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Amateurfotografie

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Die '''Amateurfotografie''' ist ein Sammelbegriff für die Erstellung von Fotografie fotografischen Abbildungen weder für die Ausübung des Berufes noch für das Bestreiten des Lebensunterhaltes.

Einführung
Wer diese Art der Fotografie betreibt wird als '''Amateurfotograf''' bezeichnet, im Gegensatz zum so genannten professionellen bzw. Berufsfotografie Berufsfotografen. Dabei enthält der Begriff allerdings keinerlei qualitative Wertung. Auch wenn Berufsfotografen oftmals eine Ausbildung genossen haben, gehen Amateurfotografen zum Teil sehr ähnlich vor und erzielen auch gleichwertige Ergebnisse.

Amateurfotograf
Bild:New smyril 14.10 - watching photos.jpg thumb|250px|Fotoamateur Umgangssprachlich wird der '''Amateurfotograf''' auch als '''Fotoamateur''', ''engagierter Fotoamateur'', ''einfacher Fotoamateur'' oder ''Edelamateur'' bezeichnet, diese verschiedenen Bezeichnungen lassen sich nicht nach einheitlichen Kriterien unterscheiden und enthalten teilweise bereits eine qualitative Wertung. Amateurfotografen investieren zum Teil viel Geld und Zeit in ihr Hobby, sie sind häufig aktive Mitglieder in Fotoclubs und nehmen an Fotowettbewerben teil. Diese Amateurfotografen vermarkten ihre gelungensten Aufnahmen teilweise sogar semi-professionell für Bildarchive oder in nebenberuflicher Mitarbeit bei Lokalzeitungen, womit sie sich in einer Grauzone zwischen Amateur- und Berufsfotografien befinden. Die Fotografie bietet ihnen die Möglichkeit zur Selbstverwirklichung und Identifikation. Auch die ''engagierten Amateurfotografen'' verfügen i.d.R. über keine reguläre fotografische Ausbildung, sondern haben sich Fototechnik Technik und Praxis Autodidaktik autodidaktisch oder in Kursen angeeignet. Die Bezeichnung ''Knipser'' soll Fotografierende kennzeichnen, die ohne Kenntnisse oder Interesse an Fototechnik oder Bildgestaltung typischerweise Schnappschuss Schnappschüsse aufnehmen, eben ohne besonderen Anspruch ''„knipsen“''. Für den ''Knipser'' ist das Fotografieren nur eine Freizeitbeschäftigung unter Vielen, er hat keine besonderen Erwartungen an seine Aufnahmen und identifiziert sich nicht durch das Fotografieren.

Inhalte
: ''„Vielleicht ist die wahre, totale Photographie [...] ein Haufen von Bruchstücken privater Bilder, vor dem zerknitterten Hintergrund der Zerstörungen und der Krönungen“'' (Italo Calvino, 1957). Soziologische Studien in der Tradition von Pierre Bourdieu unterstellen der Amateurfotografie den Zweck, den Zusammenhalt der Familie zu gewährleisten und zu fördern; Autoren wie Susan Sontag übernehmen diese Sichtweise weitgehend unreflektiert, der Fotohistoriker Timm Starl widerspricht ihr jedoch vehement. Eine besondere Bedeutung haben Amateurfotografien ohne künstlerischen Charakter für die Historiographie und die Soziologie, da sie gerade das Dokumentation dokumentieren, was künstlerische und massen mediale Bilder nur gefiltert wiedergeben: das mehr oder minder authentische private und kulturelle Umfeld der Amateurfotografen und die Sichtweise, die der Fotografierende von sich und seinem Umfeld zeigen will. Brisant sind auch häufig die Amateurfotografien von Soldaten, die an Propaganda propagandistischer Filterung vorbei fotografiert wurden, worauf das Militär inzwischen teilweise mit einem Fotografie- und Film-Verbot reagiert. Generell findet man im Bereich der Amateurfotografie alles an Fotomotiven, was mit der jeweils verwendeten Ausrüstung fotografierbar ist. Hierunter auch zahlreiche Motive, die wegen ihrer Seltenheit (oder auch weil Berufsfotografen hierfür nicht engagiert werden) nicht von Berufsfotografen aufgenommen werden.

Geschichte und Entwicklung
Die ''Amateurfotografie'' entstand parallel zur Entwicklung der Fotografie um 1840; der Gegenpol zur Amateurfotografie – die Berufsfotografie – differenzierte sich parallel dazu ebenfalls ab 1840 aus: Beide Verwendungsformen entwickeln sich bereits in den ersten Jahren der Fotografie, und viele namhafte frühe Fotografen waren ''Amateurfotografen''. Beschleunigt wurde die Ausdifferenzierung der Amateurfotografie vor allem durch drei Faktoren, welche die Fotografie vereinfachten: # Die Entwicklung der Handkameras ab den 1870er 1870er Jahren # Die Entwicklung Lichtstärke lichtstarker Objektiv (Optik) Objektive # Die Erfindung der Gelatine-Trockenplatte durch Richard Leach Maddox und die Kombination mit ''Wechsel-'' oder ''Doppelcassetten'' sowie ''Plattenmagazinen'', die einen Plattenwechsel im Tageslicht ohne Schutzzelt ermöglichten. Eine verbreitete Kamerabauform im ausgehenden 19. Jahrhundert war der so genannte ''Schülerapparat'', eine einfache Kamera mit preiswerter ''Landschaftslinse'', die jedoch als Aufnahmematerial – wie auch die zeitgenössischen Geheimkameras – noch Glasplatten verwendeten. Aus dem Jahr 1881 stammt das erste deutschsprachige Handbuch für Amateurfotografen von Haugk und Wilde (''Ausführliche Anleitung, die Photographie mit der neuen, äußerst empfindlichen und haltbaren Gelatine-Emulsions-Platten, ohne eingehende Fachstudien leicht und sicher zu erlernen. Für Touristen [...] und Alle, welche die Photographie [...] zum Vergnügen betreiben wollen''). Die Amateurfotografie im engeren Sinne beginnt um 1888 mit der Etablierung der ersten industriell gefertigten und massenhaft verbreiteten Handkameras wie der Kodak No. 1. Ab diesem Zeitpunkt war die Fotografie durch den Rollfilm, kompakte Fotoapparate und eine komfortable Handhabung hinreichend einfach und mobil geworden, um weitere Kundenschichten zu erschließen. Eastman setzte den Rollfilm als Massenprodukt gegen den Widerstand des Einzelhandels am Markt durch. Die Normierung und Standardisierung fotografischer Apparaturen und Edeldruckverfahren ab Anfang des 20. Jahrhunderts förderten die Akzeptanz und Verbreitung weiter. Genutzt wurden zunächst überwiegend einfache Mittelformatkameras – die so genannten Boxkameras – sowie ab den 1940er 40er Jahren zunehmend Kleinbildkameras. Weiteren Auftrieb erhielt die Amateurfotografie durch die Entwicklung der Farbfotografie ab Mitte der 1930er 30er Jahre. In dieser Zeit entstanden auch zahlreiche Periodika für Amateurfotografen wie ''Die Leica'', ''Perutz-Mitteilungen'' und ''Der Satrap'': Die Fotografie wurde ''„eine, wenn auch vom Großkapital unterstützte, Basis-Bewegung“'' (Boris von Brauchitsch, ''Kleine Geschichte der Fotografie'', 2002, S. 110). Eine besondere Bedeutung kommt der Arbeiterfotografie in den 1920er 20er und 1930er 30er Jahren zu, die sich als politisch engagierte Fotografie mit dokumentarischem und sozialem Anspruch verstand; in diesem Kontext sind auch die fotografischen Arbeiten von Heinrich Zille zu sehen. Die Arbeiter Illustrierte Zeitung (AIZ) veröffentlichte zahlreiche Sozialreportagen und erreichte mit einer Auflage von 1,5 Millionen nicht nur Amateurfotografen. In den Wirtschaftswunder Nachkriegsjahrzehnten wurde der Markt der Amateurfotografen mit speziell für die einfache und komplikationslose Handhabung konstruierten Gerätschaften versorgt; zu erwähnen sind hierbei vor allem die Instamatic-Kamera und die Pocket-Kamera. Spezielle Amateur-Konzepte garantieren jedoch nicht den Erfolg im Markt der Amateurfotografie, wie später die Disc-Kamera Disc- und die APS-Kamera gezeigt haben. Durch den Einsatz der Digitaltechnik sind die Grenzen zwischen Amateurfotografie und Berufsfotografie etwas fließender geworden, allerdings sind die beiden Gruppen noch deutlich zu unterscheiden.

Organisationen und Verbände
Viele Fotoamateure organisieren sich in Fotoclubs; diese Organisationsform entstand Ende des 19. Jahrhunderts als es möglich wurde, fotografische Bilder auch Massenmedium massenmedial durch die Autotypie zu reproduzieren. Diese Vereine trafen sich in privaten oder öffentlichen Räumen, veranstalteten Ausstellungen und Vortrag Vorträge, gaben Buch Bücher und Zeitschriften heraus und verfügten gelegentlich sogar über eigene Bibliotheken. Das ''American Annual of Photography'' listet im Jahr 1893 rund 500 derartige Vereine auf, die teilweise noch heute existieren. Zu den bekanntesten Amateur-Fotoclubs zählen: * ''Club der Amateur-Photographen'' (später umbenannt in ''Wiener Kamera-Club''), Wien; * ''Gesellschaft zur Förderung der Amateur-Photographie'', Hamburg; * ''Photoclub de Paris'', Paris; * ''Society of Amateur Photographers'', New York City New York; * ''Camera Club'', New York City New York. Auch heute noch haben Fotoclubs eine gewisse Bedeutung, weniger jedoch als Vereinigung von Amateurfotografen als vielmehr als Berufsverband Berufsverbände mit kulturpolitischem Einfluss.

Siehe auch
* Fotografie * Berufsfotografie * Arbeiterfotografie * :Kategorie:Genre_der_Fotografie Genres der Fotografie

Literatur
* Pierre Bourdieu u. a.: ''Un art moyen. Essai sur les usages sociaux de la photographie''. 1965 (dt. Übers. ''Eine illegitime Kunst. Die sozialen Gebrauchsweisen der Photographie''. Frankfurt am Main 1981). ISBN 3-434461-62-0 * Vilém Flusser: ''Band I: Vom Zweifel''. ISBN 3-923283-64-4 * Vilém Flusser: ''Band II: Die Geschichte des Teufels''. ISBN 3-923283-41-5 * Vilém Flusser: ''Band III: Für eine Philosophie der Fotografie''. ISBN 3-923283-47-4 * Vilém Flusser: ''Band IV: Ins Universum der technischen Bilder''. ISBN 3-923283-44-X * Vilém Flusser: ''Band VIII: Standpunkte. Texte zur Fotografie''. ISBN 3-923283-50-4 * Susan Sontag: 'Über Fotografie''. (ins dt. Übers. aus ''On Photography'' von Susan Sontag. 1977). ISBN 3-596230-22-5 * Timm Starl: ''Knipser. Die Bildgeschichte der privaten Fotografie in Deutschland und Österreich von 1880 bis 1980''. München; Berlin: Koehler & Amelang, 1985. ISBN 3-7338-0200-4 * Willy Puchner: ''Über private Fotografie'', Diplomarbeit in Philosophie, 1988, [http://www.univie.ac.at/ Universität Wien]

Weblinks

http://www.arbeiterfotografie.com/ – Arbeiterfotografie: „Forum für engagierte Fotografie“ des Bundesverbands Arbeiterfotografie
- http://www.foto.unibas.ch/~rundbrief/les71.htm – Timm Starl, Kurator der Ausstellung „Knipser" im Münchner Stadtmuseum (Rundbrief Fotografie: „Im Gespräch“) Kategorie:Fotografie

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