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Christian II. (Anhalt-Bernburg)

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'''Christian II., Fürst von Anhalt-Bernburg''', auch Christian der Andere oder der Jüngere (* 11. August 1599 in Amberg (Oberpfalz); † 21. September 1656 in Bernburg) war regierender Fürst von Anhalt-Bernburg.

Leben
Christian der Jüngere war der Sohn von Fürst Christian I. (Anhalt-Bernburg) Christian I. von Anhalt-Bernburg und Anna, Gräfin von Bentheim-Tecklenburg. Er kam auf Schloss Amberg zur Welt, wo sein Vater als kurpfälzischer Statthalter residierte. Er genoss eine hervorragende Ausbildung und sprach fließend französisch und italienisch. 1608-09 studierte er zusammen mit seinem Dessauer Vetter Johann Kasimir (Anhalt-Dessau) Johann Kasimir in Genf, begleitet von 2 Hofmeistern, Markus Friedrich Wendelin und Peter von Sebottendorf. Die üblichen Bildungsreisen nach Frankreich, Italien und England schlossen sich an. Von seinem 19. Lebensjahr an verbrachte er den größten Teil seines Lebens im Dreißigjähriger Krieg Dreißigjährigen Krieg mit allen seinen Schrecknissen und Entbehrungen, weshalb er in seinem Tagebuch von "ma fatale destinée" spricht. Der Krieg begann für ihn mit der Schlacht am Weißen Berge (1620), deren Verlust die Reichsacht Ächtung und Verbannung seines Vaters Christian I. ins Exil zur Folge hatte. Der jüngere Christian, der 2 Regimenter an seines Vaters Seite kommandiert hatte, geriet in Gefangenschaft, doch gelang es ihm, in Wien die Gunst Kaiser Ferdinand II. (HRR) Ferdinands II. zu erlangen, und noch 1621 wieder nach Bernburg zurückzukehren. Durch seinen Onkel, Fürst Ludwig I. (Anhalt-Köthen) Ludwig von Anhalt-Köthen wurde er unter dem Gesellschaftsnamen in die Fruchtbringende Gesellschaft aufgenommen. Nach dem Tod seines Vaters im April 1630 übernahm er die Regierung des Fürstentums Anhalt-Bernburg. Die Kriegsjahre waren hart für den vom Unglück verfolgten Fürsten und sein Land. Noch im ersten Jahr seiner Amtszeit eroberten und plünderten die berüchtigten Heinrich von Holk "Holk'schen Reiter" die Stadt. Einer Pestepidemie fielen 1700 Einwohner der kleinen Stadt zum Opfer. 1636 wurde das Schloss Bernburg geplündert, wobei der 70jährige Hofmarschall Burkhard von Erlach großen Mut erwies. Christian II. war vermählt mit Eleonora Sophia von Schleswig-Holstein-Sonderburg (1603-1675), der Tochter des Herzogs Johann von Schleswig-Holstein-Sonderburg. Das Ehepaar hatte insgesamt 15 Kinder, von denen jedoch nur wenige das Kindesalter überlebten: * Beringer (1626-1627) * Sophia (1627-1627) * Joachim Ernst (1629-1629) * Christian (1631-1631) * Erdmann (1632-1649) * Bodislaw (1633-1634) * Victor Amadeus (1634-1718) * Eleonora Hedwig (1635-1685) * Ernestina (1636-1659) * Angelica (1639-1688) * Anna (1640-1704), vermählt mit Graf Georg von Solms-Sonnewalde (1626-1688) * Karl (1642-1660) * Ferdinand (1643-1645) * Maria (1645-1655) * Anna Elisabeth (1647-1680), vermählt mit Herzog Christian Ulrich I. von Württemberg-Bernstadt Fürst Christian II. verstarb 1656 in Bernburg und wurde in der von seinem Vater erbauten Fürstengruft in der Schlosskirche St. Aegidien beigesetzt. Sein 22jähriger Sohn Victor Amadeus (Anhalt-Bernburg) Victor Amadeus übernahm die Regierung.

Siehe auch:
* Anhalt * Askanier

Literatur
* Johann Christoph Beckmann: ''Historie des Fürstenthums Anhalt'', 7 Tle., Zerbst 1710 (Ndr. Dessau 1995). * Hans Butzmann: ''Ein Buch aus dem Besitz Christian II. von Anhalt-Bernburg in der Stadtbücherei Ballenstedt.'' Bernburg 1936. * ''Ex Libris Christian I. und Christian II. von Bernburg''. Katalog der Ausstellung. Museum Schloss Bernburg, 1993. * Andreas Herz: "'Ma fatale destinée' - Krisen und Leiderfahrungen Fürst Christians II. von Anhalt-Bernburg in seinen Tagebüchern und anderen Zeit- und Lebensdokumenten", in: ''Passion, Affekt und Leidenschaft in der Frühen Neuzeit''. Wiesbaden: Harrassowitz 2003 (Wolfenbütteler Arbeiten zur Barockforschung). * Gottlieb Krause, Hrsg.: ''Das Tagebuch Christians des Jüngeren, Fürsten zu Anhalt.'' Leipzig 1855. * Hans von Zwiedineck-Südenhorst: ''Fürst Christian der Andere und seine Beziehungen zu Innerösterreich.'' Graz: Leuschner & Lubensky, 1874

Weblinks
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