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Fockenbachtal

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Bild:Fockenbachtal_Mündung.JPG thumb|Die Wied bei Niederbreitbach an der Fockenbachmündung Das '''Fockenbachtal''' ist ein Seitental der Wied (Fluss) Wied. Das ca. 12 km lange Tal nordöstlich von Niederbreitbach ist seit 1978 eine der fünf Kernzonen des Naturpark Rhein-Westerwald Naturparks Rhein-Westerwald.

Lage
Bild:Fockenbachtal_Feuchtwiese.JPG thumb|Feuchtwiese im Fockenbachtal Der Fockenbach entspringt auf ca. 350 m Höhe bei dem Weiler Niederhonnefeld, der zur Ortsgemeinde Straßenhaus zählt. Er windet sich, von mehreren Nebenbächen gespeist, durch ein geschlossenes Laubwald-Gebiet, im oberen Talabschnitt teilweise entlang steiler Schiefer-Felsen, im unteren Abschnitt stellenweise zu Teichen verbreitert und von Feuchtwiesen umgeben, abwärts nach Niederbreitbach (268 m). Auf den letzten beiden Kilometern im Ortsbereich reguliert, fließt er durch die gleichnamige Straße und mündet nahe der Niederbreitbacher Ortsbrücke gegenüber vom Campingplatz in die Wied.

Landschaft
Es dominieren Buchenwälder, durchsetzt von Ahorn, Eschen, und Hasel. Ein Solitär ist eine Jahrhunderte alte, mit Efeu umrankte Eiche an der Fahrstraße ca. 4 km von Niederbreitbach entfernt. Am Bachlauf gibt es hohe Farne und Hochstaudenfluren. Im Hochsommer dominiert der Fingerhut (Pflanze) Fingerhut. Kleinseggenriede und Röhricht-Vegetation prägen die Teich- und Wiesenlandschaften. Zu den geschützten Tieren, die im Fockenbachtal vorkommen, zählen Kammmolche sowie verschiedene Froschlurche und Fledermaus-Arten.

Infrastruktur
Bild:Fockenbachtal_Eiche.JPG thumb|Alte Eiche an der Fahrstraße Die schmale Fockenbachstraße ist ab Niederbreitbach mit dem PKW bis zur Fockenbachsmühle (ca. 7 km) befahrbar und wird auch von Radfahrern und Wanderern frequentiert. Im mittleren Talabschnitt verläuft ein zusätzlicher Wanderweg parallel zur Fahrstraße. Der obere Abschnitt jenseits der Fockenbachsmühle ist ausschließlich auf Wanderwegen begehbar. Von Niederhonnefeld aus ist der Bachlauf vom Quellgebiet bis zur Hümmericher Mühle ebenfalls wieder auf schmaler Teerstraße befahrbar. Wanderwege verlaufen auch entlang der Nebenbäche und binden einige zu den Verbandsgemeinden Waldbreitbach und Rengsdorf gehörige Ortsteile ein, z.B. Kurtscheid, Hümmerich, Dasbach, Siebenmorgen, Hollig, Goldscheid, Hochscheid und Verscheid. Die naturbelassene Landschaft darf gemäß der Landesverordnung vom 18. August 1978 nicht durch Baulichkeiten und zusätzliche infrastrukturelle Einrichtungen verändert werden.

Mühlen im Fockenbachtal
Bild:Fockenbachtal_Fleschmühle.JPG thumb|Gedenkkapelle für die Fleschmühle Bild:Fockenbachtal_Fockenbachmühle.JPG thumb|Die Fockenbachsmühle (heute Tierheim) Bild:Hümmerichmühle.JPG thumb|Historischer Mühlstein der Hümmericher Mühle Bis ins 19. Jahrhundert hinein machten sich mehrere Ölmühlen auf dem kurzen Wasserlauf gegenseitig Konkurrenz. Der Existenzkampf der Müller war hart. Die Mühlen, so weit sie noch existieren, dienen im 21. Jahrhundert anderen Zwecken. * Die ''Hümmericher Mühle'' im oberen Fockenbachtal ortete der um 1900 tätige rheinische Regionalhistoriker Wilhelm Fabricius für 1670 als ''Fackenbacher Mühle'', mit der nach herrschender Meinung die Mühle gemeint ist, die 1830 ein Regierungsrat Hümerich aus Dierdorf erwarb. Nach Einstellung des Mahlbetriebs war sie bis ins späte 20. Jahrhundert hinein eine Ausflugsgaststätte; seither befindet sie sich in Privatbesitz. Der historische Mühlstein und Mahlgeräte sind bei dem Gebäude in Fachwerk aufbewahrt. Daneben befindet sich das zeitgenössische Wohngebäude des heutigen Besitzers. * Die ''Fockenbachsmühle'' ist ein von einer lokalen Tierschutzorganisation getragenes Tierheim (Hunde, Pferde, Ziegen, Esel). Diese mutmaßlich um 1500 von den Herren des Verscheider Hofes errichtete Mühle nannten die Grafschaft Wied Grafen von Wied ''die andere Fockenbachsmühle'', während die Pächter der Hümmericher Mühle sie ''Holliger Mühle'' nannten. * Die ''Krölls-Mühle herrschaftliche Bannmühle'' am Ortsrand von Niederbreitbach, auch als ''Krölls-Mühle'' bekannt, wird urkundlich erstmals 1644 erwähnt. Mühlbetrieb gab es bis zum ersten Weltkrieg. Neben dem ursprünglichen Mühlengebäude wurde eine Mühle mit oberschlächtigem Mühlrad und vollständigem Mahlwerk errichtet, so dass heute die Krölls-Mühle wieder eine "echte" Mühle ist. Heute befindet sie sich in Privatbesitz und beherbergt einen privaten Pferdehof. * Von der ''Fleschmühle'' im unteren Talabschnitt ist nur noch ein Mühlstein an Ort und Stelle erhalten. Die Mühle hat nur 42 Jahre existiert, erlangte jedoch lokale Bedeutung durch die Tatsache, dass sie das Elternhaus von ''Mutter Rosa'', Gründerin der Waldbreitbacher Franziskanerinnen, war. Margaretha Rosa Flesch lebte vor der Ordensgründung von 1838 bis 1851 dort und sammelte als Kind und Jugendliche in der Natur des Fockenbachtals Heilkräuter, die sie in der Krankenpflege verwendete, bevor sie das Kloster Marienhaus bezog, wo sie diese Kräuter selbst züchtete. Die Mühle wurde 1878 abgerissen, als niemand von der Familie Flesch mehr dort lebte. 2004, als im Vorfeld des 100. Todestages von Mutter Rosa das wissenschaftliche Interesse an der lange vergessenen Gründerin revitalisiert wurde, setzten die Franziskaner ihr am Standort der Fleschmühle eine Gedenkkapelle in Fachwerk. Im Inneren liegt Literatur und Informationsmaterial aus.

Ziele abseits des Tales
Bild:Louisenglück_Bergwerk.JPG thumb|Eingang zum ehemaligen Eisenerzbergwerk "Louisenglück" * Im Wald im Bereich des oberen Talabschnitts bei Niederhonnefeld wurden 1996 zwei Schachteingänge des ehemaligen Bergwerks ''Louisenglück'' wieder frei gelegt. Vom 16. Jahrhundert an bis 1877 wurde hier Eisenerz abgebaut. *Auf 1,5 km langem Wanderweg von der Fockenbachsmühle kann der Stangenstein bestiegen werden, landläufig ''Teufelstritt'' genannt. Der Sage nach soll der Teufel hier aus Steinen einen Turm in den Himmel zu bauen versucht haben, den Gott im Zorn umstieß. Es liegen große Felsbrocken vom Gipfel in einer "Stoß-Linie" in Richtung Fockenbachtal. Die wirkliche Entstehungsgeschichte der Formation ist unklar, vermutet wird ein umgestürzter Druiden-Stein. * Im mittleren Talabschnitt befindet ca. 300 m von der Fahrstraße nahe der Mündung des Nebenbaches Verscheider Seifen ein Denkmal für den am 9. März 1945 hier abgestürzten Oberfeldwebel Friedrich Bruchlos (* am 17. Februar 1919 in Berlin-Pankow). Der Gedenkstein zwischen zwei kleinen Zypressen trägt eine entsprechende Inschrift. * Von der auf ca. 1 km langem Stichweg im unteren Talabschnitt entlang des Nebenbaches Burgseifen erreichbaren Neuerburg (Wied) Neuerburg sind noch Mauern und der fünfeckige Bergfried erhalten. Erbaut wurde sie im 12. Jahrhundert von den Herren von Neuerburg; im 13. Jahrhundert gehörte sie Heinrich III. (Sayn) Mechthild von Sayn, die sie dann an Kurköln abtrat, in dessen Besitz sie ''de iure'' bis zum Reichsdeputationshauptschluss 1803 verblieb. ''De facto'' war sie schon im 17. Jahrhundert verfallen.

Weblinks

- PferdeHof Krölls-Mühle
- Fockenbachsmühle
- Fleschmühle
- Landesverordnung über den Naturpark Rhein-Westerwald vom 18. August 1978

Literatur / Karte
* Wanderkarte Rundwege Verbandsgemeinde Waldbreitbach, Das mittlere Wiedtal, hrsg. von der Verbandsgemeinde Waldbreitbach, 2005 * Albert Hardt: Im Land der Neuerburg an der Wied, hrsg. von der Verbandsgemeinde Waldbreitbach, 1987 Kategorie: Naturschutzgebiet in Rheinland-Pfalz Kategorie:Naturschutzgebiet in Europa

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