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Aušra

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image:Ausra newspaper.jpg thumb|''Auszra'' Doppelausgabe 10 & 11 von 1884 '''Aušra''' (auch ''Auszra'', dt.: ''Morgenröte'') war die erste Litauen litauische Volkszeitung. Die Erstausgabe erschien 1883 in Neman Ragnit, heute ''Neman'', in Kleinlitauen. Später wurde sie monatlich in Sowetsk (Kaliningrad) Tilsit, heute Sowjetsk, herausgegeben. Obwohl nur 40 Ausgaben erschienen und die Auflage 1000 Exemplare nicht überstieg, wird diese Publikation von vielen Wissenschaftlern als bedeutendes Ereignis für Litauen und als Beginn der nationalen Wiedererweckung gewertet, aus der letztlich die Unabhängigkeit Litauens nach dem Ende des Erster Weltkrieg ersten Weltkriegs resultierte. Die Zeit zwischen dem ersten Erscheinen von ''Aušra'' 1883 und der Aufhebung des Publikationsverbotes 1904 wird in Litauen auch ''Aušros gadynė'' (''Zeit der Morgenröte'') genannt.

Geschichte
Nachdem die Russland russischen Behörden die Erlaubnis verweigert hatten, in Vilnius eine litauische Zeitung herauszugeben, schlug Jonas Šliūpas vor, diese in Ostpreussen zu veröffentlichen. Er selbst wurde jedoch für zu radikal für diese Aufgabe gehalten und der Drucker Jurgis Mikšas bat Jonas Basanavi?ius, erster Herausgeber zu werden. Während ihres dreijährigen Erscheinens hatte ''Aušra'' nicht weniger als fünf Herausgeber. Nachdem Mikšas aus persönlichen Gründen pausieren musste, wurde Šliūpas der Druckvorgang anvertraut. Zwischen ihm und dem in Bulgarien lebenden Basanavi?ius gab es jedoch schnell Streit, der sich an Šliūpas ungebetenen und beleidigenden Kommentaren zu den Artikeln anderer Autoren entzündete. Šliūpas hatte auch mit der deutschen Polizei wegen seiner Beteiligung an nationalistischen Bewegungen Schwierigkeiten und musste Preussen 1994 verlassen. Die weiteren Herausgeber, Martynas Jankus und Jonas Andziulaitis, hielten sich mit polemischen Texten zurück und die Streitigkeiten beruhigten sich. Allerdings verschuldete sich Mikšas bald darauf und konnte die Zeitung nicht länger unterstützen. 1886 musste die Zeitung ihr Erscheinen einstellen. Die Zeitung erschien außerhalb Litauens. Die Behörden des Russisches Reich russischen Reiches hatten nach dem Januaraufstand 1863 ein Publikationsverbot in Kraft gesetzt. Es war verboten, jedwedes Schrifttum in litauischer Sprache und unter Verwendung des Lateinisches Alphabet Lateinischen Alphabets zu veröffentlichen; die Regierung wollte die Graschdanka, ein mit Kyrillisches Alphabet kyrillischen Buchstaben geschriebenes Litauisch, durchsetzen. Deshalb wurde das Drucken mit lateinischen Lettern ins Ausland verlagert, hauptsächlich nach Kleinlitauen, und Knygnešiai (''Bücherträger'') schmuggelten die Druckwerke über die deutsch-russische Grenze. Dies war einer der Wege, auf denen ''Aušra'' ihre Leser erreichte; daneben wurde sie auch in versiegelten Umschlägen verschickt.

Inhalt
Mehr als 70 Personen trugen zu ''Aušra'' bei. Die Autoren, auch ''Aušrininkai'' genannt, kamen aus wohlhabenden Bauernfamilien, die nach der Abschaffung der Leibeigenschaft 1863 an Bedeutung gewannen. Viele der Autoren hatten eine Ausbildung an russischen Universitäten genossen und sprachen fliessend polnisch. Wegen der häufigen Wechsel in der Herausgeberschaft hatte die Zeitung keine klare und durchgängige Aurichtung. Basanavi?ius beispielsweise verstand ''Aušra'' nicht als politische Publikation, in der Erstausgabe kündigte er an, sie würde sich ausschliesslich mit kulturellen Themen beschäftigen. Bald jedoch nahm die Zeitung einen nationalistischen Standpunkt ein. ''Aušra'' half, viele Vorstellungen über das Litauische Volk und seine Selbstsicht herauszukristallisieren. Plänen, die polnisch-litauische Republik Beider Nationen wiederherzustellen, wurde eine Absage erteilt. Die Autoren begannen, über einen unabhängigen litauischen Nationalstaat nachzudenken. ''Aušra'' veröffentlichte viele Artikel zu den unterschiedlichsten Themen wie Landwirtschaft oder Berichte aus litauischen Gemeinschaften in den Vereinigte Staaten Vereinigten Staaten, am beliebtesten waren jedoch Geschichtsthemen. Das Vorwort der ersten Ausgabe wurde mit einem lateinischen Spruch eingeleitet: ''Homines historiarum ignari semper sunt pueri'' (''Wer die Geschichte ignoriert, bleibt ewig ein Kind''). Die Geschichtsartikel fußten auf den Werken von Simonas Daukantas, des ersten litauischen Historikers und zeichneten ein verklärtes Bild des mächtigen Großfürstentum Litauen litauischen Großfürstentums. ''Aušra'' behielt eine anti-polnische, vor allem gegen den polnischen Adel gerichtete, Position bei, versuchte aber die Konfrontation mit dem Zar zaristischen Russland zu vermeiden, weil man hoffte, auf diese Weise die Aufhebung des Presseverbots zu erreichen. Die Zeitung richtete sich an die intellektuelle Oberschicht und hatte deshalb nur einen begrenzte Leserschaft. Die einfachen Leute auf dem Land billigten die weltliche Ausrichtung der ''Aušra'' und ihre Distanz zu katholischen Überlieferungen nicht.

Folgepublikationen
Bald nachdem ''Aušra'' ihr Erscheinen einstellte, erschienen neue Zeitschriften auf litauisch: ''Varpas'' (''Die Glocke'') war eine weltliche Zeitung, während ''Šviesa'' konservativer und der Geistlichkeit zugewandt war.

Quellen
* Virgil Krapauskas: The Historiography of ''Auszra'' and the ''Aušrininkai'' in ''The Case of Nineteenth-Century Lithuanian Historicism'', S. 107-118. New York : Columbia University Press, 2000. ISBN 0-88033-457-6 * Encyclopedia Lituanica, Band 1, Eintrag "Aušra". Boston, Mass. : 1970-1978 Kategorie:Zeitung (Litauen) en:Aušra lt:Aušra (laikraštis)

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[Der Artikel zu Aušra stammt aus dem Nachschlagewerk Wikipedia, der freien Enzyklopädie. Dort findet sich neben einer Übersicht der Autoren die Möglichkeit, den Original-Text des Artikels Aušra zu editieren.
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