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Botanischer Garten der Ruhr-Universität Bochum

*** Shopping-Tipp: Botanischer Garten der Ruhr-Universität Bochum

Bild:Bgbo rose ies.jpg thumb|180px|Im Rosarium Der '''Botanische Garten der Ruhr-Universität Bochum''' liegt inmitten eines waldreichen Gebietes im Stadtteil Querenburg. Nördlich grenzt er direkt an die Ruhr-Universität Bochum. Südlich des sanft abfallenden Gartengeländes liegen das Lottetal und der Kemnader See. * Adresse: Botanischer Garten der RUB, Universitätsstrasse 150, 44801 Bochum * ÖPNV: Bochum, Haltestellen Ruhr-Universität und Botanischer Garten * PKW: Autobahnabfahrt Bochum-Querenburg, der Beschilderung zur RUB, dann zum Botanischen Garten folgen {{Koordinate Artikel|51_26_31_N_07_16_03_E_type:landmark_region:DE-NW|51° 26' 31" N, 07° 16' 03" O}} Der Garten ist nur während der hellen Tagestunden geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Historie
Bild:566 Im Botanischen Garten, Tropenhaus.JPG 180px|thumb|Im Tropenhaus Bild:Bgbo wüstenhaus1 ies.jpg thumb|180px|Das Wüstenhaus von außen Bild:Bgbo wüstenhaus2 ies.jpg thumb|180px|Im Wüstenhaus Bild:Bgbo xanthorrhoea johnsonii ies.jpg thumb|180px|[[Grasbaum ''Xanthorrhoea johnsonii'' im Savannenhaus]] Bild:Bgbo cussonia paniculata ies.jpg thumb|180px|''Cussonia paniculata'' im Savannenhaus Bild:Bgbo kakteen ies.jpg thumb|180px|Teil der Kakteensammlung Bild:Bgbo sukkulenten ies.jpg thumb|180px|Teil der Sukkulentensammlung Bild:Bgbo frosch ies.jpg thumb|180px|Frosch im Teich Bild:Bgbo wüstenlandschaft ies.jpg thumb|180px|Wüstenlandschaft im Freiland Der Botanische Garten dient der Biologie Biologischen Fakultät der 1962 gegründeten Ruhr-Universität zu Studien- und Forschungszwecken. Nach Vorarbeiten ab 1966 wurde der Garten 1968 mit der Einstellung des ersten Gärtners gegründet und seitdem ständig erweitert und ausgebaut. Seit 1971 ist er der Öffentlichkeit zugänglich. 1976 wurde das Tropenhaus, 1988 zum Anlass des 20jährigen Bestehens das Wüstenhaus, 1990 der Chinesische Garten und 2000 das Savannenhaus fertig gestellt.

Daten
Der umzäunte Bereich des Botanischen Gartens nimmt insgesamt eine Fläche von 13.000 m² ein. Die Fläche der Gewächshäuser beträgt etwa 3.500 m². Zu den Besonderheiten gehört der Gartenkunst in China Chinesische Garten, der als einmalig in Deutschland gilt, da er komplett durch chinesische Fachkräfte im südchinesischen Stil erbaut wurde. [http://www.boga.ruhr-uni-bochum.de/presse/WAZ280100_2.JPG ''Verfall des Chinesischen Gartens löst Bedauern aus''] in WAZ Bochum, 28. Januar 2000 Weitere Besonderheiten sind Bereiche für * Geobotanik (Europa, Asien, Nordamerika) * Vegetationsgeschichte (Glazial, Postglazial-, Tertiärvegetation) * Bach (Gewässer) Bachlauf * Zierpflanzen Schmuckpflanzung * Gewächshaus Gewächshäuser (Tropen-, Savannen, Wüstenhaus) An Spezialsammlungen sind erwähnenswert: * Alpinum Alpine Pflanzen * Pflanzen der Kanarische Inseln Kanarischen Inseln * Ananasgewächse (Bromelien) * Farne * Palmfarne (Cycadeen) * Fleischfressende Pflanzen (Karnivoren) * Sukkulente Wolfsmilchgewächse (Wolfsmilch Euphorbien, Jatrophas) * Sukkulenten Madagaskars Gewächshäuser, Terrassen, Waldgebiete und Wiesen sind in die natürliche Umgebung harmonisch eingebettet und bieten so auch vielen Tieren einen erweiterten Habitat Lebensraum.

Gewächshäuser
Die vier Häuser sind über eine zentrale Eingangshalle miteinander verbunden, die über Schautafeln und einen oftmals besetzten Informationstisch verfügt.

Tropenhaus
Das '''Tropenhaus''' mit 17 Meter Höhe und 713 m² Größe vermittelt dem Besucher den Eindruck sich mitten in einem Dschungel zu befinden. Neben einem kleinen Bachlauf beinhaltet es große Baum Bäume, krautige Pflanze Kräuter, Bananenstauden, Kaffee (Pflanze) Kaffesträucher und andere Nutzpflanzen der tropischen Regenwald Regenwälder. In die Umgebung eingepasst bevölkern Tropenvögel wie Tukane und Nektarvögel das Haus. Man sollte langsam gehen und aufpassen, nicht auf die kleinen Hühnchen zu treten, die über die Wege laufen.

Wüstenhaus
Im '''Wüstenhaus''' finden sich Pflanzen trockener Tropen tropischer und Subtropen subtropischer Regionen Madagaskars, Afrikas und Amerikas in geographisch geordneten Bereichen. Hier kann man bei unterschiedlicher Verwandtschaft die ähnliche Entwicklung der Wuchsformen (Konvergenz (Biologie) Konvergenz) unter vergleichbaren klimatischen Bedingungen bestaunen. Neben vielen Sukkulenten sind auch reichlich krautige Pflanzen der Begleitvegetation vorhanden. Obwohl die Pflanzen viel dichter gedrängt stehen als in der Natur, vermittelt das Haus doch einen sehr guten Eindruck von ihrer Vielfältigkeit und ihren Lebensräumen. Besonders beeindruckend sind die riesigen, baumförmigen Sukkulenten, die man sonst nur als Miniaturausgaben vom Fensterbrett kennt. Doch auch unter den klein bleibenden Pflanzen finden sich viele, schön gewachsene Kostbarkeiten, die sonst in Deutschland kaum ein zweites Mal zu sehen sind. Trotz der vielen Giftpflanzen und oft gefährlichen Dornen sind alle Beete in einem sehr guten Pflegezustand.

Savannenhäuser
Die zuletzt fertig gestellten zwei '''Savannenhäuser''', die sich zwischen Tropen- und Wüstenhaus befinden, zeigen Hartlaubgewächse Hartlaubgebüsche aus Südafrika und Australien mit ihrer Begleitvegetation. Neben vielen Eukalyptusarten sind dort als besondere botanische Kostbarkeiten u.a. australische Grasbaum Grasbäume (''Xanthorrhoea'') und eine baumförmige ''Cussonia'' zu sehen.

Nicht öffentliche Gewächshäuser
Der Gang, der vom Tropenhaus ausgehend die nicht öffentlichen Gewächshäuser verbindet, ist auch einen Besuch wert. Dort findet man neben Palmen und Palmfarnen auch schöne Vitrinen mit Orchideen, Bromelien und Sukkulenten. Im Winter, wenn die vielen Kübelpflanzen des Gartens einen warmen Überwinterungsplatz brauchen, wird es im Gang recht eng. Grundsätzlich können auch die in den nicht öffentlichen Gewächshäuser gelegenen Spezialsammlungen besichtigt werden. Dazu muss jedoch der zuständige Gärtner oder Gärtnermeister anwesend sein und ausreichend Zeit für den Besucher haben. Das ist aber besonders im Frühling und Sommer, wenn die Pflanzen vermehrt gegossen und gepflegt werden müssen, nur selten der Fall. Wenn ein Besucher also an einer der Spezialsammlungen besonders interessiert ist, muss er Glück oder besser rechtzeitig vorher im Sekretariat einen Besuchstermin vereinbart haben.

Außenanlagen
Den Südteil des Botanischen Gartens nimmt die Geobotanik Geobotanische Abteilung ein. Es handelt sich hier um ein Gebiet aus typisch europäischen Biotopen, wie verschiedene Waldarten und Vertreter der Heide (Landschaft) Heide- und Strandpflanze Küstenvegetation. Diese werden durch Wiesen, Steppen, Moore und Waldbaumarten ergänzt, wie sie gewöhnlich nur in Asien und Teilen Amerikas anzutreffen sind. Hier kann man lernen, die Beziehungen der Pflanzen untereinander und innerhalb des Umweltkontextes zu verstehen. Im Frühling und Sommer ist der Bach (Gewässer) Bachlauf mit den Teichen eine besondere Attraktion. Dann tummeln sich dort zwischen den Wasserpflanzen unzählige Frosch Frösche, deren Quaken mehrere hundert Meter weit zu hören ist. Das Glucksen des Baches, umherschwirrende Libellen und das allgegenwärtige Zwitschern der Vögel bereichern die Geräuschkulisse. Um das Wüstenhaus und besonders auf dessen Südseite ist im Sommer eine etwa 400 m² große Steppen- und Wüstenlandschaft nachgebildet. Dort sind als Kübelpflanzen gehaltene Sukkulenten in den Sandboden eingelassen und so geschickt mit Bruchsteinen und Begleitvegetation arrangiert, dass der Eindruck einer echten Landschaft entsteht. Durch die geschützte, südliche Lage ertragen die Sukkulenten auch einen verregneten Sommer ohne größere Probleme. Alle Abteilungen finden sich inmitten einer Landschaft aus Beeten, Wiesen und Treppen, die von Kübelpflanzen gesäumt sind. Der Besucher kann also auf seinem Weg zwischen den verschiedenen Bereichen Nutzpflanzen, Kräuter, Gartenblumen, exotisches Busch- und Staudenwerk, geschickt angelegte Felsfluren mit alpinen Pflanzen und Pflanzung (Rabatte) Rabatten mit Zierpflanze Zierpflanztechniken bestaunen.

Der Chinesische Garten
Bild:572 Chinesischer Garten.JPG thumb|180px|Chinesischer Garten in Bochum Bild:Bgbo cornus kousa var chinensis ies.jpg thumb|180px|''Cornus kousa'' var. ''chinensis'' im chinesischen Wald Bild:570 Im Chinesischen Garten.JPG thumb|180px|Auf dem Weg durch den Garten Bild:569 Architektur im Chinesischen Garten.JPG thumb|180px|Südchinesische Architektur im Chinesischen Garten Der Chinesische Garten Bochums mit dem Namen '''Quian Yuan''' (Quians Garten] ist auf 1000 m² entstanden, wobei ein Teich die Hälfte dieser Fläche einnimmt. Dieses Beispiel für Gartenkunst in China chinesische Gartenkunst stiftete die Tongji-Universität Shanghai der Ruhr-Universität als Zeichen der Freundschaft. Chinesische Architekten und Handwerker haben ihn 1986 aus originalen Bauteilen gestaltet, die über den Seeweg transportiert wurden. Beim Aufbau wurden 600 Tonnen Gestein unter Anleitung chinesischer Spezialisten zu Felsformationen aufgetürmt und mit Mauerdurchlässen, Terrassen und Pavillons versehen. Er ist im Stil der südchinesischen Hausgärten angelegt, dessen Absicht es ist, die Gärten aussehen zu lassen als hätte niemand als die Natur selbst sie hervorgebracht. Deshalb wurden auch in Bochum schlichte Materialien wie Natursteine, Holz und Ziegel - und zurückhaltende Farben (weiß, schwarz, braun, grau und dunkelrot) eingesetzt. Das Prinzip des Gartens ist dergestalt, dass Ruhe und Bewegung der Natur architektonisch zu einem Ganzen verwoben wurden: Das Wasser in ruhiger Form als Teich oder Brunnen, bewegt als Quelle oder Wasserfall. Auf den Wandelgängen, die die gesamte Anlage durchziehen, bewegt sich der Besucher zu den schönsten Blickpunkten im Garten und kann immer wieder in kleinen Pavillons rasten, die mit geschwungenen Runddächern aus einzigartigen und handgearbeiteten Ziegeln errichtet wurden. Im Jahr 2001 sanierten chinesische Facharbeiter den Garten für vier Monate grundlegend, da insbesondere die Pagoden auf Grund eines Pilzbefalls vom Zerfall bedroht waren und der Garten deshalb vorübergehend geschlossen werden musste. Am 18. Oktober 2001 erfolgte die Wiedereröffnung des Gartens.

Der Rundgang
Schon außerhalb der chinesischen Natursteinmauern soll der Besucher auf die Schlichtheit der südchinesischen Gestaltkunst Meditation meditativ eingestimmt werden. Dieses wird architektonisch durch kunstvoll gestaltete Fenster erreicht, die als eine Verbindung zwischen Innen und Außen auf die Besonderheit des "Gartens im Garten" hinweisen sollen. Durch eine hölzerne Flügeltür gelangt der Besucher in die Eingangshalle. Links davon führt ein gewundener Wandelgang in den Garten - über eine kleine Brücke zur geräumigen Haupthalle. Von dort aus genießt der Besucher die Aussicht über die ganze Gartenlandschaft. Von der Haupthalle führen ein paar Steinstufen hinunter zum Wasserpavillon. Vom rückwärtigen Teil der Haupthalle zweigt ein kleinerer Wandelgang ab, der einen an vier außergewöhnlich schönen Ziegelschnitzereien vorbei zu einem antiken Brunnen führt. Von jahreszeitlich abgestimmten Blumen umgeben wird die perfekte Illusion dörflichen Stilllebens erzeugt. Das nächste sich bietende Bild auf dem Weg - schroffe Felsen und eine Hütte mit niedrigem Strohdach direkt am Wasser - erinnert an eine alte Fährstelle. Nachdem man an einigen hoch aufgetürmten Felsen mit ein paar Bergpfaden vorbei gekommen ist, scheint der Weg plötzlich vor einer Felswand zu enden und führt doch weiter in eine dunkle Quellhöhle. Danach tritt der Besucher wieder ins Licht. Auf dem Wandelweg kommt er schließlich zum kleinen Pavillon mit sechseckigem Grundriss, von wo aus der Blick noch einmal die gesamte Gartenanlage umfasst.

Bedeutung des Namens
Der Gartenname "Quians Garten" geht auf Tao Quian (365-427 n. Chr.) zurück, einem bekannten Schreiber, dessen "Bericht vom Pfirsichblütenquell" sich seit Jahrhunderten in China großer Beliebtheit erfreut. In dieser Erzählung verirrt sich ein Fischer in ein Traumland namens "Pfirsichblütenland". Dort führen die Menschen ein harmonisches und sorgenfreies Leben in einer wundervollen Umgebung. Tao Qian beschreibt auf diese Weise seine Hoffnung auf eine ideale Gesellschaft und die Sehnsucht nach einem harmonischen Leben in Einklang mit der Natur. Im Sinne dieser Philosophie errichteten die Architekten des "Quian Yuan" in Bochum den Garten.

Weblinks
{{Commons|Category:Botanischer Garten, Bochum|Botanischer Garten der Ruhr-Universität Bochum }}
- Botanischer Garten der Ruhr-Universität Bochum
- Martin Beilmann - Der Chinesische Garten an der Ruhr-Universität Bochum

Quellen
Kategorie:Parkanlage im Ruhrgebiet Kategorie:Bochum Kategorie:Botanischer Garten Kategorie:Chinesischer Garten in Europa

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