rom und Konstantinopel. Die unter Karl IV. errichteten Stadtmauern umschlossen eine Fläche von 7,5 km², von denen allein ungefähr ein Drittel (rund 2,4 km²) auf die Neustadt entfiel. Bild:Praha1493.jpg thumb|right|300px|Älteste überlieferte Ansicht Prags aus der 1493 gedruckten Schedelschen Weltchronik.

Hussitenzeit
Wachsende soziale und religiöse Spannungen, die in den unterschiedlich strukturierten Prager Städten besonders deutlich wurden, führten zu dem Aufstand der Hussiten, der mit dem ersten Prager Fenstersturz am 30. Juni 1419 begann und die Städte stark in Mitleidenschaft zog. Im Jahre 1422 wurde Jan Želivský, der Anführer der radikalen Hussiten, am Altstädter Ring hingerichtet.

Frühe Neuzeit
1526 trat die Habsburger Dynastie die Thronfolge an und behielt den Thron fast lückenlos bis ins Jahr 1918 inne. 1546/47 beteiligten sich auch die Prager Städte am böhmischen Ständeaufstand gegen König Ferdinand I. (HRR) Ferdinand I.. Nach dessen Niederschlagung konnte der König im Juli 1547 mit seinen Truppen in die Moldaumetropole einziehen. Die Prager Städte verfielen dem königlichen Strafgericht und hatten zusammen mit den anderen utraquistischen Städte am meisten zu büßen. Sie verloren viele Rechte und Freiheiten und mussten hohe Strafgelder entrichten. Unter Kaiser Rudolf II. (HRR) Rudolf II. (1576-1611) wurde Prag 1583 wieder Kaiserresidenz und somit Brennpunkt des gesellschaftlichen und kulturellen Lebens in Mitteleuropa. In dieser Zeit kamen viele Deutsche aber auch Angehörige anderer Nationalitäten als Neubürger nach Prag. Der Kaiser förderte auch die Wiederansiedlung der Juden in der Prager Altstadt. Die Stadt bekam so einen multikulturellen Charakter, nachdem sie seit der Hussitenzeit fast rein tschechisch gewesen war.

Dreißigjähriger Krieg
Bild:BelvederePraha.jpg thumb|Wallenstein Palast, erbaut 1623-29, Bild von 1898 Auslöser des Dreißigjähriger Krieg Dreißigjährigen Krieges war der zweite Prager Fenstersturz. In der Schlacht am Weißen Berg Schlacht auf dem Weißen Berg 1620 wurden die protestantischen Stände von den katholischen Habsburgern besiegt. Die siegreiche Partei bestimmte fortan die kulturelle Entwicklung (Prager Barock). Damit einher ging ein schleichender Niedergang der tschechischen Sprache und des tschechischen Nationalbewusstseins. In der tschechischen Historiographie werden die rund 200 Jahre nach dem "Weißen Berg" ''temno'' genannt, zu Deutsch: Finsternis. Systematisch gefördert wurde die deutsche Sprache in den böhmischen Ländern jedoch nur in der relativ kurze Zeitspanne von ca. 1740 bis 1780 im Zuge der Bestrebungen des Aufgeklärter Absolutismus aufgeklärten Absolutismus, eine möglichst effiziente und einheitliche Verwaltung zu schaffen. Im Prager Frieden (Dreißigjähriger Krieg) Prager Frieden am 30. Juni 1635 trat der Kaiser die Lausitz an Kurfürstentum Sachsen Kursachsen ab.

18. Jahrhundert
Bild:Praha18Jahrhundert00.jpg thumb|right|300px|Prag zu Beginn des [[18. Jahrhunderts (Radierung Krištot Haffner in Augsburg)]] Die Schlacht von Prag im Siebenjähriger Krieg Siebenjährigen Krieg am 6. Mai 1757 schrieb ebenfalls Geschichte. Auf preußischer Seite führten König Friedrich II. (Preußen) Friedrich der Große und Generalfeldmarschall Kurt Christoph Graf von Schwerin, auf österreichischer Prinz Karl Alexander von Lothringen Karl von Lothringen und Feldmarschall Maximilian Maximilian Ulysses Browne. 1784 schlossen sich die vier bisher selbständigen Prager Städte Hradschin (Hrad?any), Kleinseite (Malá Strana), Altstadt (Staré Město) und Neue Stadt (Nové město) zusammen. Bis 1848 war dann die Zeit der Nationale Wiedergeburt der Tschechen Wiedergeburt der tschechischen Nation.

19. Jahrhundert
Wie auch andere europäische Städte expandierte Prag im 19. Jahrhundert im Zuge der Industrielle Revolution Industriellen Revolution stark. Vor dem Píseker Tor wurde 1830 die Pferdebahn Prag–Lana Pferdebahn nach Kladno angelegt. Im Jahre 1834 entstand die Königliche Ständische Technische Lehranstalt als erste technische Hochschule Europas. 1818 wurde das Nationalmuseum gegründet und später durch den Politiker und Historiker František Palacký in ein aktives Zentrum der Bestrebungen um Erneuerung der tschechischen Nationalkultur verwandelt. Im Jahr 1834 erklang die Melodie des Liedes Kde domov můj? (Wo ist meine Heimat?). Im Revolutionsjahr 1848 trat zum ersten Mal seit mehr als zwei Jahrhunderten das tschechische Nationalbewusstsein wieder als selbstständiger politischer Faktor auf. Auf dem Slawenkongress des Jahres 1848 wurde die radikale Forderung nach Entfernung aller Deutschen östlich der Linie Stettin-Triest gefordert. Die Mehrheit der tschechischen Politiker verfolgte jedoch moderatere Ziele. Die nationalen Bestrebungen der Tschechen wurden in diesem Jahr jedoch ebenso erstickt wie die freiheitlichen Forderungen der Deutschen. Durch starken Zuzug aus dem tschechischsprachigen Umland verlor Prag um das Jahr 1855 seine seit dem Mittelalter bestehende deutschsprachige Mehrheit. Absolut gesehen wuchs die Zahl der Prager Deutschen aber noch, sie lag in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts bei 40.000 bis 50.000. Wirtschaftlich wurde die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts zu einer Phase des stürmischen Aufschwungs. Die Errichtung des (tschechischen) Nationaltheaters inspiriert eine ganze Generation von Komponisten und gestaltenden Künstlern. Es entstanden die Opern von Bedřich Smetana und Antonín Dvořák Schaffen erreichte seinen Höhepunkt. Um 1900 glich das nach außen weltoffene Prag, Sitz der ersten im deutschen Reich gegründeten Universität, einem Treibhaus für Künstler und nachwachsende Literaten. Allein drei Dichterkreise wetteiferten miteinander: Den engeren Prager Kreis bildeten Max Brod und seine Freunde Franz Kafka, Felix Weltsch und Oskar Baum. Der Verein "Wefa" umfasste viele Autoren, die heute kaum noch bekannt sind, wie z. B. Friedrich Adler (1857-1938) Friedrich Adler. Einem anderen Verein, der neuromantische Kreis Jung-Prag gehörten zum Beispiel Rilke, Gustav Meyrink, der beruflich in Prag zu tun hatte, und der junge Franz Werfel an. In dieser Zeit war Prag als Stadt des Vielvölkerstaates Österreich-Ungarn durch einen regen Austausch zwischen den Nationalitäten geprägt. Für die Tschechen war Prag der kulturelle Mittelpunkt, während die deutschsprachigen Künstler Prags (zum Beispiel Franz Kafka, Egon Erwin Kisch und Franz Werfel) oft einen Teil ihres Lebens in den übrigen deutschen Kulturzentren (unter anderem Berlin, Dresden, München oder Wien) verbrachten. Die Aufteilung der Prager Karls-Universität in eine deutsche und eine tschechische Universität war ein Symbol für die ethnischen Konflikte, die Prag am Ende des 19. Jahrhunderts erschütterten. Bild:KarteVonPrag00.jpg thumb|right|300px|Stadtplan von Prag aus dem Jahre 1903

20. Jahrhundert
Mit dem Erster Weltkrieg Ersten Weltkrieg brach über das Volk sowohl materielle Entbehrung als auch politische und nationale Unterdrückung herein. Dagegen und unmittelbar gegen die Monarchie loderte der Widerstand gleich zu Beginn auf. In der österreichischen Armee brach immer wieder Aufruhr aus und sowohl Hungerdemonstrationen als auch Kundgebungen nahmen in dem Frühsommer 1918 zu. Am 28. Oktober 1918 rief das Nationalkomitee die Selbstständigkeit der Tschechoslowakei Tschechoslowakischen Republik (ČSR) aus, für die sich am 30. Oktober auch das in Tur?iansky Martin tagende Slowakische Nationalkomitee aussprach. Prag wurde Hauptstadt des neuen Staates. 1920 wurde Prag durch Eingemeindung vieler Vororte vergrößert. Am 15. März 1939 marschierten deutsche Truppen, vor den Augen der Welt, zur vollständigen Okkupation Besetzung der ČSR ein. Prag wurde die Hauptstadt des Protektorat Böhmen und Mähren Protektorats Böhmen und Mähren. Emil Hacha, der 1938 nach dem Rücktritt von Edvard Benes Präsident der tschechoslowakischen Republik wurde, blieb bis 1945 Präsident des Protektorats unter deutscher Aufsicht. Deutsche Truppen hielten Prag bis 1945 besetzt. Im Zweiter Weltkrieg Zweiten Weltkrieg wurde Prag kaum zerstört, da die Stadt lange Zeit außerhalb der Reichweite der alliierten Luftwaffe lag und wegen ihrer zu über 90 Prozent tschechischen Bevölkerung geschont werden sollte. Anders als Pilsen besaß Prag auch keine kriegswichtige Industrie. (siehe auch: Luftangriff auf Prag) Am 5. Mai 1945 wurden die Prager über das Radio zum Prager Aufstand Aufstand aufgerufen. Neben Barrikadenkämpfen begannen sofort blutige Übergriffe gegen deutsche Zivilisten und verwundete Soldaten in den zahlreichen Lazaretten der Stadt. Am selben Tag schloss das nationaltschechische Militärkommando Groß-Prag ein Abkommen mit der 1. Division der an sich mit dem Deutschen Reich verbündeten Russische Befreiungsarmee Wlassow-Armee (ROA). Diese Division marschierte am 6. Mai von Westen gegen das aufständische Prag, griff dort am 7. Mai die deutschen Stellungen von Westen her an und besetzte bis zum Abend weite Teile der Stadt. Auch der kommunistisch beeinflusste Tschechische Nationalrat (ČNR) hatte das Vorgehen der Wlassow-Leute in einer Punktation vom 7. Mai gebilligt, sich aber wenig später schon wieder distanziert. Als sich abends abzeichnete, dass die Amerikaner nicht nach Prag marschieren würden, sondern die Stadt von der Rote Armee Roten Armee besetzt werden würde, zogen sich die Wlassow-Truppen noch in der Nacht auf den 8. Mai gegen Pilsen zurück, um der Rache Stalins zu entgehen. Die Position der deutschen Truppen in der Stadt, vor allem Teile der Waffen-SS-Division "Wallenstein", verbesserte sich dadurch aber nur unwesentlich. Ihr Ziel war eine Kapitulation gegenüber den Amerikanern, und ihr befehlshabender General Rudolf Toussaint unterzeichnete am 8. Mai um 16.00 Uhr gegenüber dem ČNR eine Kapitulationsurkunde, die den Soldaten freien Abzug gewährte. Letzterer wurde noch vor Ende der Nacht vollzogen. Nur ein kleiner Teil der rund 42.000 Prager Deutschen und weiterer deutscher Zivilisten konnte die Stadt zusammen mit den Truppen verlassen. Als die sowjetischen Truppen der 1. Ukrainischen Front Iwan Stepanowitsch Konew Konjews die Stadt am Morgen des 9. Mai 1945 erreichten, ging der bis dahin auch militärische Aufstand der Tschechen in eine Gewaltorgie gegen die verbliebene deutsche Minderheit über, der nach tschechischen Angaben in zwölf Tagen etwa 27.000 deutsche Zivilisten zum Opfer fielen. Die überlebenden Deutschen wurden in Kinos, Schulen und im Stadion von Strahov interniert, in die Landwirtschaft verbracht oder in das KZ Theresienstadt deportiert. Tausende von vermeintlichen Kollaborateuren wurden in wilden Gewaltexzessen ohne Gerichtsverfahren ermordet. Die Befreiung der Tschechen mündete bald in eine erneute Besetzung: Der SMERS ließ mehrere hundert verwundete Wlassow-Soldaten ermorden, der Vorsitzende des ČNR, Pražák, verlor seine Professur, und weitere Mitglieder des ČNR wurden verhaftet oder hingerichtet. Mit dem Putsch vom 25. Februar 1948 errang die bereits seit 1946 latent dominierende Kommunistische Partei (KSČ) die politische Macht. Es folgte eine Zeit massiver Unterdrückung, die erst in den frühen sechziger Jahren etwas gelockert wurde. Im August 1968 wurde ein friedlicher Umsturzversuch (Prager Frühling) durch eine Intervention von fünf Staaten des Warschauer Paktes gewaltsam niedergeschlagen. Weltweit bekannt wurde der Protest gegen die sowjetische Besatzung durch die symbolträchtige Selbstverbrennung Jan Palachs am 16. Januar 1969. Zum Sturz des Sozialismus sozialistischen Regimes kam es im November 1989 durch die so genannte Samtene Revolution (Sametová revoluce). Václav Havel wurde zum Präsidenten gewählt. Am 1. Januar 1993 wurde Prag Hauptstadt der unabhängigen Tschechischen Republik.

Beginn des 21. Jahrhunderts
Im August 2002 litt Prag, wie auch andere Teile Mitteleuropas, unter schweren Überschwemmungen. Teile der Stadt mussten evakuiert werden und Kulturgut wurde zerstört oder beschädigt.

Literatur


Allgemein
* Detlev Arens: ''Prag. Kultur und Geschichte der "Goldenen Stadt"''. DuMont-Kunst-Reiseführer. Köln 2003. ISBN 3-7701-4303-5. * ''Nové Město pražské. 1348 - 1784.'' Praha 1998. ISBN 8085394197. * ''Umělecké památky Prahy.'' 1 ff. Praha 1998 ff. ISBN 8020006273. * Zeitschrift beziehungsweise Schriftenreihe: Documenta Pragensia. Sborník materiálií z Archivu Hlavního Města Prahy. Praha 1980-. ISSN: 0231-7443 * Zeitschrift: Staletá Praha. Sborník Pražského Ústavu Památkové Péce. Panorama Praha. Praha 1965-.

Zur Ur- und Frühgeschichte
* Marie Fridrichová / Jan Fridrich / Josef Havel / Jan Kovářík: ''Praha v pravěku.'' Archaeologica Pragensia Supplementum 2. Praha 1995. ISBN 8085394111 ''(Aktuelle und gut bebilderte Übersicht zur Ur- und Frühgeschichte auf dem Gebiet der Hauptstadt Prag, leider nur in tschechisch mit sehr kurzer englischer Zusammenfassung).'' * Zeitschrift: Archaeologica Pragensia. Archeologický sborník Muzea Hlavního Města Prahy. Praha 1980-. ISSN 0139-5998 ''(Fachwissenschaftliche Aufsätze zu Ausgrabungen und Funden im Gebiet von Groß-Prag, meist in tschechisch mit Zusammenfassungen auf Deutsch oder Englisch.)''

Zum Mittelalter
* Bohá?ová, I./ Frolík, J./ Smetánka, Z./ Nechvatál, B./ Hrdli?ka, L.: ''Prague Castle, Vyšehrad Castle and the Prague agglomeration.'' In: J. Fridrich (Hrsg.): ''25 years of archaeological research in Bohemia. On the occasion of the 75th anniversary of the Institute of Archaeology, Prague.'' Památky Archeologicke Suppl. 1. Prague 1994. S. 153-184. (hier: Hrdli?ka, L., The Archaeological Study of the Historical Centre of Prague: 1969-1993. ebd. 174-180). * Čihákova, Jarmila: ''Prag um das Jahr 1000: Infrastruktur, Verkehrswesen.'' In Alfried Wieczorek/ Hans-Martin Hinz (Hrsg.): ''Europas Mitte um 1000''. Bd. 1. Stuttgart 2000, S. 175-178. * Hrdli?ka, Ladislav: ''Prag.'' In: Alfried Wieczorek/ Hans-Martin Hinz (Hrsg.): ''Europas Mitte um 1000. Bd. 1.'' Stuttgart 2000, S. 373-375. * Vaclav Huml/Zdenek Dragoun/Rostislav Novy: ''Der archäologische Beitrag zur Problematik der Entwicklung Prags in der Zeit vom 9. bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts und die Erfassung der Ergebnisse der historisch-archäologischen Erforschung Prags''. Zeitschrift für Archäologie des Mittelalters 18/19 (1990/91), S. 33-69. * Ferdinand Seibt (Hrsg.): ''Kaiser Karl IV. Staatsmann und Mäzen'' [Begleitband Ausstellungen Nürnberg und Köln 1978/79]. München 1978. ISBN 3-7913-0435-6. * Třeštík, Dušan: ''Die Gründung Prags.'' In: Hansjürgen Brachmann (Hrsg.): ''Burg - Burgstadt - Stadt. Zur Genese mittelalterlicher nichtagrarischer Zentren in Ostmitteleuropa.'' Forschungen zur Geschichte und Kultur des östlichen Mitteleuropa 4. Berlin 1995. S. 229-240. * Zavřel, J.,: ''Iron Making in the Centre of Prague Basin and Possible Origin of the Name of the Town of Praha (Prague). (Železářství v centru pražské kotliny a možny původ jména města Praha.)'' In: Kubková, J./ Klápště, J./ Ježek, M./ Meduna, P. et al. (Hrsg.): ''Život v archeologii středověku. (Das Leben in der Archäologie des Mittelalters).'' Festschrift M. Richter und Z. Smetánka. Praha 1997. S. 667-671.

Weblinks

- "Prag am Anfang der Geschichte" - Ausstellung im Museum der Hauptstadt Prag. * Gründungsurkunde der Prager Karlsuniversität vom 7. April 1348 (Littera fundationis Universitatis Carolinae Pragensis), [http://www.cuni.cz Abbildung] und [http://www.cuni.cz/UK-145.html Text]

Siehe auch:
* Liste von Reformatoren, Liste der Präsidenten der Tschechoslowakei, Liste der Präsidenten von Tschechien Kategorie:Prag Kategorie:Stadtgeschichte Prag Kategorie:Tschechische Geschichte cs:Dějiny Prahy en:History of Prague eo:Historio de Prago fr:Histoire de Prague it:Storia di Praga

*** Shopping-Tipp: Geschichte Prags




[Der Artikel zu Geschichte Prags stammt aus dem Nachschlagewerk Wikipedia, der freien Enzyklopädie. Dort findet sich neben einer Übersicht der Autoren die Möglichkeit, den Original-Text des Artikels Geschichte Prags zu editieren.
Die Texte von Wikipedia und dieser Seite stehen unter der GNU Free Documentation License.]

<<Zurück | Zur Startseite | Impressum | Zum Beginn dieser Seite