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Alban Berg

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'''Alban Berg''' (* 9. Februar 1885 in Wien; † 23. Dezember 1935 ebenda) – am 1. März 1885 in der Pfarrkirche St. Peter auf den Namen Albano Maria Johannes Berg getauft (das ‚o‘ in Albano stand nur auf dem Taufschein und tauchte danach nie wieder auf) – war ein Österreich österreichischer Komponist der Zweite Wiener Schule Zweiten Wiener Schule. Sein Werk vereint Einflüsse der Gustav Mahler Mahlerschen Spätromantik mit Arnold Schönbergs freier Atonalität und später der Zwölftonmusik Zwölftontechnik. Obwohl Berg sich selbst immer als „natürlicher Fortsetzer richtig verstandener, guter, alter Tradition“ verstand, gehört er zu den großen Neuerern der Musik des 20. Jahrhunderts. Sein Werk, einst heftig umstritten, zählt heute längst zur klassischen Moderne und fasziniert unverändert durch eine charakteristische Verbindung von konstruktiver Strenge und persönlichem klangsinnlichen Ausdruck.

Leben und Werk
Berg wurde in Wien geboren und lebte dort die meiste Zeit seines Lebens. Vielseitig begabt, schien er als Kind mehr an Literatur als an Musik interessiert zu sein. Mit fünfzehn begann er als Autodidakt zu komponieren, ohne groß eine formale musikalische Ausbildung genossen zu haben. Als der 10 Jahre ältere Arnold Schönberg, schon zu der Zeit ein maßgeblicher Vertreter der musikalischen Moderne, Kompositionskurse für den Oktober 1904 ankündigte, wurden ihm von Bergs älterem Bruder Charley heimlich einige Lieder Albans vorgelegt. Schönberg bemerkte sofort die außerordentliche musikalische Begabung des jungen Mannes, in dessen Liedern er „eine überströmende Wärme des Fühlens“ erkannte – ein Merkmal, das auch alle weiteren Kompositionen Alban Bergs auszeichnen sollte. Berg wurde zusammen mit dem zwei Jahre älteren Anton Webern als Privatschüler aufgenommen und studierte insgesamt sechs Jahre bei Schönberg. Der Einfluss des Älteren war immens. Berg bewunderte Schönberg nicht nur als Komponisten und Lehrer. Einige Biographen meinen zu wissen, dass er in ihm auch einen Ersatzvater fand, dem er über die Studienzeit hinaus sein Leben lang in enger Freundschaft verbunden blieb. (Sein eigener Vater war gestorben, als Berg fünfzehn war.) Während seiner ersten zwei Jahre mit Schönberg arbeitete Berg noch als Beamter (Rechnungspraktikant), aber von 1906 an konnte er sich ganz der Musik widmen. 1907 wurden seine ersten Werke öffentlich aufgeführt: Drei der ''Sieben frühen Lieder'' wurden bei einem Konzert mit Musik von Schönbergschülern in Wien aufgeführt. Am 3. Mai 1911 heiratete Berg Helene Berg Helene Nahowski, entgegen dem Wunsch ihrer Familie. Das erste Treffen zwischen dem Komponisten und der Sängerin aus wohlhabendem Hause fand bereits 1906 statt. 1913 hatten die ''Fünf Orchesterlieder nach Ansichtskartentexten von Peter Altenberg'' (op. 4) in Wien ihre Uraufführung. Dieses Stück führte zu einem Skandal, und die Aufführung musste abgebrochen werden. Erst 1952 wurde das Stück vollständig aufgeführt. Von 1915 bis 1918 diente Berg in der österreichischen Armee. Schon 1915 begann er an seiner ersten Oper ''Wozzeck (Berg) Wozzeck'' zu arbeiten, deren Textfassung er, in enger Anlehnung an Georg Büchners Drama Woyzeck, 1917 abschloss. Nach dem Ersten Weltkrieg kehrte er nach Wien zurück und gab Musikunterricht. Außerdem unterstützte er Schönberg in der Leitung des ''Vereins für musikalische Privataufführungen''.

Wozzeck
Die Arbeit an der Oper Wozzeck (Berg) Wozzeck hatte Berg schon 1921 beendet. Eine Aufführung von drei Ausschnitten im Jahr 1924 brachte ihm den ersten öffentlichen Erfolg. Lange Zeit fand sich kein Opernhaus, das die ganze Oper wegen der immensen Schwierigkeiten für Orchester und Sänger zur Aufführung bringen wollte. Einzig Erich Kleiber, der frischgebackene junge Generalmusikdirektor der Berliner Staatsoper Unter den Linden Staatsoper, erkannte die Genialität der Partitur und brachte den ''Wozzeck'' nach legendär gewordenen 34 Orchesterproben am 14. Dezember 1925 zur Uraufführung. Der ''Wozzeck'' gilt heute als Markstein in der Geschichte der Oper und als eines der bedeutendsten Werke des 20. Jahrhunderts. Zumal nach 1945 errang ''Wozzeck'' internationalen Ruhm. Wichtige Dirigenten setzten sich für dieses Werk ein, darunter besonders Karl Böhm, der es über Jahrzehnte hinweg an der Wiener Staatsoper leitete und in Walter Berry einen von Kritik und Publikum als ideal empfundenen Protagonisten fand. Aber auch Claudio Abbado und Pierre Boulez gestalteten rezeptionsgeschichtlich wichtige Live-Aufführungen sowie Platteneinspielungen. Wesentliche Regisseure, etwa Oscar Fritz Schuh, Luca Ronconi oder Patrice Chéreau, schufen vielbeachtete Inszenierungen.

Orchesterwerke
Weitere bedeutende Werke sind die ''Drei Orchesterstücke'' (op. 6) von 1914, eine expressionistische Schreckensvision am Vorabend des Weltkriegs und zugleich eine der schwierigsten Partituren der Musikgeschichte, die ''Lyrische Suite für Flurin Battaglia'' (1927), die das 3. Quartett Béla Bartóks stark beeinflusst haben soll, und das ''Kammerkonzert für Klavier, Violine und 13 Blasinstrumente''.

Violinkonzert
Das bekannteste Werk Bergs neben dem ''Wozzeck'' dürfte sein Violinkonzert (1935) sein. Es ist zugleich sein letztes: ein „Schwanengesang“, in dem die Summe eines kompositorischen Schaffens gezogen wird. Im Februar 1935 hatte der amerikanische Geiger Louis Krasner ein Violinkonzert in Auftrag gegeben. Berg blieb zunächst untätig, bis er Ende April die ihn zutiefst erschütternde Nachricht vom Tode der 18jährigen an Kinderlähmung erkrankten Manon Gropius erhielt, der Tochter Alma Mahler-Werfels aus der Ehe mit dem Architekten Walter Gropius. Berg setzte ihr mit dem Violinkonzert ein musikalisches Denkmal ohnegleichen, komponiert mit dem Vorsatz, „Wesenszüge des jungen Mädchens in musikalische Charaktere umzusetzen“. Das Werk ist zweisätzig, dabei jeweils durch verschiedene Tempi noch einmal unterteilt und so der thematischen Absicht eines Requiems folgend. Der 1. Satz (Andante - Allegro) scheint Manons kurzes Leben nachzuzeichnen, eine eingebaute schlichte Kärntner Volksweise verweist auf die Kindheit, als Berg Manon in Kärnten das erste Mal begegnete. Der 2. Satz (Allegro, ma sempre rubato, frei wie eine Kadenz – Adagio) ist eine Musik des Sterbens und der Verklärung durch das abschließende Zitat des Johann Sebastian Bach Bach-Chorals ''Es ist genug'' aus der Kantate ''O Ewigkeit, du Donnerwort'' (BWV 60). Die Einheit des Werkes entsteht durch die durchgängige Verwendung einer einzigen Zwölftonreihe, die in ihren Terzgängen überaus melodisch klingt wie ein Ineinandergreifen von g-moll-, D-Dur-, a-moll- und E-Dur-Akkorden. Es ist das erste Mal, dass die Zwölftontechnik konsequent auf ein Solokonzert angewendet wurde. Berg gelang es, das konstruktive Element mit dem expressiven derart innig zu verschmelzen, dass von diesem Konzert ein unmittelbar erfahrbarer, ergreifender Eindruck ausgeht, auch ohne dass man um die Umstände der Entstehung weiß oder Kenner der Zwölftontechnik ist. Berg gab dem Violinkonzert die wohl schönste Widmung für ein Musikstück: ''Dem Andenken eines Engels''. Er vollendete die Komposition bereits schwerkrank und in Vorahnung des eigenen Todes. Am Heiliger Abend Heiligen Abend 1935 erlag er einer Blutvergiftung – ähnlich wie sein großes Vorbild Gustav Mahler und im gleichen Alter von knapp 51 Jahren. Die Uraufführung des Violinkonzerts fand am 19. April 1936 mit Louis Krasner unter der Leitung von Hermann Scherchen auf dem Musikfest in Barcelona statt. Ein Kompositionsschüler von Alban Berg war der blutjunge Philosoph und Musiktheoretiker Theodor Wiesengrund Adorno. Die Bekanntschaft zwischen den beiden ging über ein gewöhnliches Lehrer-Schülerverhältnis hinaus. Adorno übernahm die Aufgabe eines Postillon d'amour Postillon d’amour, indem er Liebesbriefe Bergs an dessen Geliebte Hanna Fuchs in Prag überbrachte. Diese Liebesbeziehung spiegelt sich in der ''Lyrischen Suite'' wider, in der im letzten Satz der Tristan-Akkord erklingt.

Werke
*Sieben frühe Lieder für eine Singstimme mit Klavier nach Gedichten von Johannes Schlaf, Theodor Storm, Otto Erich Hartleben, Rainer Maria Rilke, Paul Hohenberg, Carl Hauptmann und Nikolaus Lenau (1905–1908, revidiert und instrumentiert 1928) *op. 1 Klaviersonate (1907/1908, revidiert 1920) *op. 2 Vier Lieder für eine Singstimme mit Klavier aus „Dem Schmerz sein Recht“ von Friedrich Hebbel und aus "Der Glühende" von Alfred Mombert (1908/1909, revidiert 1920) *op. 3 Streichquartett (1910, revidiert 1924) *op. 4 Orchesterlieder nach Ansichtskarten von Peter Altenberg (5 Lieder) (1912) *op. 5 Vier Stücke für Klarinette und Klavier (1913) *op. 6 Drei Orchesterstücke (1914) *op. 7 Wozzeck, Oper in 3 Akten (15 Szenen) nach Georg Büchner Georg BüchnersWoyzeck“ (1917–1922, Uraufführung am 14. Dezember 1925 in Berlin), Konzertante Fassung: Drei Bruchstücke aus „Wozzeck“ (1924) *Kammerkonzert für Klavier, Geige mit dreizehn Bläsern (1923–1925), Bearbeitung des 2. Satzes als Trio für Geige, Klarinette und Klavier (1935) *„Schließe mir die Augen beide“, zwei Vertonungen eines Gedichtes von Theodor Storm für eine Singstimme und Klavier (1907 und 1925) *Lyrische Suite für Streichquartett (1925–1926), Bearbeitung der Sätze 2, 3 und 4 für Streichorchester (1928) *„Der Wein“, Konzertarie mit Orchester nach dem Gedicht von Baudelaire in der deutschen Übertragung von Stefan George (1929) *„Lulu“, Oper in 3 Akten nach den Tragödien „Erdgeist (Wedekind) Erdgeist“ und „Die Büchse der Pandora“ von Frank Wedekind (1929–1935 von Berg nicht vollendet), Konzertante Fassung: Symphonische Stücke aus der Oper „Lulu“ (Rondo, Ostinato, Lied der Lulu, Variationen, Adagio) (1934) *Violinkonzert (Dem Andenken eines Engels) (1935)

Literatur
Bild:Alban_Berg_Bueste_Schiefling_01.jpg thumb|Alban Berg-Büste vor dem Gemeindeamt in Schiefling am See in Kärnten * Anton Fuchs: ''Auf ihren Spuren in Kärnten - Alban Berg, Gustav Mahler, Johannes Brahms, Hugo Wolf, Anton Webern'', Verlag Carinthia, Klagenfurt 1982; ISBN 3-85378-601-4 * Soma Morgenstern: Alban Berg und seine Idole, ISBN 3-7466-1455-4 * Theodor W. Adorno: ''Berg. Der Meister des kleinsten Übergangs'', ISBN 3-5180-1575-3 * Erich Alban Berg: ''Alban Berg – Leben und Werk in Daten und Bildern'', Frankfurt a.M. 1976, ISBN 3-458-01894-8 * Werner König (Musikwissenschaftler) Werner König: Tonalitätsstrukturen in Alban Bergs Oper „Wozzeck“. Tutzing, 1974. * Werner König: Der erste Satz der Lyrischen Suite von Alban Berg und seine fast belanglose Stimmung: ein Deutungsversuch. Tutzing, 1999. * Werner König: Alban Bergs Zwölftonreihen und ihre harmonische Grundbedeutung. In: Musikzeit, Österreichische Musikzeitung, Heft 6, 2000. * Werner König: Lulu und der Todeston ihrer Opfer. Reinhold Hammerstein zum 85. Geburtstag.In: Archiv für Musikwissenschaft, 58. Jg,2001, Heft 1. * Werner König: Alban Bergs Unsterbliche Geliebte. In: Werner König: Rückblick. Nemeter-Verlag, Speyer, 2004 * ''Alban Berg Kammermusik I'', [=Musik-Konzepte 4], hrsg. von Heinz-Klaus Metzger und Rainer Riehn, München 1978, ISBN 3-921402-66-2 * ''Alban Berg Kammermusik II'', [=Musik-Konzepte 9], hrsg. von Heinz-Klaus Metzger und Rainer Riehn, München 1979, ISBN 3-88377-015-9 * Peter Petersen: ''Wozzeck'' [=Musik-Konzepte Sonderband], hrsg. von Heinz-Klaus Metzger und Rainer Riehn, München 1985, ISBN 3-88377-214-3 * ''Alban Berg Studien Bd. 2'' [=Alban Berg Symposion 1980], Wien 1981, ISBN 3-7024-0158-X * ''50 Jahre Wozzeck von Alban Berg'' [= Studien zur Wertungsforschung Bd. 10], hrsg. von Otto Kolleritsch, Graz 1978, ISBN 3-70-24-0130-X

Weblinks
* {{PND|118509322}} * {{IMSLP|id=Berg%2C_Alban|cname=Alban Berg}} Kategorie:Österreicher Berg, Alban Kategorie:Österreichischer Komponist Berg, Alban Kategorie:Komponist (20. Jahrhundert) Berg, Alban Kategorie:Komponist (Oper) Berg, Alban Kategorie:Mann Berg, Alban Kategorie:Geboren 1885 Berg, Alban Kategorie:Gestorben 1935 Berg, Alban {{Personendaten| NAME=Berg, Alban |ALTERNATIVNAMEN=Berg, Albano Maria Johannes |KURZBESCHREIBUNG=österreichischer Komponist der Zweite Wiener Schule Zweiten Wiener Schule |GEBURTSDATUM=9. Februar 1885 |GEBURTSORT=Wien |STERBEDATUM=24. Dezember 1935 |STERBEORT=Wien }} ca:Alban Berg da:Alban Berg en:Alban Berg eo:Alban Berg es:Alban Berg fi:Alban Berg fr:Alban Berg he:?לבן ברג hr:Alban Berg hu:Alban Berg it:Alban Berg ja:アル?ン・ベルク ko:알반 베르? nl:Alban Berg no:Alban Berg pl:Alban Berg pt:Alban Berg ru:Берг, ?льбан simple:Alban Berg sl:Alban Berg sv:Alban Berg tr:Alban Berg zh:阿尔?·?尔格

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